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01.06.2010, 09:35

Künstler aus der Gemeinde stellen im Triangel aus - Ansprache der Schöffin für Kultur

veröffentlicht von: Daniel Theissen

Ansprache anlässlich der Eröffnung der Ausstellung: „Künstler und Kunstschaffende aus der Gemeinde St. Vith stellen aus".
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Sehr geehrter Herr Minister Mollers,
meine sehr verehrten Damen und Herrn,
liebe Künstlerinnen und Künstler, liebe Freunde der Kreativität !

Genetisch ist jeder Mensch einmalig und einzigartig (bis auf den Sonderfall der eineiigen Zwillinge).
Und doch haben wir alle so viel gemein, dass wir uns verstehen können, wenn wir wollen, nicht nur mit dem Verstand, sondern auch mit unserem Herz, unserer Seele.

Kreative Mitmenschen befinden sich schon immer in diesem Spannungsfeld zwischen Individualität und Gesellschaft und reflektieren auch den Zeitgeist.

Wenn ich heute diese Ausstellung eröffnen darf, ist dies eine besondere Freude für mich, eine Freude, dass sich so viele kreativ Tätige in unserer Gemeinde zu dieser großen und vielfältigen Ausstellung zusammengefunden haben.

Vielen Dank an Ars Vitha mit Joseph Schröder und Maria Peters und ihrem Team für die nicht einfache Organisation einer so umfangreichen Gesamtausstellung!

Wie schön, nun auch so eine Ausstellung in unserem Triangel stattfinden zu lassen!

Erlauben Sie mir nun, wenn auch skizzenhaft und ohne Anspruch auf Vollständigkeit, nur aus meiner Sicht, die einzelnen Kunstschaffenden vorzustellen:
Beginnen wir mit photographischen Werken, Photographie - ein Medium mit immer weiter wachsenden Möglichkeiten, die zu neuen Inspirationen führen.

Wie bei Daniel HENNES experimenteller Form, in der das Photo zum Gemälde verschwimmt.

Helmut HAHN fällt in dieser Ausstellung als Photograph mit sensibler Betrachtung von Formen und Strukturen der Natur auf.

Photos im Großformat von Andreas JODOCY entführen uns in die Farben und poetische Betrachtungen Vietnams.

Originelle Photographie mit Hintergründigem und viel Himmel über St.Vith zeigt Georg SCHMITZ.

Photos mit Badewanne und Kuhweide von Georg JACOBS spiegeln eine humorvolle Betrachtung unserer Landschaft und ihrer Stimmungen.

Malerisch, aber mit unterschiedlichsten Themen und Techniken widmen sich folgende Ausstellende:

Großzügige Farbkompositionen aus der Hand Suzy KASCHTEN-KIRSCHs lassen Landschaften erahnen.

Irene KOHNEN ist mit dem Zyklus zum Thema 'Himmel und Erde' vertreten, oder ist es mehr das 'Dazwischen', das wir erahnen können?

Bei Frederica PANMAN-TON zeigt sich in Ölbildern und Aquarellen ihre Liebe zur detaillierten Landschaftsmalerei.

Walter MESSERICH weiß mit gekonnten Impressionen aus der Eifel und zarten Pastellen zu gefallen.

Leuchtenden Blütenzauber zeigt Elisabeth THEIS und Experimente in verschiedenen Techniken.

Inge XHAYET-SCHRÖDER vermittelt verspielt und doch voller Struktur Eindrücke von Natur und Heimat.

Dekorative, florale Kompositionen im Farbenmeer kennzeichnen die Arbeiten bei Lydia HEINEN-LENTZ.

In Jean-Yves SZIMADAs raumgreifenden Bildern steht das klare Wasser des Meeres im Kontrast zum harten Felsen.

Bei Guido FALTER wird der Betrachter wie in einen Strudel in sich kreisender Spiralen gezogen.

Durch heißes Wachs entstehen bei Marianne MERTES-MANZ reine Phantasiegebilde in leuchtenden Farben.

Wahrhaft expressive Werke mit kraftvollen Strukturen zeigt Gaby MARGREVE-BOUS.

Bei Elvira HILGER-KOHNEN faszinieren leuchtende Seidenmalbilder, die sich mit Korallen in Landschaften verwandeln.

Stimmungen im Wandel und kleine Überraschungen zum Entdecken gibt es bei Margret HILGERS-GILLESSEN.

Erich THEISSEN berührt alle Besucher der Ausstellung besonders durch die eindringliche Darstellung der Zerstörungen der Stadt und der Pfarrkirche im Jahr 1944.

'Geborgenheit erleben im großen blauen Rund' drängt sich bei Betrachtung der Arbeiten Liliane HEINENs auf.

Bei Elly JACOBS-LENTZ geht es 'mal um abstrakte Auseinandersetzung mit Struktur und Farbe, 'mal um leuchtend naive Kunst.

Zauber versprechen die spielerisch leichten, liebevollen Aquarelle Christa HEINENs.

Der textilen 'Patchwork'-Technik widmen sich mehrere Aussteller:

Bernadette PFEIFFER-HANS lässt besonders die warmen Farben des Herbstes dominieren.

Maria MEYER-GROMMES präsentiert originelles Patchwork aus alten Krawatten.

Das Kreative Atelier Neundorf ist mit liebevoll kleinen, aber auch imposanten großen Arbeiten vertreten. An anderer Stelle steht Figürliches aus Holz und Gips, 'mal ernst, 'mal amüsant.

Ebenso plastisch, bildhauerisch ist Helmuth BREUERs Begegnung mit archaischen Wegekreuzen.

Bei Pierre DOOME verwandeln sich Fundstücke durch seine feinfühlige, poetische Betrachtung der Natur in ein filigranes Geisterschiff.

Ästhetik pur in Bronze ist bei Gregor HOFFMANN zu bewundern.

Die zarten und fein gearbeiteten Figuren und Schalen Wilfried TERRENs zeigen dessen Liebe zum Material Holz.

Der Tiffany Kunst verschrieben sind:

Cornelia ZINNEN, sie arbeitet abstrakt und lässt klares und buntes Glas kontrastieren.

Ebenfalls leuchtende Kunst zaubert Jean Pierre ROSE durch das Spiel mit farbigem Glas und Licht.

Bei Daniel ARENS liegt der Schwerpunkt auf ästhetischem Design und klaren Formen, wenn Kunst auf Form und Funktion trifft.

Hedwig ROSE-GRITTEN beherrscht noch filigrane Spitzenklöppelei, ein aussterbendes Kunsthandwerk.

Und auch bei Claudia Kohnenmergen werden die Liebhaber von Kunsthandwerk die fachmännische Behandlung alter Möbel bewundern.

Frech und originell sind manche Gestaltungen aus dem Kunstatelier der hiesigen Psychiatrischen Tagesklinik, die mit viel Wortwitz vom Leben mit der Tasche erzählen, die Tasche als Spiegel der Seele?

Nach diesem Streifzug durch die Ausstellung - im Eiltempo und ganz subjektiv - möchte ich Sie, liebe Gäste, durch langes Reden nicht mehr lange vom eigenen Kontakt mit den Exponaten fernhalten. Gehen Sie selber auf Entdeckungsreise und finden Sie noch so manche Überraschung.
Vielleicht kommen sie auch noch einmal in den nächsten Tagen vorbei, um mit Freunden und etwas mehr Ruhe diese vielseitige Ausstellung eingehender zu betrachten, vielleicht sogar etwas zu erwerben.

Der große Reichtum an Kreativität in unserer Gemeinde beeindruckt mich wirklich und erfüllt mich mit Stolz. Ich möchte auch nicht versäumen, unseren anerkannten und über die regionalen Grenzen hinaus verehrten Künstlern zu danken, dass auch sie sich an dieser Ausstellung beteiligen.
Als Mitarbeiterin in der Tagesklinik weiß ich zu berichten, dass die teilnehmenden 'Nicht-Profis' und wahren Amateure sich geehrt fühlen, zusammen mit den bekannten Namen hier in diesen Räumen des Kultur und Konferenzzentrums ausstellen zu dürfen.
Ich wünsche uns noch einen anregenden Abend und allen Kunstschaffenden, ob professionell arbeitend oder ihre Kreativität als Hobby betreibend, viel Erfolg bei dieser Ausstellung!

Christine Baumann
Schöffin für Kultur