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12.01.2015, 09:07

Neujahrsansprache 2015

veröffentlicht von: Daniel Theissen

 

Sehr geehrte Gäste werte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der verschiedenen Gemeindedienste, werte Kolleginnen und Kollegen des Stadtrates und des ÖSHZ, meine sehr geehrten Damen und Herren! Im Namen des Gemeindekollegiums darf ich Sie alle sehr herzlich zum diesjährigen Neujahrsempfang hier im Rathaus zu St.Vith begrüßen.

Sehr herzlich heiße ich eine ganze Reihe von Ehrengästen willkommen und ich hoffe auf ihr Verständnis, dass ich Sie nicht alle namentlich erwähne. Aber stellvertretend für sie alle begrüße ich unsere Nachbarn aus der Gemeinde Prüm, Alois Söhngen Verbandsbürgermeister, Mathilde Weinandy Stadtbürgermeisterin, Georg Sternitzke, Leiter der Abteilung Kultur und Tourismus und als Überraschungsgast Rallyefahrer Thierry Neuville, herzlich willkommen.

Herzlich willkommen heiße ich ebenfalls die Vertreter der Medien, sowie der verschiedenen Verwaltungsräte, Kommissionen und Vereine, die heute hier anwesend sind.

Sehr geehrte Damen und Herren, zu Beginn des neuen Jahres, wünsche ich Ihnen und Ihren Angehörigen auch im Namen unserer Generaldirektorin Frau Helga Oly, im Namen des Gemeindekollegiums und des Präsidenten des ÖSHZ, für 2015 alles Gute, viel Glück und Erfolg.

Das Jahr 2014 ist nun vorbei und wie üblich wundern wir uns wie schnell die Zeit vergeht, denn das alte Jahr ist nun bereits Geschichte. Aber was bleibt uns in Erinnerung von 2014, was war uns wertvoll, was hat uns betroffen gemacht, was erwarten wir vom neuen Jahr?

Wir erinnern uns sicher gerne an die Eröffnung unseres neuen Stadtparks in St.Vith, zu Beginn des Sommers 2014. Auch die offiziellen Feierlichkeiten zur Inbetriebnahme der Ortsdurchfahrt Recht, mit einem fulminanten Dorffest werden die Anwesenden nicht so schnell vergessen. Die zweite Phase der Modernisierung des Schwimmbades im SFZ ist so gut vorangekommen, dass der Schwimmbetrieb am 17. Januar wieder aufgenommen werden kann.
Bereits am 2. Januar wurde die neue Sicherheitszone N° 6, offiziell gestartet. Diese stellt die seit Generationen gewachsenen ehrenamtlichen Strukturen der lokalen Feuerwehren in Frage und sie verursacht mehr Kosten und Bürokratie.
Die Verantwortlichen der Zone stehen nun vor der Herausforderung eine neue effiziente Struktur für die 7 Feuerwehren der DG zu entwickeln.

Die Erschließung des neuen Wohngebietes Bödemchen, mit 35 weiteren Bau- Losen geht zügig voran, sodass mit dem Verkauf der nächsten Baustellen in diesem Frühjahr zu rechnen ist. Unser Rathaus soll eine neue Fensterfassade und erweiterte Räume für die Verwaltung erhalten. Der Weg von Hinderhausen nach Oberst-Crombach steht neben anderen interessanten kleineren Projekten auf der Ausführungsliste 2015.

Aber was geschah sonst noch in der Welt? Nun in Belgien gab es Wahlen und die neue Föderalregierung verordnete dem Land einen strikten Sparkurs. Daraufhin lähmten Streiks zeitweise unser Land und es zeigte sich deutlich, wie tief die Kluft zwischen den Sozialpartnern ist.

Dabei sind viele Menschen sich durchaus bewusst, dass sie Abstriche und eine längere Lebensarbeitszeit in Kauf nehmen müssen, um unsern Sozialstaat zu retten. Aber sie wollen eine realistische Zukunftsperspektive und erwarten zu recht mehr Gerechtigkeit bei der Besteuerung.

Da liegt eine der großen Herausforderungen für die Staatslenker der EU. Für Steckdosen, Kindersitze und Teigwaren gelten die gleichen Normen, nicht aber für Steuern und Sozialabgaben. Die Steuertricks der Multis, empören viele Menschen und gefährden unsere Demokratien in Westeuropa.

Wie ein Staat durch die Misswirtschaft seiner Eliten, von geordneten Verhältnissen in Chaos und Bürgerkrieg abgleitet, können wir derzeit in der Ukraine beobachten. Und wir sind zu Recht sehr bestürzt über das brutale Attentat in Paris, wo unsere Pressefreiheit und die Demokratie gleichermaßen angergriffen wurden.

Wir haben also allen Grund wachsam zu sein, denn nichts hat für immer Bestand, und das Zeitalter der europäisch- amerikanischen Dominanz geht zu Ende. Im vergangenen Jahr hat China die USA als wichtigste Wirtschaftsmacht abgelöst, und für die reichen Länder des Westens beginnt die Globalisierungsbilanz zu kippen.

Asien trumpft mit Billiglöhnen, Kinderarbeit und Umweltzerstörung in nie gekanntem Ausmaß auf. Europa muss eine Antwort darauf finden, wie unser demokratisches Gesellschafts- Modell und hart erkämpfte Werte, in der Welt von übermorgen überleben können.
Unsere Spitzenpolitiker inszenieren sich zwar gerne als Macher und pendeln von Gipfel zu Gipfel, doch oft ohne nennenswerten Erfolg. Dabei brauchen wir gerade jetzt glaubwürdige Entscheidungen, vor allem im Hinblick auf die Risiken des Freihandelsabkommen TTip zwischen den USA und Europa.

Meine Damen und Herren,

Thomas Jefferson prägte einst folgendes Zitat:

„Jede Generation braucht eine neue Revolution"

Revolutionen können auch friedlich viel erreichen. Denken wir nur an die Befreiung der Menschen in Mittel- und Osteuropa von ihren totalitären Regierungen. Wir einfache Bürger sind nicht an den Gipfeltreffen von Politik und Wirtschaft beteiligt, aber auch wir haben eine globale Verantwortung und wir sollten unsere Ansprüche viel deutlicher kundtun!

Wir sollten uns wieder verstärkt politisch engagieren und unsere Zukunft nicht allein den Politikern überlassen und sie notfalls beim TTip Abkommen stoppen, wenn unsere europäischen Interessen dem Diktat der US Großkonzerne geopfert werden sollten. Wir müssen für unsere Werte streiten, wenn wir keine endsolidarisierte Gesellschaft wie in den USA wollen, wo der Mittelstand verschwindet und die Masse der Arbeitnehmer immer mehr verarmt.

Wir Verbraucher können ein freies, demokratisches Europa stärken, indem wir dies in unserem Konsumverhalten ausdrücken. Wir können ja sagen zu St.Vith und lokal einkaufen um unseren Mittelstand zu stärken. Wir können denen die rote Karte zeigen, die Produkte auf dem Markt anbieten, die auf Kosten von Kinderarbeit, mit Hungerlöhnen und Ausbeutung von Menschen oder in Diktaturen hergestellt wurden.

Und auch als politisch Verantwortliche und öffentliche Behörde stehen wir in der Pflicht unsere Arbeit hier vor Ort bürgernah, effizient und korrekt zu verrichten. Vor 20 Jahren habe ich als Erster Schöffe, und 6 Jahre später als Bürgermeister Verantwortung für unsere Gemeinde übernommen.

In diesen 20 Jahren hat sich die Welt sehr verändert, aber in St.Vith haben wir die Herausforderungen der Zeit erfolgreich gelöst. Gemeinsam haben wir Schulden abgebaut, Reserven angelegt und zahlreiche Projekte verwirklicht, auf die wir zu Recht stolz sein können.
Wir erfahren Anerkennung für neu gestaltete Plätze und Straßen, für unseren dynamischen Einzelhandel, für die Qualität der öffentlichen Dienste, gut ausgestattete Schulen und für unsere gepflegten Dörfer, und das alles bei sehr niedrigen Steuersätzen!

Unsere Gemeindedienste stehen der Bevölkerung Tag für Tag in so vielen Dingen zur Seite, oft ohne Anerkennung dafür zu erhalten. Vieles wird heute als Selbstverständlich betrachtet, aber in dieser komplexen Welt, mit immer neuen Zuständigkeiten, wird die Arbeit für die Gemeindedienste zu einer immer größeren Herausforderung.

Deshalb nutze ich heute gerne den Neujahrsempfang, um allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gemeinde herzlich für ihren vorbildlichen Einsatz zu danken. Danke auch der Feuerwehr, allen die in unseren Schulen Verantwortung tragen, sei es als Lehrkräfte, Raumpflegerinnen oder Schülerlotsen. Ihr alle seid der Garant dafür, dass sich die Menschen bei uns wohl fühlen und gerne in der Gemeinde St.Vith leben.

Vielen Dank auch den Mitgliedern des Stadtrates, dem Sozialhilferat , den Verwaltungsräten vom Triangel, vom SFZ, den Kirchenfabrikräten, unserer Generaldirektorin Helga Oly, und meinen Mitstreitern im Gemeindekollegium, Herbert Grommes, Herbert Felten, René Hoffmann und Christine Baumann.

Ein herzliches Danke aber auch der Regierung der DG, allen Ministerien und Diensten unserer lokalen Behörden, wie der DG, der Provinz, dem Öffentlichen Dienst der Wallonie, der Polizei, der Klinik, der Forstverwaltung und der Post, die uns immer sehr unterstützen. Ein herzliches Danke auch der Presse für ihre sachliche Berichterstattung.

Einen besonderen Dank möchte ich allen aussprechen, die sich in vielen Einrichtungen ehrenamtlich einsetzen. Sei es beim Roten Kreuz, in den zahlreichen Vereinen, in den Pfarreien, in sozialen Einrichtungen oder für den Tourismus. Mit ihrem Einsatz tragen sie diese Gesellschaft mit und sind zu einem unverzichtbaren Eckpfeiler vieler Aktivitäten geworden, die einen großen Mehrwert für unsere Lebensgemeinschaft haben.

Ein besonderes Danke aber unserem Hausmeister Roland Henkes und seinem Team, die sich heute Abend um unser leibliches Wohl kümmern.

Meine Damen und Herren,
im vergangenen Jahr haben wir in Gedenkfeiern an den Beginn des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren erinnert. In diesem Jahr können wir auf 70 Jahre Frieden in Zentraleuropa zurückblicken. Eine so lange Friedenszeit hat Europa in seiner Geschichte noch nie gekannt.

Das Frieden nicht selbstverständlich ist, zeigen die vielen Kriege und Konflikte auf der Welt. Die Menschen, die dort leben, müssen sie ertragen und sie würden sicher gerne mit uns tauschen.

Zu Beginn des neuen Jahres sollten wir deshalb dankbar sein, für dieses reiche Leben, das wir hier vor Ort leben dürfen. Angefangen von den vielen Diensten, die wir täglich in Anspruch nehmen können, bis hin zu den lieben Mitmenschen, die uns freundlich begegnen.

Natürlich stehen wir alle in diesem Jahr 2015 vor neuen Herausforderungen. Aber die Generation unserer Väter und Mütter hat vor 70 Jahren damit begonnen unsere zerstörte Heimat unter schwierigsten Bedingungen wieder neu aufzubauen.

Das ist ihnen so gut gelungen, dass wir heute in einem der wohlhabendsten Landstriche dieser Erde leben dürfen. Ihre Leistung sollte uns Verpflichtung sein, diesen herrlichen Flecken Erde auch in Zukunft mit all unserer Kraft als blühenden Lebensraum weiter zu entwickeln. Das wird uns am besten gelingen, wenn wir uns bewusst werden, dass wir nicht die Hände in den Schoß legen dürfen, sondern in vielen Lebensbereichen selber den Schlüssel zum Erfolg in unserer Hand halten!

In einem Zitat schreibt Hermann Gmeiner:
"Alles Große in unserer Welt geschieht nur, weil jemand mehr tut als er muss."

So bietet das Jahr 2015 auch uns die Chance etwas mehr zu tun als wir müssen, neue Herausforderungen mit Mut anzupacken, vielleicht auch schwierige Situationen mit Bravour zu meistern, aber auch unsere Träume zu verwirklichen und anderen Menschen mit Wohlwollen zu begegnen.

Auf diesem Weg durch das Jahr 2015 wünsche ich ihnen von ganzem Herzen, viel Mut, Kraft, beste Gesundheit und ein gutes Gelingen.

Christian Krings, Bürgermeister der Stadtgemeinde St. Vith