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08.02.10, 08:45

Musher und Huskies waren in ihrem Element

von: Daniel Theissen

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Von Gerd Hennen

Am Wochenende war der Tommberg in Rodt erneut das Ziel der Schlittenhundeliebhaber. Das Snow-Hook-Team organisierte zum 23. Mal die Landesmeisterschaften für Schlittenhunde. 35 Gespanne gingen an den Start. Trotz des nasskalten Tauwetters meldeten die Verantwortlichen ideale Bedingungen.

Blaue Augen, herrlich gepflegtes Fell, Aufmerksamkeit und Gehorsamkeit, der Husky gilt für viele Hundeliebhaber als Inbegriff der Eleganz schlechthin. Als schnellster unter den reinrassigen Schlittenhunden braucht der Husky natürlich viel Auslauf und Beschäftigung, so dass Besitzer neben der nötigen Zeit auch die Bereitschaft mitbringen müssen, sich mit ihrem Hund in der »freien Natur« intensiv zu beschäftigen. Der Husky ist nicht nur der beliebteste reinrassige Rennhund, sondern auch häufig als Familienhund in unseren Breitengraden anzutreffen.

Wegen seines starken Jagdinstinktes ist es nicht ganz einfach, das ausgeprägte Laufbedürfnis zu befriedigen, so dass der Musher auf konsequente Erziehung bedacht sein muss.

Kälte bevorzugt

Nach einigen Jahren schneefreien Laufens mit so genannten Karts konnten die Musher in diesem Jahr endlich wieder auf die traditionellen Kufenschlitten zurückgreifen. »Der Schlitten ist das beste und auch ursprünglichste Fortbewegungsmittel mit Hundeantrieb. Die Bedingungen hier in Rodt sind in diesem Jahr trotz Tauwetters geradezu ideal, was vor allem dem steten Einsatz der Streckenwarte zu verdanken ist, die während Tagen die Piste präpariert haben«, erklärte der Rennleiter nach dem Briefing der Musher am Samstagvormittag.

Die Hunde jedenfalls waren sichtlich in ihrem Element, lieben sie doch knackige Temperaturen um den Gefrierpunkt. »Den Hunden macht das Laufen durch die Wälder, Wiesen und Felder zwar stets Freude, doch hohe Temperaturen um 10 °C hemmen die Laufbereitschaft der Tiere erheblich. Es hätte also durchaus noch etwas kälter sein können, damit die Hunde zu ihrer absoluten Höchstform auflaufen«, meinte der anwesende Tierarzt, der mit Argusaugen auf das Wohl der Hunde achtete.

Legolas, Lingo, Kyrre, Poitsu um nur einige der bekanntesten Rassen zu nennen, legten sich am Wochenende in Rodt laut bellend und heulend in ihre Geschirre und konnten das Startkommando ihres Mushers kaum erwarten. Im ohrenbetäubenden Lärm, der über den Rodter Tommberg hallte, verstand der Laie und Hundefreund sein eigenes Wort kaum mehr.

Blindes Vertrauen

Die Tiere schienen sich gegenseitig übertreffen zu wollen, für beruhigende und mitunter ermahnende Zurufe ihres Meisters hatten sie jedenfalls kein Gehör. Kaum war das Sicherungsseil gelöst, ertönte auch schon das Startkommando der Juroren, verstummte das Gebell, und die Huskys preschten wie losgelöst davon.

Auf dem leicht abschüssigen Waldweg nach dem Start am Biermuseum, kam das Gespann dann so richtig in Fahrt, in Sichtweite bereits die erste Abzweigung. Und schon ertönte ein knappes Kommando, mit dem der Musher seine Tiere - es gingen Zwei- bis Achtspänner an den Start - in flottem Tempo nach rechts dirigierte. Bei den erfahrenen Gespannen reagieren die Leithunde prompt auf die klaren Kommandos des Mushers und ziehen so die Meute mit. Beeindruckend, wie gehorsam die erfahrenen Hunde während der »Arbeit« sind, vor allem wenn man als Außenstehender bedenkt, wie laut und ungestüm sie sich vor jedem Wettkampf benehmen.

In der Stille der Natur hört man nur das leise Zischen der Kufen auf den verschneiten Waldwegen, den schnellen Atem der Huskys und ab und zu ein Kommando oder ein Lob des Mushers. Am Ziel angekommen, zeigten sich die Tiere ziemlich außer Atem, erholten sich aber schnell wieder von ihrer Anstrengung, denn schon kurz nach dem Einlauf meldeten sie sich wieder lautstark im »Camp« zurück.

Bei den Mushern, die auf der Strecke ebenfalls viel Laufarbeit zu bewältigen haben, dauerte die Erholungsphase bei einem wärmenden Glas Glühwein sicherlich etwas länger. Neben Freizeitsportlern war in Rodt auch die Crème de la Crème der europäischen Musher-Szene anwesend. Mit Bart Smets und Patrick Vanderdonckt gingen zwei ganz Große der Musher-Familie an den Start. Ziel des Mushers ist es, die Hunde so zu führen, dass das ganze Gespann eine gut funktionierende, harmonische Einheit bildet. Die Verantwortlichen des Snow-Hook-Teams zeigten sich äußerst zufrieden über die Verlauf der diesjährigen Wettbewerbe. So nahmen erneut 35 Gespanne an den jeweiligen Rennen teil. »Das ist eine tolle Teilnehmerzahl, da die Finanz- und Wirtschaftskrise auch dem Hundesport zu schaffen macht, handelt es sich doch um ein zeitintensives und teures Hobby«, bemerkte der Rennleiter. Die Strecken über 9,5 und 13 Kilometer, die beide als so genannte Sprintstrecken ausgewiesen sind, wurden jedenfalls von allen Teilnehmern aufs Höchste gelobt. »Hier in Rodt laufen wir inmitten in der Natur, während die Topografie einfach exzellent ist. Ich kommen bereits seit Jahren und werde auch versuchen in Zukunft stets präsent zu sein«, so deutsche Hundefreunde aus dem Sauerland.

Text- und Fotoquelle : www.grenzecho.net

 

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