Sehr geehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger!
Am Ende eines schwierigen Jahres für Belgien und Europa, ein Jahr wo die anonymen globalen Finanzmärkte zunehmend unser Schicksal bestimmen, wo viele Menschen verunsichert in die Zukunft blicken, steht wieder einmal Weihnachten vor der Tür.
In dieser allgemeinen Orientierungslosigkeit, wo unser Gesellschaftsmodell am Scheideweg steht, stellen wir eine zunehmende Entfremdung zwischen der Bevölkerung und den politisch Verantwortlichen fest, weil Spekulanten und Profiteure ungeschoren davon kommen, und „der kleine Mann" wieder einmal die Zeche zahlen muss.
Dabei sehnen wir Menschen uns auch an Weihnachten 2011 nach Gerechtigkeit, Geborgenheit und Lebensglück. Aber müssen nicht auch wir uns die Frage gefallen lassen: Hat unser Streben nach immer mehr Individualität und Wohlstand, ja unser ständig wachsendes Anspruchsdenken, die Situation in der wir uns heute befinden, mit verursacht?
Haben wir uns von den Märkten verführen lassen, weil es so bequem war?
Seit der Geburt Jesu vor 2000 Jahren sehen viele Menschen Weihnachten als ein Zeichen der Hoffnung auf eine bessere und gerechtere Welt. Das Ziel, diesen Planeten Erde für alle Menschen lebenswert zu gestalten und zu erhalten, ist mehr als legitim, es ist ein Auftrag an uns alle, ob wir nun an Gott glauben oder nicht.
In einem Zitat schreibt Hermann von Bezzel:
„Niemand ist so arm, dass er nicht für einen noch Ärmeren ein Sonnenstrahl, ein LEBENSLICHT werden könnte. Niemand ist so reich, dass er nicht beides bräuchte."
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!
Ich lade Sie herzlich ein in diesen Weihnachtstagen für viele Menschen ein „Sonnenstrahl" zu sein, um ihnen damit zu zeigen, dass sie ihnen wichtig und wertvoll sind. Verschenken Sie etwas von dem wertvollsten das Sie besitzen an ihre Mitmenschen, nämlich etwas von ihrer Zeit und die kostet kein Geld.
Der berühmte Philosoph Seneca scheibt: „Wir sind nun mal zur Gemeinschaft geboren. Unsere gesellschaftliche Verbindung ist einem Steingebäude ähnlich, das einstürzen würden, wenn die Steine einander nicht wechselseitig stützen."
So ist Weihnachten auch dieses Jahr wieder ein Angebot an uns über das nachzudenken, was uns wichtig und wertvoll ist. Es ist eine Chance, inneren Frieden zu finden, und der ist die Grundlage für ein friedvolles Miteinander der Menschen.
Ich danke Ihnen für das gute und vertrauensvolle Miteinander in diesem Jahr und wünsche Ihnen, Ihren Angehörigen und Freunden friedvolle und besinnliche Weihnachten, alles Gute und Gottes Segen für das neue Jahr 2012.
Christian Krings,
Bürgermeister der Stadtgemeinde Sankt Vith