Von Gerd Hennen
Über 600 Musikinteressierte waren am Samstagabend der Einladung des Serviceklubs Rotary St.Vith-Eifel gefolgt, um bei einem außergewöhnlichen Benefizkonzert Geld für die Lebensmittelbank des Roten Kreuzes St.Vith-Burg-Reuland und die Tagesstätte Meyerode zu spenden.
Die Rotarier unter dem Vorsitz von Freddy Genten haben es sich schon seit Jahren zur Aufgabe gemacht, die genannten Einrichtungen finanziell zu unterstützen. Bislang nannte sich die Aktion »Fast for Food«. Doch da das sportliche Interesse von Firmen und Clubs an diesem Fun-Triathlon im East Belgium Action and Fun Center in Grüfflingen zuletzt abnahm, suchten die Ausrichter nach einem neuen Konzept und fanden es in der Musik. Eine Entscheidung, die sich angesichts des großartigen Erfolgs als richtig erwies.
Die Rotary-Bewegung zählt laut Freddy Genten mit 33 000 Clubs und 1,2 Millionen Mitgliedern in über 200 Ländern zu den weltweit größten Initiativen dieser Art überhaupt. »Wir sehen unsere Arbeit als humanitäre Verpflichtung. So unterstützen wir Brunnenprojekte in Afrika, kümmern uns um die Erdbebenopfer auf Haiti und setzen uns für die Ausbildung von Mädchen und Frauen in Afghanistan ein. All das mit dem Ziel, die grundlegenden Probleme der Menschheit, nämlich Armut, Hunger, Krankheit und Analphabetismus in den Griff zu bekommen. So tritt Rotary ebenfalls für eine weltweite Ausmerzung der Kinderlähmung (Polio) ein«, erläuterte der Vorsitzende.
Der Benefizabend im Triangel in St.Vith stand ganz im Zeichen der Musik von Frank Sinatra, einem der größten Entertainer aller Zeiten. »Frank Sinatra kann man nicht imitieren, aber man kann versuchen, den Zauber seiner Musik einzufangen und weiterzugeben«, sagte der Frontmann und Conférencier der East Belgian Swing Band, Jean-Luc Rousseau einleitend. Was danach folgte, war eine »Perfektion nach Noten«, eine Symphonie des Wohlklangs und des Swing-Rhythmus, der auf den Zuschauerrängen zum Mitschnippen und -klatschen animierte. Für dieses Tribute-Konzert spielte das Orchester in der »Franky Boy«-Besetzung mit Big-Band, Crooner, 22 Streichern und fünf gestandenen Sängerinnen und Sängern. Diese Vollblutmusiker liebten offensichtlich auf Anhieb das Ambiente des Triangels, war doch die Bühne ebenfalls mit Utensilien wie einer Straßenlaterne oder aber den typischen Barhockern mit Hutständer ausgestattet, im Stil der 1940er und 1950er Jahre.
Der Glamour sowie das Flair von Las Vegas und der großen Konzertbühnen des Broadway wurden nach St.Vith gebracht. Das Repertoire erwies sich als Querschnitt einer fast 60jährigen Bühnenkarriere von Frank Sinatra. Neben romantischen Weisen wie »As time goes by«, »Moon River« oder »Over the rainbow« wussten die Vokalisten Katja Schröder, Sandrine Bindels, Jean-Marie Cerfontaine, Luc Marly und Jean-Luc Rousseau bei schnellen Jazz- und Swingstandards wie »Fly me to the moon«, »Mack the Knife«, »Watch what happens«, »Dancing Cheak to Cheak«, »I get a kick out of you« oder »Something Stupid« durch Brillanz und Phrasierung zu überzeugen.
Natürlich durften in diesem Sammelsurium an Megahits die Klassiker »My Way«, »Strangers in the Night«, »The Lady is a Tramp«, »New York« und »Just Friends« nicht fehlen. Erst nach mehreren Zugaben wurde das Orchester um Dirigent Luc Marly unter stehenden Ovationen von der Konzertbühne entlassen. Die Zuhörer, unter ihnen auch der Mitbegründer der Band »Die Höhner«, Peter Werner, zeigten sich jedenfalls begeistert und lobten die Veranstaltung in höchsten Tönen. »Das war echt super!«, so die Meinung des Kölner Musikers nach Konzertende. Es war jedenfalls eine runde Veranstaltung.
Quelle : www.grenzecho.net