Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin Marlis Sieburg,
liebe Marlis,
Sehr geehrter Herr Kulturattaché,
Sehr geehrter Herr Landrat Werner Stump,
Sehr geehrter Herr Stadtpräsident Janusz Marsallek,
lieber Janusz,
sehr geehrte Frau Stadtsekretärin Helga Oly,
Liebe Kerpener und St. Vither Freunde unserer Partnerschaft,
Liebe Gäste aus Teius und Oswiecim.
Im Namen des Stadtrates und der Bevölkerung der Stadtgemeinde St. Vith heiße ich Sie alle zum offiziellen Festakt anlässlich des 25 jährigen Bestehens der Partnerschaft Kerpen- St. Vith, herzlich willkommen.
Dabei müssen wir ganz ehrlich zugeben, dass diese Partnerschaft mittlerweile bereits 26 Jahre besteht und wir diese Feier nur deshalb um ein Jahr verschoben haben, um sie in unserem neuen Kultur- Konferenz- und Messezentrum Triangel ausrichten zu können.
Heute abend bietet sich uns die Gelegenheit dieses Festjubiläum gemeinsam mit weiteren Freunden zu feiern, und zwar einer Delegation aus unserer Partnerstadt Teius in Rumänien angeführt von Florin Tricu (adjoint du maire) und der Delegation aus Oswiecim unter Führung von Stadtpräsident Januzs Marsallek die wiederum eine Partnerschaft mit Kerpen pflegen.
Es ehrt uns sehr, dass sie alle uns heute abend die Ehre erweisen, um mit den Mitgliedern der verschiedenen Vereine, die gemeinsam verschiedene Programmpunkte vorbereitet haben, sowie unserer Bevölkerung, einen Abend unter Freunden zu verbringen.
Wir befinden uns hier auf historischen Boden am ehemaligen Bahnhof von St. Vith, denn die Ursprünge dieser Partnerschaft reichen zurück, bis in jene Epoche der Zeitgeschichte, als die Eisenbahn die Welt eroberte und damit auch 1879 nach St. Vith kam. Mitarbeiter der deutschen Eisenbahn aus dem Ortsteil Möderath gehörten zu den Pionieren, die damals mit der Eisenbahn hier in St. Vith ihre Zelte aufschlugen und erste Kontakte mit den Familien Even und Lehnen, pflegten.
Schaut man zurück auf die „Kindheit“ der Städtepartner Kerpen und St. Vith, so waren es ursprünglich Vereine, nämlich der Männergesangverein „Apollo“ Mödrath und der „Kgl. Sängerbund von 1867“ aus St. Vith, deren wechselseitige Besuche den Boden für diese Partnerschaft bereiteten.
Zu Beginn der achtziger Jahre besann man sich in beiden Städten auf die gemeinsame Vergangenheit und entschloss sich im Zuge der Welle von zahlreichen Partnerschaftsverträgen zwischen den Städten Europas zur Gründung einer offiziellen Städtepartnerschaft Kerpen - St. Vith.
An der Wiege dieser Partnerschaft, die mit der Urkundenunterzeichnung im Sommer 1983 besiegelt wurde, standen damals auf Kerpener Seite Bürgermeister Werner Stump, H.J. Algrim und Dieter Vollman, auf Sankt Vither Seite Bürgermeister Wilhelm Pip, Schöffe Lorenz Paasch und Mathieu Ledieu.
Es war ein mutiger Schritt, der dazu führte, dass in der Zwischenzeit viele weitere Vereinskontakte beiderseits der Grenze folgten, so auf Ebene der Karnevalsvereine, des Schwimm- und Schachklubs, der Radsportler und seit dem letzten Jahr auch der freiwilligen Feuerwehren. Ganz in diesem Sinne bilden am heutigen Festtag in St. Vith die grenzüberschreitenden Kontakte auf Vereinsebene das Herzstück der Veranstaltungen.
Sowohl in Kerpen als auch in St. Vith hat sich das gesellschaftliche Leben in den vergangenen Jahrzehnten wesentlich verändert. Hatten bei der Gründung der Partnerschaft in den 80 Ziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, Werte wie Solidarität und Engagement für ein aktives Vereinswesen einen hohen Stellenwert, so kümmern sich heutzutage viele Zeitgenossen eher um die eigenen Interessen als um das Allgemeinwohl.
Deshalb sind wir umso dankbarer und erfreut, dass diese Partnerschaft viele Menschen aus Kerpen und St. Vith im Zuge vieler ehrenamtlichen Aktivitäten dazu bewegt hat sich zu begegnen, sei es bei Jugendlagern, beim Karneval, bei gegenseitigen Besuchen von Märkten und Ausstellungen.
So hat sich im Laufe der Jahre eine Freundschaft entfalten können, die immer mehr Menschen aus unseren Partnerstätten in ihren Bann gezogen hat und auf die wir stolz und glücklich sein dürfen.
Wesentlichen Anteil am guten Gelingen dieser Verbindung haben auf Kerpener Seite der langjährige ehemalige Partnerschaftsbeauftragte Dr. Heinz Brunkhorst und seit einem Jahr sein Nachfolger Friedrich Löhr, sowie auf St. Vither Seite unserer Städtepartnerschaftsbeauftragter Mathi Ledieu. Sie haben in der Vergangenheit keine Mühen gescheut, um dieser Partnerschaft immer wieder neue Impulse zu verleihen, für diese Leistung verdienen sie unsere uneingeschränkte Anerkennung.
Meine Damen und Herren,
tausende Städtepartnerschaften bilden heute das Rückgrad der Europäischen Union, die mittlerweile auf 27 Staaten angewachsen ist. Ein EU, die sich gerne als Europa der Regionen bezeichnet! Aber Hand aufs Herz, hätte diese EU den gleichen Stellenwert für ihre Bürgerinnen und Bürger ohne die Arbeit der vielen Menschen, die in Partnerschaften grenzüberschreitend Kontakte miteinander pflegen und damit Tag für Tag ganz pragmatisch den europäischen Gedanken für die Menschen fassbar machen?
Diese Arbeit ist mindestens so wichtig wie die von EU Kommission, Ministerrat und Parlament, die mit zahlreichen Direktiven mittlerweile sehr direkt in das tägliche Leben der EU Bürgerinnen und Bürger eingreifen und dabei nicht immer auf ungeteilte Zustimmung stoßen.
So gilt es heutzutage die Möglichkeiten die das vereinigte Europa uns bietet für sinnvolle Projekte zu nutzen die gemeinsame Aktionen mit den Menschen und Vereinigungen im positiven Sinne fördern. So soll z.b. im kommenden Jahr ein Jugendlager mit Kindern aus den 4 hier anwesenden Partnerstädten in Kerpen stattfinden.
Die Gelegenheit dieses Silberhochzeit unserer Partnerschaft haben wir genutzt, um in Zusammenarbeit mit unseren Freunden aus Teius und Oswiecim einen Antrag auf Fördermittel bei den zuständigen Instanzen der EU einzureichen, der auch genehmigt wurde. Herzlichen Dank an unsere Schöffin Christine Baumann und unsere Stadtverwaltung, die keinen Mühen gescheut haben diese Bürokratie zu bewältigen.
Fünfundzwanzig Jahre Partnerschaft Kerpen - St. Vith sind nicht nur ein Grund zum Feiern, sondern auch eine gute Gelegenheit all den Menschen zu danken die diese Partnerschaft während einem viertel Jahrhundert begleitet und getragen haben.
So danke ich besonders den Begründern dieser Partnerschaft, sozusagen den Männern der ersten Stunde, namentlich auf Kerpener Seite: Herrn Landrat Werner Stump, Dieter Vollmann und H.J. Algrim, auf St. Vither Seite: Ehrenbürgermeister Wilhelm Pip, Lorenz Paasch, Mathi Ledieu und Jean- Pierre Rose damals Stadtsekretär. Ihr habt euch mittlerweile seit 25 Jahren intensiv um die Partnerschaft bemüht und in schwierigen Zeiten nicht locker gelassen, das verdient unsere uneingeschränkte Anerkennung!
Mathi Ledieu und Friedrich Löhr sind als Städtebeauftragte unserer Partnerstädte heute die Motoren dieser Partnerschaft und sie erfüllen diese Aufgabe in guter Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung der beiden Städte. Sie setzen dabei auf Herz und Verstand und beziehen immer neue Menschen in die Partnerschaft mit ein. Euch beiden und allen die diese Partnerschaft in irgend einer Form unterstützen gebührt bei dieser Feierstunde unser besonderer Dank und ich darf Sie bitten, meine Damen und Herren, dies mit Ihrem Applaus zu bekräftigen.
Danke von ganzem Herzen auch meiner lieben Kollegin Marlis Sieburg, die oft in St. Vith war und sich sehr um die Partnerschaft bemüht hat, danke an alle, die sowohl von Kerpener und St. Vither Seite immer wieder Schritte aufeinander zugetan haben, um diese Partnerschaft mit Leben zu erfüllen. Mit ihrem Engagement haben sie einen wesentlichen Beitrag ganz im Geiste des Europagedankens geleistet und zu einem besseren Verständnis der Menschen von Kerpen und St. Vith beigetragen.
In einem Zitat von Anton Bruckner heißt es: „Wer hohe Türme bauen will, muss lange am Fundament verweilen“ in diesem Sinne wünsche ich unserer Partnerschaft eine lange und interessante Zukunft, allen heute an diesem Festtag noch ein frohes Beisammensein und dabei gute und anregende Gespräche.
Christian Krings,
Bürgermeister der Stadtgemeinde St. Vith