
Sie erkundeten gestern die neue Eureca-Mediothek am Kgl. Athenäum St.Vith (v.l.): die Dienst tuende Direktorin Chantale Reichling, Unterrichtsminister Oliver Paasch, Mediothekleiter Dr. Jens Giesdorf und der Koordinator der Schulmediotheken in der DG, Lorenz Paasch.![]()
Von Herbert Simon
Heureka/Eureka - »Ich hab's« - werden hoffentliche viele Schüler des Königlichen Athenäums St.Vith (KAS) bei der Erkundung ihrer neuen Mediothek rufen.
Dieser eindringliche Wunsch zog sich gewissermaßen wie ein roter Faden durch die Feier gestern Nachmittag zur Eröffnung von »Eureka«.
»Die Mediothek muss durch die Schulgemeinschaft getragen werden, damit sie ein Erfolg wird«, sagte etwa der Unterrichtsminister der Deutschsprachigen Gemeinschaft (DG), Oliver Paasch. Und Dr. Jens Giesdorf, der als Lehrer am KAS von der DG für die Leitung dieser Mediothek freigestellt worden ist, sah in der Namensbezeichnung, die auf einen Vorschlag von Lehrerkollege Gerard Bastin zurückgeht, das Symbol für einen »Raum für neue Erkenntnisse« (siehe dazu auch die Rubrik »Hintergrund« anbei). Schüler und Lehrer sollten das Angebot rege nutzen und »mit Leben erfüllen«, ergänzte er, bevor zwei Schüler das von Kunstlehrerin Appolonia Trantes gestaltete Namensschild enthüllten.
Nicht zuletzt Lorenz Paasch, der Koordinator der Schulmediotheken im Ministerium der DG, wünschte - nach dem Motto »Eine Schulmediothek ist so gut, wie die Lehrer sie machen« - der Schulgemeinschaft des KAS und insbesondere den Schülerinnen und Schülern viel Freude mit der Einrichtung. Glückwünsche durfte Dr. Jens Giesdorf für seinen Einsatz bei diesem Projekt stellvertretend auch von Lehrerkollege Jörg Bertermann entgegennehmen. Sein kurzer Wortbeitrag »Aus einen Kindergarten wird ein Büchergarten« bezog sich auf die Tatsache, dass in dem Raum, der jetzt die Mediothek beherbergt, früher mal Kinder im Vorschulalter unterrichtet wurden.
Lehrer-Mediothekar
Lorenz Paasch unterstrich, die Regierung und das Parlament der DG hätten die Bedeutung der Schulmediotheken zur Vermittlung wesentlicher fachübergreifender Kompetenzen in den Lehranstalten erkannt und deren Verwirklichung seit 2001 mit der Bereitstellung bedeutender Mittel überhaupt erst ermöglicht. Dazu gehöre neben den Investitionen in die Infrastruktur, die Bestände und die Betriebskosten u.a. auch die Schaffung eines Vollzeitamtes »Lehrer-Mediothekar«, was einmalig in ganz Europa sei. Paasch schilderte den Werdegang des nunmehr fertiggestellten Vorhabens in St.Vith und erwähnte namentlich die vielen beteiligten Partner.
Nicht nur die Planung und Ausstattung waren mit sehr viel Arbeit verbunden, sondern auch die Bestückung der Mediothek mit Büchern, die allesamt elektronisch erfasst, katalogisiert und in die Regale gestellt werden mussten. Denn zu den bereits vorhandenen 3000 Medien aus der »alten« Übergangsmediothek kamen jetzt weitere 6000 hinzu, so dass der Gesamtbestand auf 9000 Einheiten gewachsen ist.
Lernzentrum
Die Mediothek soll, so erläuterte Lorenz Paasch die pädagogisch-didaktische Zielsetzung, dazu dienen, als zentrales Lernzentrum einer Schule unter Anleitung der Lehrer die Lese- und Informationsfähigkeiten der Schülerinnen und Schüler als eine der wichtigsten Schlüsselkompetenzen für den Erfolg im Studium und im Beruf optimal zu fördern. Die Jugendlichen sollten lernen, sich selbst Wissen aus den verschiedenen Informationsquellen anzueignen und die betreffenden Erkenntnisse kritisch auszuwerten. Dabei stehen ihnen am KAS nicht nur die erwähnten 9000 Printmedien, sondern dank der Vernetzung mit den anderen Schulmediotheken, den beiden pädagogischen Mediotheken und den vier öffentlichen Bibliotheken der DG im Verbund MediaDG insgesamt 260 000 Medien zur Verfügung, die alle an einem der 20 PC-Arbeitsplätze online recherchiert und bestellt werden können. So seien 2009 über dieses Netz bereits 8518 Medien ausgeliehen worden, bilanzierte der Koordinator.
Vernetzung
Und dank der Vernetzung mit der virtuellen Bibliothek des Landes Rheinland-Pfalz/RLP (LITexpress) seien auch die großen Universitäts- und Fachbibliotheken von RLP sowie des Saarlandes mit einem Gesamtbestand von fünf Millionen Medien per Mausklick abrufbar. Darüber hinaus hätten die Lehrerinnen und Lehrer des KAS Zugang zu 2000 digitalen Filmen und Unterrichtsmaterialien über die Datenbank Edmond in Nordrhein-Westfalen.
Lorenz Paasch sicherte den KAS-Pädagogen Hilfestellung in Form von Aus- und Weiterbildungsangeboten in Zusammenarbeit mit der Hochschule in der DG und weiteren Partnern im Ausland (Österreich, Südtirol) an.
Quelle: grenzecho.net