Meine sehr geehrten Damen und Herren,
ich freue mich sehr Sie im Namen der Stadtgemeinde St. Vith heute Abend zum diesjährigen Neujahrsempfang begrüßen zu dürfen. Ich danke Ihnen, dass Sie unserer Einladung gefolgt sind, um mit uns auf das neue Jahr anzustoßen. Seien Sie uns herzlich willkommen!
Wir begrüßen ganz herzlich unsere Ehrengäste: So freuen wir uns über die Anwesenheit von Herrn Oliver Pasch, Vizeministerpräsident der DG, Herrn Daniel Keutgen Chef der Polizeizone Eifel, Frau Ingrid Mertes Geschäftsführende Direktorin der Klinik St.Josef, Herrn Dechant und Bischofsvikar Jean Pohlen, Herrn Pfarrer Baumgard von der Evangelischen Kirchengemeinde.
Unsere Nachbargemeinde Prüm ist vertreten durch ihre Stadtbürgermeisterin Frau Mathilde Weynandy und Herrn Georg Sternitzke Leiter des Verkehrsamtes Prüm. Seien sie uns herzlich willkommen.
Wir freuen uns, dass so viele Personalmitglieder unserer Gemeindedienste, sowie Vertreter/innen der verschiedenen Dienste und Einrichtungen mit denen die Gemeinde auf vielen Ebenen zusammenarbeitet, unserer Einladung gefolgt sind, und ich heiße sie alle herzlich willkommen.
Ich begrüße ebenfalls sehr herzlich unsere Ehrenbürger, so Herrn Albert Gehlen, Ehrenabgeordneter, die Herren Wilhelm Pip, Ehrenbürgermeister, Jean Pierre Rose, Ehrenstadtsekretär, H.J. Michels, Ehrenschöffe sowie die Ehrenfeuerwehrkommandanten der Stadtgemeinde St. Vith, Hermann Probst, Michel Peren und Walfried Leuther.
Herzlich willkommen heiße ich ebenfalls die Vertreter der Medien, sowie der verschiedenen Verwaltungsräte und Kommissionen die heute hier anwesend sind.
Liebe Gäste, gerne nutze ich den Beginn des neuen Jahres, um Ihnen und Ihren Angehörigen auch im Namen unserer Stadtsekretärin Frau Helga Oly, des Gemeindekollegiums und des Präsidenten des ÖSHZ für 2012 alles Gute, Glück, Gesundheit und viel Erfolg zu wünschen.
Das Jahr 2012 hat erst gerade begonnen aber nun gilt es die Herausforderungen des neuen Jahres einzuschätzen und neue Aufgaben für die Zukunft anzupeilen oder wesentliche von weniger wichtigen Dingen in unserem Leben zu unterscheiden.
Im zu Ende gegangenen Jahr wurde die Menschheit hart gefordert.
Mit dem Tsunami in Fukoshima und der Kernschmelze im dortigen AKW konnte sich die schockierte Welt am Bildschirm von der Unberechenbarkeit der Atomenergie überzeugen. In Europa stand die Eurokrise im Mittelpunkt der Diskussion. Auf dem Altar der Gewinnmaximierung wurden Werte und Moral zum Teil geopfert und die Bevölkerung musste erleben, wie sehr Großbanken und Ratingagenturen diese Welt regieren.
Der arabische Frühling brachte eine Befreiung vieler Menschen von Diktatoren, die jahrzehntelang von westlichen Regierungen hofiert, ihre Völker unterdrücken konnten. Aber in der absurden Welt der Ausbeutung der Massen von einigen wenigen, suchten viele Menschen Halt in der Religion, sodass die Islamisten bei den anschließenden Wahlen triumphieren konnten.
In Belgien haben wir nach 541 Tagen Stillstand endlich eine Regierung. Ein schwieriger Kompromiss wurde erreicht, der darauf abzielt, dass Flamen und Wallonen, also zwei Völker mit verschiedenen Kulturen und Visionen, ihre Zukunft weiterhin in einem gemeinsam Staat gestalten können.
Aber bekanntlich macht eine Schwalbe noch keinen Frühling so wie eine neue Regierung nicht ausreicht, um die Probleme dieses Landes zu lösen. Aber anpacken sollten wir sie , denn es gibt viel zu tun in diesem Land: Belgien müsste dringend seine Strukturen reformieren und Behörden rationeller einsetzen. Es gilt mit dem notwendigen Ernst zu regieren und nicht bei jeder Reform Lasten zur Gemeindeebene abzuschieben, sodass die dort Tätigen fast unter dieser Last zusammenbrechen.
Wir müssen diesen Staat stärken und ihn fit machen für die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts, ein Staat wo die Schwachen einen besonderen Schutz genießen, wo die Starken Verantwortung entsprechend ihren Möglichkeiten übernehmen und wo es sich wieder lohnt zu arbeiten, weil uns ein gemeinsames Ziel motiviert.
Dieser Neujahresempfang bietet uns auch die Gelegenheit zu einem Rückblick auf die wichtigsten Ereignisse in der eigenen Gemeinde.
Aus kommunalpolitischer Sicht können wir die überaus positive Bilanz einer zu Ende gehenden Legislatur vorlegen, die von großen Investitionen geprägt war.
Sowohl das Gemeindekollegium als auch der Stadtrat und die Verwaltung haben umfassend auf die Herausforderungen der Zeit reagiert.
Rund 150 Projekte d.h. wichtige zukunftsorientierte Investitionen in einer Höhe von etwa 24 Mio. € eine bisher nie dagewesene Größenordnung konnten verwirklicht und vorangetrieben werden.
Um die wichtigsten zu nennen: Das regionale Kultur- Konferenz- und Messezentrum „Triangel", wurde am 16 September 2009 eröffnet.
Zusätzlich musste die entsprechende Infrastruktur auf dem früheren Bahnhof mit Straßen, Kanälen und Versorgungsleitungen gebaut werden, sodass derzeit ein ganz neues Stadtviertel hier entsteht.
Mit Investitionen von 3 Mio.€ wurde die Industriezone II am Steinerberg um weitere 40 ha ausgebaut. Hier sind bereits jetzt 300 Menschen beschäftigt, die neuen Flächen werden neue Betriebe und damit weitere Arbeitsplätze nach St. Vith bringen.
Die erste Phase der Parzellierung „ Auf'm Bödemchen" mit 24 neuen Baustellen steht kurz vor der Fertigstellung, sodass im Frühjahr dieses Jahres hier eine rege Bautätigkeit einsetzen wird.
Auch in dieser Legislatur wurde noch einmal viel in das Konzept der zentralen Trinkwasserversorgung investiert, sodass fast die gesamte Gemeinde Trinkwasser in hervorragender Qualität und das zu einem kostendeckenden Preis von nur1,55€, aus der Trinkwasseraufbereitungsanlage im Rodter Venn beziehen kann.
Am Sportzentrum wurde für 1,2 Mio.€ ein neues Heizwerk mit Nähwärmenetz errichtet. Damit machen wir uns unabhängiger vom Ölpreis, denn 5 öffentliche Gebäude können mit umweltfreundlicher Energie aus Holz versorgt werden.
Der „Windpark Emmels" konnte nach 4 Jahren Planungsarbeit im Dezember 2011 ans Netz gehen. Neben einer interessanten Einnahme von jährlich 165.000€ für die Gemeindekasse, macht die Produktion von umweltfreundlicher Energie Mut auf eine neue Zukunft ohne Atomstrom.
Im kommunalen Wegebau konnten Projekte wie die Ortsdurchfahrt Crombach in Richtung Neundorf und Braunlauf, das Wegenetz in Neidingen und Breitfeld, sowie eine ganze Reihe von Bürgersteigen ausgeführt werden, darunter die komplette Erneuerung der Bürgersteige in der Neustadt.
Die Infrastruktur in St. Vith wurde mit dem neuen Kinderspielplatz und dem ersten Kunstrasenfußballplatz in der Eifel aufgewertet. Dazu kommt die Neugestaltung des alten Viehmarktes und des Millionenberges sowie der Anbindung der Straße an der Dell an den Kreisverkehr in der Malmedy er Straße.
Mit einem Anbau in Schönberg und St. Vith, sowie Renovierungsarbeiten in Hinderhausen wurde kräftig in die Gemeindeschulen investiert. Darüber hinaus, wurde die Energieeffizienz unserer Schulen durch drei Photovoltaikanlagen und sieben neue Heizungsanlagen verbessert.
Verbunden mit einer Rundreise des Kollegiums durch die Ortschaften der Gemeinde haben wir gemeinsam mit unseren Bürgerinnen und Bürgern in Arbeitsgruppen neue Straßennahmen für eine Reihe von Ortschaften definiert.
Ganz oben auf der Agenda 2012 steht die Erneuerung der Bahnhofstraße mit dem Platz vor der Pfarrkirche. Damit wird eine der letzten wichtigen Straßen in unserer Stadt für mehr als 1 ,2 Mio.€ einer Komplettsanierung unterzogen.
Die Arbeiten zur Erneuerung der Ortsdurchfahrt Recht, stehen ebenfalls auf dem Umsetzungsplan 2012 wobei die Verlegung der neuen Kanalisation und Versorgungsleitungen, die Zeit dieses Jahres in Anspruch nehmen dürfte.
Sobald die" Wetterbedingungen dies erlauben werden die Arbeiten zu Erneuerung des Beckens am Freibad Wiesenbach beginnen. Wir hoffen, dass die Neueröffnung pünktlich zum Saisonbeginn stattfinden kann.
Die Sanierung und Erweiterung des Hallenbades im Sport und Freizeitzentrum inklusive neuer Schwingboden für die Sporthalle soll in diesem Jahr entscheidende Schritte vorankommen.
Ende dieses Jahres soll der Radwanderweg St. Vith bis Steinebrück durchgehend mit einer Asphaltdecke ausgestattet sein, und damit St. Vith mit dem deutschen und luxemburgischen Radwandernetz verbinden!
St. Vith nimmt am Wettbewerb der Erneuerbaren Energien teil, der belgienweit ausgetragen wird. Sie können uns ganz konkret mit Ihrer Unterschrift auf den ausliegenden Listen im Foyer des Rathauses unterstützen.
Wir möchten Gemeinde des fairen Handels werden und mit der ÖKLE nehmen wir am „Plan Maya" teil, um neue Natur - Blumenwiesen für die Bienenzüchter zu erschließen.
Auch wenn diese Initiativen ehre ideeller Natur sind, wollen wir die Stadtgemeinde St. Vith auch in diesen Bereichen als innovative Gemeinde mit Visionen für die Zukunft positionieren.
Es bleibt also auch im kommenden Jahr noch viel zu tun für diejenigen, die Tag für Tag auf vielen Ebenen des öffentlichen Lebens und in den Verwaltungen ihre Pflicht tun, ohne dass jemand ihnen dafür dankend auf die Schulter klopft.
Unsere Gemeindedienste stehen der Bevölkerung Tag für Tag mit all ihrer Kompetenz zur Seite. Das können wir bei so vielen Anlässen immer wieder erfahren. So wurden z.B. bei der Vergabe der neuen Adressen und Hausnummern an rund 1500 Personen Öffnungszeiten an Samstag Vormittagen im Rathaus vorgesehen.
Ich danke von ganzem Herzen allen Menschen, die in unserer Gemeinde Verantwortung tragen: Meinen Mitstreitern im Gemeindekollegium, Herbert Felten, Herbert Grommes, René Hoffmann Christine Baumann und unserer Stadtsekretärin Helga Oly, den Mitgliedern des Stadtrates, dem Sozialhilferat unter ihrem Präsidenten Paul Bongartz, allen Angestellten und Arbeitern der verschiedenen Gemeindedienste, der Feuerwehr, den Verantwortlichen unserer Schulen, den Lehrkräften, Raumpflegerinnen und Schülerlotsen.
Ihr seid es, die jeden Tag mit dafür Sorge tragen, dass alles in unserer Gemeinde gut läuft, dass sich die Menschen hier wohl fühlen können , dass die Bürokratie menschlich bleibt. Und dabei müsst ihr gelegentlich auch ungerechtfertigte Reaktionen in Kauf nehmen.
Ein herzliches Danke aber auch der Regierung der DG, allen Ministerien und Diensten unserer lokalen Behörden, wie der DG, der Provinz, dem Öffentlichen Dienst der Wallonie, der Polizei, der Klinik, der Forstverwaltung und der Post, die uns immer sehr unterstützen.
Besonders viele Menschen setzten sich auch in diesem Jahr in irgendeiner Weise ehrenamtlich in der Gemeinde ein, sei es in der ÖKLE, in den zahlreichen Vereinen, aber auch in verschiedenen Gremien und Verwaltungsräten, wie der AGR, dem SFZ, in den Pfarreien oder für den Tourismus. Ihnen allen ein herzliches Dankeschön, vor allem denjenigen, die sich in sozialen Einrichtungen einsetzen, ihr Einsatz zählt zu den wichtigsten in unserer Gesellschaft.
Ein herzliches Danke auch der Presse für ihre sachliche Berichterstattung.
Danke unserem Hausmeister Roland Henkes und seinem Team, die sich heute Abend um unser leibliches Wohl kümmern.
Meine Damen und Herren, werte Gäste,
Wie jedem hier im Raum bekannt sein dürfte, sind am 14. Oktober dieses Jahres Kommunalwahlen. Dann wird der oberste Souverän, der Wähler, die Arbeit der zu Ende gehenden Legislatur bewerten. Wir haben hier im Rathaus über viele Projekte debattiert, wir waren oft aber trotzdem nicht immer einer Meinung und die meisten unter uns waren bemüht fair und korrekt miteinander umzugehen.
Bei der Suche nach Kandidatinnen und Kandidaten stellen wir fest, dass die Politik nicht hoch im Kurs steht und sich auch immer weniger Menschen für das kommunalpolitische Geschehen interessieren. Und da müssen sich alle Beteiligten in unseren Demokratien die Frage stellen, wie wir der politischen Arbeit wieder mehr Glaubwürdigkeit verschaffen können.
Bei den Herausforderungen, vor denen die westliche Welt heute steht, und damit wir alle auch in unseren Gemeinden, reicht es für den Bürger nicht mehr aus in der Zuschauerrolle zu verweilen. Es reicht für den Politiker oder die Politikerin nicht mehr aus, auf Populismus zu setzen, um sich interessant zu machen. Man kann harte politische Arbeit, die zugegeben nie perfekt sein wird und sein kann, nicht mit dem heute so oft praktizierten Populismus wett machen. Das trifft unsere Demokratie ins Herz und nimmt der politischen Klasse jede Glaubwürdigkeit, weil die Menschen sich von solchem Gehabe distanzieren und dabei nicht mitmachen wollen.
Gute Politik kann nur gelingen, wenn wir aus Betroffenen Beteiligte machen, die selbst Verantwortung übernehmen und die Gestaltung ihrer Lebensumgebung selbst in die Hand nehmen. Wir brauchen Menschen, die nicht nur um ihre Meinung gebeten werden wollen, sondern sich konkret bei der Planung und Gestaltung unserer aller Zukunft mit einbringen und einmischen wollen.
Ich würde mich freuen, wenn alle Gruppierungen, die sich bei der Kommunalwahl am14. Oktober zur Wahl stellen, diese Gelegenheit nutzen würden, um möglichst viele Menschen für ein solches Zukunftsprojekt zu begeistern und im Wahlkampf fair miteinander umgehen.
Meine Damen und Herren,
Viele Menschen sehen in diesen Tagen mit gemischten Gefühlen in die Zukunft, denn sie spüren, dass wir in einer Zeit des Umbruchs leben und vor großen Veränderungen stehen. Es ist gut möglich, dass wir alle in den kommenden Jahren harte Prüfungen bestehen müssen. Aber Herausforderungen bieten auch Chancen etwas zum Besseren zu wenden, ja aus Fehlern zu lernen und eine neue Zukunft zu gestalten.
Robert Louis Stevenson prägte folgendes Zitat, das uns für 2012 ein guter Leitfaden sein könnte:
„Im Leben geht es nicht darum, gute Karten zu haben, sondern auch mit einem schlechten Blatt gut zu spielen."
Ich glaube es kommt weniger darauf an immer nur Glück zu haben, als vielmehr das Beste aus jedem Tag zu machen und sich jeden Tag selber zu motivieren sein Bestes zu geben. Mit neuen Ideen und Begeisterung in das neue Jahr starten und hoffnungsvoll in die Zukunft blicken, wäre eine gute Voraussetzung für erfolgreiches Handeln. Wir sind erfolgreich und zufrieden, wenn wir unsere Arbeit Tag für Tag gut machen und Verantwortung in unserer Gesellschaft übernehmen, dort wo das Schicksal uns hingestellt hat.
Unser Mittelstand und viele kleine Unternehmen in der Eifel sind innovativ und haben durch ihr Können viele Arbeitsplätze gesichert und neu geschaffen. über viele Jahrzehnte war handwerkliches Können und Fleiß die Grundlage für unseren Wohlstand in der Eifel.
In diesem Sinne bitte ich uns alle das neue Jahr hoffnungsvoll anzupacken und uns auf unsere eigene Stärke zu besinnen. Viele Menschen setzen sich auch in zahlreichen Sport-, Kultur- oder Sozialorganisationen ein. Das macht unsere Gesellschaft reicher und stärkt unseren Zusammenhalt. So bin ich zuversichtlich, dass wir gemeinsam das kommende Jahr 2012 mit Ausdauer und dem nötigen Elan erfolgreich meistern werden.
Im Anschluss an meine Rede werden wir noch einige Personen ehren, die sich mit ihrer Arbeit für unsere Gemeinde verdient gemacht haben oder in den wohlverdienten Ruhestand gehen, danach laden wir Sie zu einem gemütlichen Beisammensein ein und wünschen Ihnen noch einmal alles Gute für 2012. Ich bedanke mich für Ihre geschätzte Aufmerksamkeit.
Christian Krings, Bürgermeister der Stadtgemeinde St. Vith