Meine sehr geehrten Damen und Herren,
werte Festversammlung,
es ist mir eine große Freude und Ehre, Sie im Namen des Stadtrates und des Gemeindekollegiums des Stadtgemeinde St. Vith, zum Festakt aus Anlass des Tages der Deutschsprachigen Gemeinschaft im Kultur-, Konferenz- und Messezentrum Triangel begrüßen zu dürfen.
Je souhaite tout particulièrement la bienvenue à tous nos invités venant de l’extérieur de la Communauté Germanophone qui ont rejoint St Vith pour assister à cette cérémonie et rendre ainsi honneur à notre communauté.
Van harte verwelkom ik ook onze Vlaamse gasten, die vanavond hier aanwezig zijn.
„St. Vith - Treffpunkt von Eifel und Ardennen“. Mit diesem Slogan bringt die Stadtgemeinde St. Vith ihre Rolle als Bindeglied zwischen dem germanischen und dem romanischen Sprachraum, ihr historisch begründetes Selbstverständnis als ein Ort der Begegnung und des Austauschs zwischen den Sprachen und Kulturen zum Ausdruck.
Denn schon im Jahre 1157 erwähnte die Grenzbeschreibung des Kölner Wildbannes „Sanctum Vitum in foro“, den Markt St. Vith. Und in eben dieser Funktion als Markt- und Handelsstandort führte St. Vith dank seiner günstigen Lage am Kreuzungspunkt bedeutender Verkehrswege in all diesen Jahrhunderten Menschen aus aller Herren Länder zusammen.
Und auch heute sind die Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft bemüht, über den Tellerrand hinaus zu blicken und in der deutsch-belgisch-luxemburgischen Grenzregion nach Kooperation und Zusammenarbeit, nach mehr Miteinander statt Neben- oder sogar Gegeneinander Ausschau zu halten. Keine Frage: dieses Grenzen überschreiten, dieses Auf-den-Nachbarn-Zugehen ist kein Privileg bzw. Alleinstellungsmerkmal der Menschen hierzulande.
Aber ich denke schon, dass die Menschen in unserer Region nicht zuletzt aufgrund der leidvollen Erfahrungen im vergangenen Jahrhundert eine hohe Affinität für die Bedeutung und die Notwendigkeit von Kontakten über die Landes- und Sprachengrenzen hinweg entwickelt haben.
Werte Festgäste,
diese Art von Kontakten unterhält die Stadtgemeinde St. Vith unter anderem seit nunmehr 25 Jahren mit der Stadt Kerpen. Dieses Vierteljahrhundert partnerschaftlicher Verbundenheit wurde übrigens vor knapp drei Wochen an dieser Stelle im Rahmen eines großen Partnerschaftsfestes Revue passieren gelassen. Und auch wenn es bestimmt noch Luft nach oben gibt, d.h. die Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen noch intensiver gestaltet werden könnte, so kamen beide Seiten doch zu der zufrieden stellenden Erkenntnis, dass dank dieser Städtepartnerschaft im Laufe der Jahre zahlreiche deutsch-belgische Freundschaften entstehen konnten.
Apropos Kerpen: ein Sohn unserer Partnerstadt schrieb auf den Tag genau vor 15 Jahren Sportgeschichte: Gemeint ist natürlich Michael Schumacher, der am 13.11.1994 in Adelaide den ersten seiner insgesamt sieben Weltmeistertitel einfuhr und somit das 1. Kapitel einer imposanten Erfolgsgeschichte schrieb.
Als eine Erfolgsstory dürfen wir wohl ohne Übertreibung auch die Entwicklung bezeichnen, die die Deutschsprachige Gemeinschaft in den 25 Jahren ihrer Existenz genommen hat. Anlässlich der Feierlichkeiten und Veranstaltungen, die Ende vergangenen und zu Beginn dieses Jahres im Rahmen des Jubiläums stattfanden, wurde nochmals deutlich, welche Qualität und vor allem welch beeindruckende Vielschichtigkeit die Autonomie der Deutschsprachigen Gemeinschaft mittlerweile erreicht hat und welche Möglichkeiten uns dieses Selbstbestimmungsrecht in der täglichen Politikgestaltung bietet.
Ich denke in diesem Zusammenhang an die Qualität der in unseren Betrieben und Schulen angebotenen Ausbildung; ich denke beispielsweise an das dichte soziale Netz, das in den zurückliegenden Jahrzehnten geknüpft wurde und Menschen in schwierigen Lebenssituation auffängt oder aber an das intakte Vereinsleben, das unsere Gemeinschaft auszeichnet und dessen Qualität nicht zuletzt am vergangenen Sonntag hier bei der Einstufung der ostbelgischen Musikvereine mehr als deutlich zum Vorschein kam.
Und nicht zuletzt denke ich an die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen der Deutschsprachigen Gemeinschaft und den ostbelgischen Gemeinden. Ich glaube im Namen meiner acht Amtskollegen im Gebiet deutscher Sprache zu sprechen wenn ich behaupte, dass 2005 mit der Übertragung der Gemeindeaufsicht von der Wallonischen Region an die DG eine neue Zeitrechnung im Zusammenspiel zwischen beiden Körperschaften begann.
Denn die ohnehin schon gute Zusammenarbeit gewann seit der Übertragung noch an Intensität und dies gereicht allen Beteiligten und Betroffenen zum Vorteil: der Gemeinschaft, den Gemeinden und nicht zuletzt den Bürgerinnen und Bürgern – obschon Letztere sich dessen nicht unbedingt immer bewusst sind.
Es wäre in meinen Augen jedoch grundlegend falsch, den Wert der Autonomie einzig auf die Errungenschaften und Verwirklichungen der letzten zweieinhalb Jahrzehnte zu begrenzen. Denn die Bedeutung der DG-Autonomie reicht weit darüber hinaus. Für eine gesamte Generation von Menschen kam die schrittweise erfolgte Gleichberechtigung der Deutschsprachigen einer Art innerer Befreiung gleich.
Werte Festversammlung,
ich erwähnte es bereits: die Stadt St. Vith blickt auf eine lange Tradition als Handels- und Marktstandort zurück. Und ich bin der festen Überzeugung, dass das Kultur-, Konferenz- und Messezentrum Triangel ganz entscheidend dazu beitragen wird, dass St. Vith auch in Zukunft eine wichtige ökonomische Drehscheibe im Eifel-Ardennen-Raum sein kann.
Dieses Zentrum bietet der Kultur einen angemessenen, ihr würdigen Rahmen. Das wurde in den ersten Wochen nach der Eröffnung des Zentrums schon so manches Mal deutlich. Wenn ich mir vor Augen führe, dass Einrichtungen wie die WFG, die AWEX oder Ostbelgieninvest hier Konferenzen und Seminare abhalten, dass große Konzerne in diesem Hause Kongresse und Generalversammlungen organisieren, oder aber dass Anfragen internationaler Messeveranstalter zur Durchführung von Fachmessen vorliegen, dann bin ich mir sicher, dass die Strahlkraft dieses Zentrums weit über die Grenzen unserer Gemeinde und unserer Gemeinschaft hinaus reichen wird.
Diese Infrastruktur kann und wird in den kommenden Jahren und Jahrzehnten als Kultur-, als Konferenz- und als Messezentrum eine prägende Rolle bei der wirtschaftlichen Positionierung und Entwicklung der Eifel einnehmen. Vor diesem Hintergrund danke ich hier und heute nochmals all jenen, die die Schaffung dieser Infrastruktur möglich gemacht und ihr Entstehen eng begleitet haben und wünsche Ihnen einige angenehme Stunden in unserem, in Ihrem Kultur-, Konferenz- und Messezentrum Triangel.
Ihnen, werte Festgäste, danke ich für Ihre Aufmerksamkeit.
Christian Krings,
Bürgermeister der Stadtgemeinde St.Vith