St.Vith online: Detailansicht

06.02.2010, 21:36

Jetzt muss aufgeräumt werden

von: Daniel Theissen

Klicken um Bild zu vergrößern


Nach den massiven Schneefällen der vergangenen Tage in diesem Rekord-Winter muss jetzt in den Gemeinden aufgeräumt werden.

Das ist naturgemäß vor allem innerstädtisch der Fall, wie etwa in St.Vith oder Malmedy, wo die Bagger, Räumfahrzeuge, Lastwagen und die Arbeiter der zuständigen Dienste damit beschäftigt sind, die riesigen Schneemassen, die ein großes Hindernis darstellen, wegzuschaffen. Geräumt werden die Straßen, die Bürgersteige, die Parkstreifen und die Plätze.

Nach den auch für ostbelgische Verhältnisse extremen Bedingungen, die seit dem vergangenen Wochenende vorherrschten, geht das öffentliche Leben hierzulande mittlerweile fast wieder seinen normalen Weg.

Schmelze

Das Grenz-Echo sprach gestern zu dieser Thematik stellvertretend mit dem Leiter des St.Vither Bauhofs, Rudi Berners. Er erläuterte, dass nach und nach die verschiedenen Stadtteile in St.Vith, sprich die Haupt- und Malmedyer Straße sowie die Nebenstraßen geräumt werden.

Der Schnee wird zum früheren Ausstellungsgelände Comisa gebracht, wo er sich türmt, in Erwartung der Schmelze, die wohl einige Zeit in Anspruch nehmen wird.

Vorrang

Diese Arbeit wird auch Anfang kommender Woche noch andauern. Bereits im Vorfeld des Begräbnisses am Dienstag war im Umfeld der St.Vither Pfarrkirche der Schnee entfernt worden. Auch ansonsten hatten die Schulen und die Kirchen Vorrang. Und für die Karnevalisten, die an diesem Wochenende die Kappensitzungen bzw. Prinzenproklamationen in Recht und Schönberg besuchen wollten, sollten ebenfalls angemessene Voraussetzungen geschaffen werden.

»Angepöbelt«

Nicht zuletzt müssen die Gullys der Kanalisationen freigemacht werden, damit das Schmelzwasser abfließen kann. »Ein Glück, dass das Tauwetter eher sacht einsetzt«, gibt sich Rudi Berners eher optimistisch mit Blick auf die befürchteten Überflutungen.

Der Leiter des St.Vither Bauhofs kam noch einmal auf das zurückliegende Schneechaos zu sprechen, das alle Kräfte der Räum- und Streudienste mobilisiert habe. Er bedauert in diesem Zusammenhang, dass die Arbeiter, die eine Woche lang nachts oft weniger als vier Stunden Schlaf gehabt hätten, von Bürgern »angepöbelt« worden seien. Die Ansprüche unserer Gesellschaft würden immer höher geschraubt, sagte er. Im Gegenzug wisse man den Einsatz der Dienste vielfach nicht mehr zu schätzen: »Man muss wissen, dass diesen Arbeitern zwar ihre Überstunden vergütet werden, sie aber kein Anrecht auf Sonderprämien haben.«

Zur lautgewordenen Kritik aus der Bevölkerung über »Mängel beim Winterdienst« stellte Rudi Berners klar: »Bei einem solchen Schneechaos kann man nicht gleichzeitig überall zur Stelle sein. Angesichts der außergewöhnlichen Zustände, wie wir sie erlebt haben, mussten zwangsläufig Prioritäten gesetzt werden bei der Bewältigung der Schneemassen.« Gerade in der Stadt, wo sich der Schnee seitlich der Fahrbahnen anhäufe, gestalte sich der Winterdienst sehr schwierig.

Unser Gesprächsparnter hat auch die Erfahrung gemacht, dass so mancher Verkehrsteilnehmer im Winter nicht nur ungeduldig, sondern auch unvernünftig ist. So habe man zweimal einem Gefahrguttransport an Gefällstrecken aus einer brenzligen Situation helfen müssen.(hs)

Quelle : www.grenzecho.net