Medien
Kladderadaatsch
Der Sankt Vither "Kladderadaatsch" - das Organ für Humor und Satire - ist eine Zeitschrift, die nur einmal im Jahr erscheint. In der Fastnacht-Zeitung werden die kleinen Malheure und Peinlichkeiten, welche sich die Mitbürger während des letzten Jahres erlaubt haben erwähnt und auf die Schippe genommen.
Die erste Ausgabe erschien im Jahre 1923 und kündigte den großen Karnevalszug an, der damals aus zehn Wagen und Gruppen bestand.
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Ursprung des "Kladderadatsch"
Wahrscheinlich wird es manchen Karnevalisten überraschen, dass es sich bei dem ursprünglichen "Kladderadatsch" um eine Wochenzeitschrift handelt, die 1848 in Berlin geboren wurde und den schalkhaften Humor, die witzige Poesie, den Ulk, die Posse, Satire und dergleichen mehr zum Inhalt hatte.
Es war der Schlesier David Kalisch, der in Breslau das Licht der Welt erblickte und nach der Märzrevolution 1848 zum Hauptbegründer des politisch-satirischen Blattes in Berlin wurde.
Während das Berliner Blatt in der Endsilbe mit einem "a" geschrieben wird, schreibt man die St. Vither Ausgabe mit "aa".
Der erste Nachkriegs-Kladderadaatsch erschien bereits im Jahre 1946. Der Vorstand des F.C. 1924 war für die Redaktion verantwortlich, da der St. Vithus Verein (Junggesellenverein), eigentlicher Herausgeber, wegen antibelgischer Haltung noch von den Behörden verboten war.
Da unsere Stadt zu der Zeit vollkommen zerstört war, wurde die Zeitung in Eupen gedruckt. Im Jahre 1947 waren die "Vekder Jongen" Herausgeber. Ab 1948 durfte der St. Vithus Verein wieder als Herausgeber erscheinen.
Sankt Vither Liedgut
Die ältesten Sankt Vither Karnevalslieder wurden durch Laurian Moris, wahrscheinlich im Jahre 1840 getextet. Fräulein Maria Marquet schreibt in der Zeitschrift "Zwischen Venn und Schneifel" im Jahre 1978, dass Lorentz Moris (später Laurian Moris genannt) am 21. Dezember 1819 in der Hohe Straße 73 in Sankt Vith geboren wurde.
Laurian war Mitglied des Junggesellenvereins. Er wollte zuerst Geistlicher werden, studierte dann aber Philologie und Philosophie. Sein Studium scheint er im Frühjahr 1842 mit der Promotion zum Dr.phil. abgeschlossen zu haben.
Er war seit 1842 u.a. Herausgeber der "Deutschen Chronik" in Pforzeim. Im Jahre 1842 erschienen ebenfalls seine Gedichtbände "Sagen der Pfalz" und "Lieder eines Gefangenen".
Vermutlich um 1857 entstand die Ballade "Der Rittersprung von Ouren". Um 1848 scheint sein ständiger Wohnsitz Paris gewesen zu sein. Von Paris aus hat ihn sein Wanderleben nach Moskau geführt. In seinem Reisepass ist als Titel "Direktor der französischen Operette in St.Petersburg und Moskau" angegeben. Laurian Moris verstarb in Moskau am 29.November 1882 im Alter von 63 Jahren.
In der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen schrieb Fritz Meessen mehrere Stimmungslieder.
Im Jahre 1929 textete und vertonte Hans Esselen das Lied "Et os vermaat". Es wurde anlässlich des Maskenballs des Streichorchesters uraufgeführt.
Zur 275-Jahr-Feier (1939) des Junggesellenvereins schrieb und vertonte er das Marschlied "Fahr'm Dar".
Aus dem Jahre 1953 stammt aus der Feder von Hans Hüwels das Walzerlied "Zem Vekt blejvt Zem Vekt". Vertont wurde dieses Lied durch den unvergessenen Johannes Piette (1925-1982).
In den folgenden Jahren schrieb Hans Hüwels noch u.a. "Wir haben noch kein Auto" oder das Marschlied "Blau-Weiß sind unsere Farben", wozu Josef Schröder die Musik schrieb.
Um 1980 kam die Zeit der Löressen. Unter der musikalischen Leitung von Dr. Josef Hammerschmidt erschienen so bekannte Ohrwürmer wie: Dän ale Jongjesell, Pirlala u.s.w.
Der bekannteste Karnevalsschlager der Löressen ist aber "Festovend, de krejen se net kapot".
Roger Schmitz, der zwischendurch immer wieder Stimmungslieder schrieb, brachte im Jahre 1995 eine Kassette mit sechs eigenen Karnevalsliedern heraus.
Ein großer Erfolg war 1993 dem durch Erwin Warny geschriebenen und durch Roger Schmitz gesungenen Schlager "Et os en Jrümmel on der Trööt" beschieden.
Karnevalsgesellschaft Fahr´m Dar (VoG)
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