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16.06.2010, 08:47

Wieder mehr Verkehrstote auf Eifeler Straßen

veröffentlicht von: Daniel Theissen

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Von Arno Colaris

Auf den Straßen der fünf Eifelgemeinden gab es 2009 sieben Verkehrstote zu beklagen. Eine wesentliche Rolle bei Verkehrsunfällen mit Verletzten oder gar Toten spielt nach wie vor übertriebene oder nicht angepasste Geschwindigkeit.

Vor diesem Hintergrund beteiligt sich die Polizeizone Eifelzurzeit an einer Kampagne des Belgischen Instituts für Sicherheit im Straßenverkehr (IBSR) mit dem Schwerpunkt »Geschwindigkeit«.

Radarkontrollen

»Der Aktionsplan Verkehrssicherheit ist ein Schwerpunkt unseres zonalen Sicherheitsplans 2009-2012«, ruft Zonenchef Daniel Keutgen in Erinnerung. Zu den Vorgaben des Sicherheitsplans gehören repressive Geschwindigkeitskontrollen sowohl unter der Woche, nachts als auch am Wochenende. »Es geht keinesfalls darum, eine bestimmte Anzahl Strafzettel auszustellen, wohl aber eine Mindestanzahl Fahrzeuge zu kontrollieren und eine gewisse Anzahl Stunden in diese Arbeit zu investieren.« Im vergangenen Jahr war das Radarfahrzeug der Polizeizone insgesamt 1164 Stunden unterwegs. Unterstützt wird die Arbeit seit Sommer 2008 durch ein elektronisches Messgerät zur mobilen Verkehrsüberwachung per Video (ProViDa).

Zielvorgaben

Für 2010 sehen die Zielvorgaben wie folgt aus: Es sollen 500 Kontrollstellen abgedeckt und mindestens 45 000 Fahrzeuge kontrolliert werden. Schon jetzt steht fest, dass diese Ziele problemlos erreicht werden. Ihr Hauptaugenmerk widmet die Polizei den besonders unfallträchtigen Straßen sowie den Ortsdurchfahrten.

Im vergangenen Jahr wurde im Einzugsgebiet der Polizeizone Eifel leider wieder eine Zunahme der Verkehrsunfälle mit Personenschäden festgestellt. Zum Vergleich: 2008 gab es kein einziges Todesopfer im Straßenverkehr. Dennoch fällt die Statistik immer noch deutlich besser aus als etwa Mitte bzw. Ende der 90er Jahre.

Hohe Rate

»Gemessen an der Bevölkerungszahl gibt es in der Eifel verhältnismäßig viele Verkehrsunfälle«, stellt Hauptkommissar Daniel Keutgen fest. »Dafür gibt es mehrere Gründe: In einem ländlichen Raum wie der Eifel sind halt die meisten Bürger auf ein Fahrzeug angewiesen. Hinzu kommt die große Anzahl an Grenzpendlern, die auf unseren Straßen unterwegs sind sowie das veränderte Freizeitverhalten. Fakt ist, dass wir in der Polizeizone Eifel ähnlich viele Verkehrsunfälle wie in der Zone Weser-Göhl feststellen, die zwar flächenmäßig kleiner ist, aber ein Drittel mehr Einwohner zählt.«

 

»Extreme Raser sind zum Glück die Ausnahme«

Der Temposünder, der vor drei Wochen im Weywertzer Ortsteil »An Sankersborn« in einer Tempo-70-Zone mit einer Geschwindigkeit von 198 km/h geblitzt wurde, hat von sich reden gemacht - im negativen Sinne, versteht sich.

»Seit ich diesen Dienst versehe, handelt es sich in der Tat um einen Rekord«, so Polizeiinspektor Werner Freres. »Hinzu kam, dass an jenem Abend bedingt durch Nebel nicht die besten Sichtverhältnisse herrschten.«

Bisherige Spitzenreiter waren zwei Fahrzeuge, die sich auf der Engelsdorfer Straße in Born-Kaiserbaracke ein Wettrennen lieferten. Sie wurden mit 189 bzw. 191 km/h geblitzt. »Solch extreme Raser sind zum Glück die Ausnahme und fahren uns pro Jahr vielleicht einmal vor die Kamera«, so Freres.

Sporadisch

Fast täglich, auch am Wochenende, ist das Radarfahrzeug der Polizeizone Eifel auf den Straßen ihres Einzugsgebiet unterwegs. Mitunter kommt auch ein Stativ zum Einsatz. »Ohne repressive Maßnahmen geht es leider nicht, denn wenn das Radarfahrzeug einmal einige Wochen in der Garage bleibt, nimmt die Raserei gleich wieder zu«, stellt Polizeiinspektor Freddy Lenz vom Verkehrsbüro der Polizeizone Eifel fest.

Am gestrigen Dienstag stand eine Kontrolle auf dem Programm, die monatlich gemeinsam mit den Kollegen von der benachbarten Polizeizone Stavelot-Malmedy durchgeführt wird. Auch dort ist die Verkehrssicherheit einer der Schwerpunkte des zonalen Sicherheitsplans.

»Wir wählen die Standorte unserer Kontrollen eher sporadisch aus«, so Lenz. Nicht selten werden Kontrollen nach gezielten Hinweisen auf notorische Raser durchgeführt. »Aus der Erfahrung heraus kennen wir natürlich die Stellen, wo besonders schnell gefahren wird«, ergänzt Werner Freres. Spontan fallen ihm die Straßen Bütgenbach-Weywertz-Weismes, Amel-St.Vith, Büllingen-Bütgenbach, Maldingen-Beho und die Engelsdorfer Straße in Born-Kaiserbaracke ein.

Der schlechte Straßenzustand habe unterdessen kaum einen Einfluss auf das Fahrverhalten. »Im Gegenteil, manche Unverbesserliche drücken auf schlechten Straßen noch mehr aufs Gas, um besser über die Unebenheiten hinweg zu kommen.«

Keine Seltenheit sei es auch, dass Autofahrer, die (viel) zu schnell unterwegs sind, vor dem Radarfahrzeug zu einer Vollbremsung ansetzen und so nachfolgende Fahrzeuge in Gefahr bringen. In solchen Fällen können die vereidigten Beamten dennoch einen Bußgeldbescheid wegen unangepasster Fahrweise ausstellen.

BRF-Verkehrsfunk

In der Regel dauert es nicht lange, bis das Radarfahrzeug von aufmerksamen Passanten erspäht wurde und andere Verkehrsteilnehmer über den Verkehrsfunk des Belgischen Rundfunks (BRF) gewarnt werden.

So auch gestern, als die Einsatzorte Born und Medell schon nach weniger als einer halben Stunde über den Äther unters Volk gebracht wurden. »Im Grunde haben wir dagegen nichts einzuwenden, wenn es dazu beiträgt, dass allgemein vorschriftsmäßiger gefahren wird. Manchmal würden wir uns jedoch wünschen, wenn der Standort des Radargeräts im Verkehrsfunk nicht ganz so präzise angegeben würde.«

Ein ultimativer Schutz seien die Verkehrsmeldungen ohnehin nicht, »denn nicht selten haben wir schon längst unseren Standort gewechselt, wenn eine Kontrolle im Radio gemeldet wird«. Bedauerlich sei indes, dass die sieben präventiven Geschwindigkeitstafeln regelmäßig durch unverbesserliche Zeitgenossen beschädigt würden.(arco)

Quelle : www.grenzecho.net