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17.09.2010, 17:24

Kinder gehen mit Spaß zu Fuß zur Schule

veröffentlicht von: Daniel Theissen

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Von Arno Colaris

Der Start der Aktion »Zu Fuß zur Schule - Mach mit!« in der Stadtgemeinde St.Vith ist geglückt: Gestern Morgen, zum Auftakt der Europäischen Mobilitätswoche 2010, machten sich die meisten Kinder aus fünf Ortschaften zu Fuß oder per Fahrrad auf den Weg zur Schule.

In St.Vith brachte die Schöffin für Soziales und Mobilität, Christine Baumann, die Aktion im Rahmen des Programms für Ernährung und Bewegung (PEB) der Deutschsprachigen Gemeinschaft auf den Weg.

Nachhaltigkeit

Der Aufruf wurde nicht überhört, denn immerhin signalisierten fünf der elf Grundschulen im Frühjahr spontan ihre Bereitschaft, sich an der Aktion zu beteiligen. Neben den Gemeindenschulen Rodt, Emmels, Neidingen und Hinderhausen ist auch die Grundschule des Königlichen Athenäums St.Vith mit von der Partie. Eltern und Lehrer setzten sich in der Zwischenzeit gemeinsam mit der Frage auseinander, wie der Schulweg zu Fuß oder per Fahrrad am besten und am sichersten zu organisieren sei. Die Bereitschaft, sich auf alte Werte zurückzubesinnen und etwas für die eigene Gesundheit und die Umwelt zu tun, scheint groß, wie gestern deutlich wurde.

Schöffin Christine Baumann hofft, dass sich auch andere Schulen noch von der Aktion »anstecken« lassen und diese über die Europäische Mobilitätswoche hinaus, die am kommenden 22. September zu Ende geht, eine gewisse Nachhaltigkeit erzielt. Zu Fuß oder per Fahrrad zur Schule zu gehen bzw. zu fahren, soll möglichst wieder die Regel werden und nicht die Ausnahme, und das zu jeder Jahreszeit.

Versicherung

Wir schauten uns zum Auftakt der Aktion stellvertretend in Neidingen und in Rodt um. Im Vorfeld hatten die teilnehmenden Schulen Starter-Kits mit Leuchtwesten und -streifen erhalten. Diese waren aus Gründen der besseren Sichtbarkeit auch erforderlich, als sich die Jungen und Mädchen der Grundschule Neidingen um Punkt 8 Uhr am Kreisverkehr in der Dorfmitte versammelten, um die rund 500 Meter bis zur Dorfschule gemeinsam zu Fuß zurückzulegen. Begleitet wurden sie durch zwei Mütter. »Wir haben für die Begleitung der Kinder einen Plan aufgestellt«, berichtet Diana Thelen-Müller von der örtlichen Elternvereinigung. Obwohl in Neidingen nur geringer Straßenverkehr zu verzeichnen ist, ist Vorsicht geboten, denn auf dem Weg zur Schule gibt es keinen Bürgersteig. »Wir hielten es für die sinnvollste Idee, die Kinder von allen Seiten des Dorfes zum Kreisverkehr in der Dorfmitte zusammen zu bringen, um das letzte Stück zu Fuß zurückzulegen. Den fünf Kindergartenkindern haben wir jeweils einen Paten aus der Grundschule zugeteilt, der sie bei der Hand nimmt. Wichtig ist, dass die Kinder ein Gefühl für die Verkehrssicherheit bekommen.« Froh ist man in Neidingen auch, dass die Begleitpersonen der Kinder über die Schulversicherung versichert werden können. Erwähnung sollte schließlich verdienen, dass die Aktion »Zu Fuß zur Schule« in Neidingen aktiv durch die Lehrerinnen der Grundschule unterstützt wird. Das Thema wird im Unterricht bearbeitet und die Kinder werden sich mit der Herstellung einer kleinen Zeitschrift am ausgeschriebenen Gruppenwettbewerb beteiligen. Diana Thelen-Müller hofft, dass die Aktion über die Europäische Mobilitätswoche hinaus Bestand hat und die Kinder Freude am Schulweg zu Fuß finden, egal bei welcher Jahreszeit, »denn es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung«.

Auch in Rodt war die Beteiligung riesengroß. »Fast alle Kinder sind zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule gekommen«, freute sich Schöffin Christine Baumann, die sich vor Ort ein Bild vom Erfolg der Aktion machte. Allerdings war die Ist-Situation in Rodt schon nicht schlecht, wie Lehrer Werner Meyer bemerkte. »Wir haben im Frühjahr gemeinsam mit den Eltern eine Bestandsaufnahme gemacht und die Aktion 'Zu Fuß zur Schule' ist gleich auf große Zustimmung gestoßen. Die Kinder sind begeistert bei der Sache, und wollen eigentlich gar nicht mit dem Auto zur Schule gebracht werden. Sie bevorzugen es, den Schulweg in geselliger Runde unter Freunden zurückzulegen.«

Positive Effekte

Die positiven Effekte seien nicht von der Hand zu weisen: »Um die Gesundheit zu fördern, ist Bewegung nun mal alles. Außerdem lernen die Kinder die Gefahrenstellen im Straßenverkehr kennen und wissen besser damit umzugehen. Auch von einem Zeitverlust für Eltern und Kind kann keine Rede sein. Mit dem Auto wird der Stressfaktor aufgebaut, mit dem Fahrrad oder zu Fuß dagegen abgebaut.« Lobende Worte gab es zum Abschluss für den sehr aktiven Rodter Elternrat: »Wir konnten uns einen kleinen Fuhrpark zulegen, der auch dem Verkehrssicherheitstraining zugute kommt.«

Am kommenden Sonntag ist in der Rodter Grundschule übrigens der alle zwei Jahre stattfindende Familientag, der mit einer Wanderung und einem Fahrradparcours ebenfalls im Zeichen der gesunden Bewegung stehen wird.

Quelle : www.grenzecho.net

 

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