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16.09.2009, 16:18

Rede zur Eröffnung des Kultur- Konfrenz- und Messezentrums Triangel am 16.September 2009

veröffentlicht von: Christian Krings

Sehr geehrter Herr Vorsitzender der AGR Triangel, sehr geehrter Herr Parlamentspräsident, sehr geehrter Herr Ministerpräsident, sehr geehrte Frau Ministerin, sehr geehrte Herren Minister, sehr geehrte Kollegen Bürgermeister unserer Nachbargemeinden, aus der benachbarten Bundesrepublik Deutschland und dem Großherzogtum Luxemburg, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen aus dem Parlament, Gemeindekollegium und Stadtrat, sehr geehrte Vertreter aus unserer Partnerstadt Kerpen, sehr geehrte Ehrengäste , sehr geehrte Damen und Herren!

An diesem bedeutungsvollen Tag für die Stadt St. Vith und die Deutschsprachige Gemeinschaft ist es für mich eine besondere Freude und Ehre Sie alle heute zur offiziellen Eröffnung des Kultur- Konferenz- und Messezentrums Triangel begrüßen zu können.
Ich heiße Sie alle sehr herzlich willkommen in diesem neuen Zentrum.

Als vor einundzwanzig Jahren im Jahre 1988 mit dem Saal Even der letzte privat betriebene Tanzsaal seine Pforten für immer schloss, ging damit eine lange Tradition privater Veranstaltungssäle in der Stadt St. Vith zu Ende.

Damit begann für viele St. Vither Vereine eine lange Durststrecke mit Übergangslösungen sowohl in Bezug auf Probelokale als auch für ihre Veranstaltungen, die meistens in der Tennishalle, der Sporthalle des Sport- und Freizeitzentrums an der Rodter Straße oder in der Turnhalle der Städtischen Grundschule am Windmühlenplatz stattfanden.

Mehr als ein Jahrzehnt dauerten die Diskussionen, um den geeigneten Standort für die neue Saalinfrastruktur zu finden, und bis heute gehen die Ansichten über die notwendige Größe des Zentrums in der Bevölkerung weit auseinander. Während viele Bürgerinnen und Bürger einen etwas größeren Saal als „in den Dörfern“ für ausreichend halten, wollten andere ein größeres regionales Zentrum mit multifunktionellen Möglichkeiten für die Kantonsstadt St. Vith mit Ausstrahlung bis in die Wallonie und in den deutschen und luxemburgischen Grenzraum.

Mit Blick auf bessere Gestaltungsmöglichkeiten wurde das letztere Konzept von der im Jahre 2001 gegründeten autonomen Gemeinderegie „TRIANGEL“ übernommen und konnte dank einer Vereinbarung vom 16. Mai 2002 mit der Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft, über die Finanzierung des Projektes, im Verlauf der letzten 7 Jahre umgesetzt und fertiggestellt werden.

Hier am ehemaligen Bahnhof von St. Vith entstand somit ein imposantes aber zweckdienliches Gebäude, das architektonisch in seiner Symbolik das Triangel aufgreift, aber bedingt durch hervorragende Isolierungsmaßnahmen und ausgestattet mit einer Hackschnitzelheizung durchaus den Ansprüchen der Nachhaltigkeit genügt.

Es war in der Tat ein hartes Stück Arbeit, das die Verantwortlichen und Mitarbeiter der AGR unter dem Vorsitz von Lorenz Paasch, die Architekten und Unternehmen hier vollbracht haben, angefangen von den internationalen Ausschreibungsverfahren, den Planungen, bis hin zur Bauphase, die letztendlich in weniger als drei Jahren verwirklicht werden konnte.

Nun ist es also soweit, mit dem Triangel bekommt der ehemalige Bahnhof von St. Vith, als das letzte im Zweiten Weltkrieg zerstörte Gelände, eine neue Zweckbestimmung. Dort, wo früher die Dampfrösser schnauften, Reisende abfuhren um die Welt zu erkunden und rund tausend Menschen Arbeit fanden, kommen demnächst tausende Besucher zu Veranstaltungen verschiedenster Art, hier werden sich viele Menschen begegnen und Kontakte knüpfen, ja es werden sich neue Möglichkeiten für die Menschen aus dem Eifel- Ardennenraum auftun.

Mir ist aber auch bewusst, dass dieses Projekt wie kaum ein anderes eine kontroverse Diskussion innerhalb der Bevölkerung in der Gemeinde St. Vith und darüber hinaus provoziert hat. 7,8 Mio € Investitionsvolumen sind kein Pappenstiel und die hart arbeitende Bevölkerung im Eifel- Ardennenraum möchte naturgemäß auf Nummer Sicher gehen, dass hier keine Steuergelder in ein sogenanntes „Fass ohne Boden“ investiert werden.

In vielen Gesprächen haben Bürgerinnen und Bürger mir diese Sorge mit auf den Weg gegeben und es wäre fahrlässig die finanziellen Folgen einer Einrichtung in dieser Größenordnung für die Stadtgemeinde St. Vith nicht zu berücksichtigen.

Bis zum Beweis des Gegenteils vertraue ich der Mannschaft um Lorenz Paasch und Joseph Schröder die mit einem enormen Arbeitseinsatz dieses Projekt in den vergangenen Jahren Schritt für Schritt umgesetzt, und anhand von Beispielen vorgerechnet haben, dass dieses Projekt mit der Unterstützung der DG in Höhe von 60% bei den Funktionskosten finanziell tragfähig sei.

Allen die sich um dieses Projekt sorgen darf ich sagen, dass hier am Standort Bahnhof St. Vith im Gebäudeteil des Ministeriums der Deutschsprachigen Gemeinschaft viele Arbeitsplätze dauerhaft eingerichtet und damit in der Eifel gesichert und im Triangel Zentrum etwa 10 neue Arbeitsplätze geschaffen wurden.
Auf dem Arial des ehemaligen Bahnhofs sind derzeit zwei weitere Großprojekte von privaten Investoren in der Genehmigungsprozedur, sodass hier in den kommenden Jahren ein völlig neues Stadtviertel mit Geschäftsflächen und Wohnungen entsteht

Diese Strategie passt in das Bild der aufstrebenden Stadt St. Vith, die in den zwei vergangenen Jahrzehnten ernorme Anstrengungen unternommen hat, um als regionales Zentrum den Menschen aus dem Eifel- Ardennenraum ein optimales Dienstleistungsangebot bieten zu können.

Und dazu gehören auch die hier im Dienstleistungszentrum am Triangel angesiedelten Behörden der DG wie Arbeitsamt, Dienstelle für Personen mit Behinderung, SPZ, Jugendinformationszentrum, Mediothek, BRF und Materialausleihstelle.

Ich bin überzeugt, dass von diesem Kultur- Konferenz- und Messezentrum Triangel in Zukunft wichtige Impulse ausgehen, die den Wirtschaftsstandort St. Vith und Umgebung nachhaltig stärken werden und damit den Menschen im St. Vither Land neue Gestaltungsmöglichkeiten und Chancen bieten.

So wie im Jahre 1879, als mit dem Zeitalter der Eisenbahn ein Aufbruch mit Stärkung der Wirtschaftentwicklung in unserem Gebiet stattfand, wird auch mit dem Triangel ein neues Kapitel in der Geschichte der Stadtgemeinde St. Vith beginnen.

Ich bin überzeugt, dass die Menschen hier vor Ort alle Möglichkeiten nutzen werden dieses Kultur- Konferenz- und Messezentrum Triangel mit Leben zu erfüllen. Es wird neue dynamische Kräfte freisetzen und das Team im Triangel wird mit Mut und Tatendrang alles daran setzen, um die einmalige Chance zu nutzen in diesem symbolträchtigen Gebäude Veranstaltungen mit den unterschiedlichsten Ansprüchen zur vollsten Zufriedenheit der Kunden durchzuführen.

So darf ich mich im Namen des Stadtrates herzlich bei allen bedanken, die zum Gelingen und zur Finanzierung dieses Projektes beigetragen haben.
Zunächst bei der Regierung der DG - die dieses Projekt mit 75% also rund 6 Mio € subventioniert hat, und beim Stadtrat von St. Vith für die Finanzierung der verbleibenden 25 % also immerhin fast 2 Mio.

Einen herzlichen Dank an das Architektenteam um Dany Blaise und an alle ausführenden Unternehmer, die hier ihre große Leistungsfähigkeit entfalten konnten. Einen besonderen Dank dem Verwaltungsrat der AGR unter Leitung von Lorenz Paasch, sowie dem Personal unter Leitung von Direktor Joseph Schröder, die bisher hervorragende Arbeit geleistet haben und nun mit Begeisterung die neue Herausforderung annehmen werden.

So wünsche ich dem Triangel eine gute Zukunft, erfüllt mit dem Pioniergeist der Menschen aus der Eifel, die es immer verstanden haben ihre Möglichkeiten - auch wenn sie bescheiden waren - meisterhaft zu nutzen, um ihr Leben bestmöglich zu gestalten.

Christian Krings,
Bürgermeister der Stadtgemeinde St. Vith