Von Arno Colaris
Einen Parkplatz in der St.Vither Klosterstraße zu finden, kann sich in den Stoßzeiten als ein besonders schwieriges Unterfangen erweisen. Die Problematik ist nicht neu, dürfte sich durch den Bau des psychiatrischen Pflegeheims und die Erschließung Auf'm Bödemchen aber noch weiter zuspitzen.
Seit vielen Jahren drängen sich mehrere Behörden, das Krankenhaus und die Bischöfliche Schule dicht an dicht an der Klosterstraße, die für das damit verbundene Verkehrsaufkommen kaum geeignet ist. In Spitzenzeiten wähnt man sich eher auf dem New Yorker Times Square als in einer Eifeler Kleinstadt.
Erschwert wird der Verkehrsfluss durch das offensichtlich nicht ausreichende Parkplatzaufkommen mit zahlreichen unvermeidlichen Wendemanövern. Zu bemängeln wäre in diesem Zusammenhang auch das Fehlen eines Fußgängerüberwegs unmittelbar vor dem Haupteingang des Krankenhauses, wo sich viele Klinik-Besucher in Gefahr begeben, wenn sie mitunter allzu sorglos die Straße überqueren.
St.Viths Bürgermeister Christian Krings ist sich dieser Problematik durchaus bewusst. Eigentlich hatte sich die Stadt durch Fertigstellung des Parkplatzes hinter dem Seniorenheim mit immerhin 150 Stellplätzen im Jahre 2001 eine deutliche Entlastung der Klosterstraße erhofft. Doch mittlerweile stellt sich heraus, dass auch diese Parkfläche mit schöner Regelmäßigkeit proppenvoll ist und entnervte Autofahrer dazu zwingt, nach einer anderen Parklücke Ausschau zu halten.
80 neue Parkplätze
Mittelfristig verspricht sich der Bürgermeister eine Verbesserung der Situation durch die dritte Bauphase im Bereich der Klinik St. Josef. Wie das Grenz-Echo bereits berichtete, wird der ehemalige Seniorentreff abgerissen und Platz für 40 zusätzliche Parkplätze schaffen. Ein weiterer Parkplatz der gleichen Größenordnung soll am Eingang der Parzellierung Auf'm Bödemchen, gegenüber dem Technischen Institut, entstehen. Ob diese zusätzlichen Kapazitäten, die ohnehin frühestens in zwei Jahren zur Verfügung stehen dürften, ausreichen werden, sei jedoch dahingestellt und darf angesichts der Entwicklung der letzten Jahre und der ungebremsten Bautätigkeit in der Klosterstraße schon jetzt in Zweifel gezogen werden.
Engpässe
Die Engpässe, die sich immer wieder im Bereich der Klinik ergeben, sind zum einen dem Umstand geschuldet, dass 20 Stellflächen auf dem zentralen Parkplatz der Klinik für das Finanzministerium reserviert werden müssen. Zudem ist eine Hälfte dieses Parkplatzes seit der Erweiterung hinter dem Seniorenheim aus nachvollziehbaren Gründen der Ärzteschäft vorbehalten. »Die Erfahrung zeigt auch, dass es häufig dann eng wird, wenn ein Schichtwechsel beim Pflegepersonal ansteht«, weiß Christian Krings, seit einigen Wochen in Personalunion bekanntlich auch Verwaltungsratsvorsitzender der Klinik. Um dieser Problematik, die sich auch auf die Verkehrssicherheit auswirkt, Herr zu werden, seien in den vergangenen Jahren schon verschiedene Überlegungen angestellt worden. »Eine davon war, Flächen aus der Bauerschließung Auf'm Bödemchen für zusätzliche Parkplätze zu nutzen, doch war dies aus Gründen der Raumordnung nicht möglich. « Auch die Alternative, ein Parkhaus auf dem zentralen Parkplatz der Klinik zu errichten, sei bereits zur Sprache gekommen, »doch stellt sich hier die Frage der Finanzierbarkeit und der optischen Wirkung eines solchen Gebäudes unmittelbar entlang der Klosterstraße«.
Am ehesten denkbar wäre aus Sicht des Bürgermeisters noch der Bau eines Parkhauses auf dem Parkplatz hinter dem Seniorenheim, wobei es sich hier wohlgemerkt nur um Überlegungen und keinesfalls um konkrete Absichten handelt. »Wenn man mittels einer Stahlkonstruktion die Zahl der Parkplätze in diesem Bereich von 150 auf 450 verdreifachen könnte, wäre die Parkplatznot sicherlich vom Tisch.«
Noch nicht reif
Fraglich sei nur, ob ein Parkhaus, an dessen Finanzierung die Benutzer sich wohl durch die Entrichtung einer Parkgebühr beteiligen müssten, von den Bürgern in St.Vith akzeptiert und auch tatsächlich in Anspruch genommen würde. »Mir scheint es, dass wir hier in St.Vith für ein Unterfangen dieser Art noch nicht reif sind.«
Grundsätzlich sei jedoch auch zu bedauern, dass viele Menschen in Großstädten bereit seien, längere Fußstrecken in Kauf zu nehmen, in ihrer Heimat jedoch möglichst vor der Haustür ihres Ziels parken möchten.
Insofern seien die gerade beschriebenen Probleme auch hausgemacht.
Quelle : www.grenzecho.net