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29.04.2010, 09:52

Klinik St. Josef steht vor dritter großer Bauphase

veröffentlicht von: Daniel Theissen

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Von Arno Colaris

Zwei Jahre nach der Eröffnung des neuen Bettenhauses steht die Klinik St. Josef in St.Vith vor einer weiteren großen Bauphase. Sie betrifft die Erweiterung der psychiatrischen Abteilung und die Renovierung des Altbaus.

Das mit der Planung beauftragte Architekturbüro AAU aus Brüssel hat seine Arbeit abgeschlossen. Zurzeit läuft die Genehmigungsprozedur. Baubeginn dürfte im Frühjahr 2011 sein.

Psychiatrie

Die psychiatrische Abteilung, die seit 1993 in einem Anbau hinter dem Altbau der Klinik untergebracht ist, wird an beiden Enden ausgebaut. Von den insgesamt 30 Betten der Psychiatrie sind deren acht seit Jahren in einem Container untergebracht. Dieser wird durch die Erweiterung hinfällig. Zudem wird ein Teil der alten Zimmer renoviert bzw. behindertengerecht gestaltet.

Auf der Rückseite wird eine bauliche Verbindung zwischen der psychiatrischen Abteilung, dem Haupthaus und dem Ordenshaus hergestellt, dessen ersten Etage teilweise bereits durch die Psychiatrie genutzt wird, jedoch nur über eine Außentreppe erreichbar ist. Im vorderen Anbau der Psychiatrie werden vier Doppelzimmer eingerichtet.

Zudem werden zwei Zimmer in der Nähe des zentral gelegenen Pflegestützpunktes mit rollstuhlgerechten Bädern ausgestattet und der Pflegestützpunkt selbst vergrößert, da in der Psychiatrie inzwischen deutlich mehr Personal beschäftigt ist, als in den Anfangsjahren. Im hinteren Anbau werden derweil Büros und ein Versammlungsraum eingerichtet. Um Platz für den vorderen Ausbau der Psychiatrie zu schaffen, wird jener Flügel, in dem früher das Altenheim und die Leichenhalle untergebracht waren, abgerissen. »Diese Bauphase wird logistische Probleme mit sich bringen«, erklären Klinik-Direktorin Ingrid Mertes und der Ärztliche Direktor Dr. Gerd Müller, »da die Verbindung mit dem Altbau abgeschnitten und der Transport von Verbrauchsgütern in diesem Bereich auf Grund der Baustelle vorübergehend erschwert sein wird.« Aus diesem Grund werden die Patienten der Psychiatrie ihre Mahlzeiten in der Bauphase im Erdgeschoss des Bettenhauses einnehmen müssen.

Tagesklinik

Die Renovierung des Altbaus wird unterdessen in zwei Phasen erfolgen. Hier wird Raum geschaffen für die chirurgische (Niveau +1) und die internistische Tagesklinik (Niveau + 2), die an ihrem jetzigen Standort im technischen Neubau aus dem Jahre 2003 über Platzmangel verfügen. »Ein immer größerer Teil der medizinischen Eingriffe wird in der Tagesklinik vorgenommen«, wissen Ingrid Mertes und Dr. Gerd Müller zu berichten. Zudem birgt die räumliche Annäherung dieser Dienste an das Bettenhaus den Vorteil, dass die Hospitalisierung, die Poliklinik und die Tagesklinik der chirurgischen und internistischen Abteilung nach Abschluss der Ausbau- und Renovierungsarbeiten auf jeweils einer Ebene angesiedelt sein werden. Der Eingang beider Tageskliniken wird unterdessen nach dieser vorerst letzten Modernisierungsphase der Klinik neben der Kapelle zu finden sein.

Reha-Klinik

Das Niveau + 3 des Altbaus wird nach seiner Renovierung unterdessen der 2008 in Betrieb genommenen Reha-Abteilung der Klinik zugute kommen, die bereits jetzt über Platzmangel klagt. Benötigt werden vor allem Bewegungsräume für die Patienten. Diese werden im Westflügel des Altbaus angesiedelt, wo früher die Wochenstation und zurzeit die Intensivstation untergebracht war bzw. ist. Letztere wird unterdessen im Zuge dieser neuen Anordnung der medizinischen Abteilungen des Krankenhauses eine definitive Bleibe am Standort der jetzigen Tagesklinik finden. Der östliche Flügel des Altbaus (Niveau + 3) könnte unterdessen für eine Palliativpflegestation genutzt werden, doch steckt dieses Vorhaben erst in der Überlegungsphase, zumal die Klinik noch nicht über die entsprechenden Betten verfügt bzw. diese bei den Gesundheitsbehörden beantragt werden müssten.

Konzeptuell würde eine Nachbarschaft von Reha-Abteilung und Palliativpflegestation aus Sicht der Entscheidungsträger des St.Vither Krankenhauses jedoch auf jeden Fall Sinn machen.

 

Umbau erfolgt in mehreren Etappen

Nutznießerin der dritten großen Bauphase, die seit der Jahrtausendwende in der Klinik St. Josef in Angriff genommen wird, ist auch die Klinikverwaltung, die im Laufe der vergangenen Jahre bereits mehrfach umziehen musste. Sowohl die Administration als auch die medizinische Verwaltung und die Buchhaltung werden nach dessen Renovierung eine definitive Bleibe im Obergeschoss des Altbaus finden.

Dortselbst wird ferner ein größerer Versammlungsraum (für etwa 40 Personen) und eine kleine Küche eingerichtet. Das frühere Gebäude des Seniorentreffs wird abgerissen und schafft Platz für einen separaten Parkplatz.

Ab Frühjahr 2011

Für die erste Umbauphase (Abriss eines Teils des Altbaus und Erweiterung der Psychiatrie), die im Frühjahr 2011 in Angriff genommen wird, ist eine Bauzeit von 18 Monaten veranschlagt. Parallel erfolgt die Renovierung der drei westlichen Etagen des Altbaus. »Die Tagesklinik muss umziehen, bevor die folgende Bauphase starten kann, damit die Intensivstation ihrerseits im technischen Neubau angesiedelt werden kann«, so Klinik-Direktorin Ingrid Mertes. In einer letzten Bauphase soll der Haupteingang der Klinik mit einem Dach versehen werden.

Finanzierung

Die Finanzierung dieser umfassenden Baumaßnahmen, die mit insgesamt rund zehn Millionen Euro zu Buche schlagen werden, ist gesichert. Die Kosten des Ausbaus der Psychiatrie (inklusive Anbindung an das Haupthaus und das Ordenshaus) werden auf 1,4 Millionen Euro geschätzt, die Renovierung des Altbaus auf 6,4 Millionen Euro. Hinzu kommen die Kosten für den Ausbau der Tagesklinik im renovierten Altbau, den Abriss des Altbaus, die Außenanlagen und den Eingangsbereich.

Einen Großteil der Kosten stemmt die Klinik mit Eigenmitteln. Die Deutschsprachige Gemeinschaft übernimmt 10 Prozent der Kosten für den überwiegenden Teil der Neubauten, sprich 266 000 Euro. Die DG ist für Neubaumaßnahmen, nicht jedoch für Renovierungsarbeiten im Krankenhauswesen zuständig. Der Föderalstaat steuert wiederum 2,4 Millionen Euro bei. Es handelt sich um die restlichen 90 Prozent der Summe, die im Baukalender des föderalen Gesundheitsministers für St.Vith eingetragen wurde. Für die Umbauten stellt der Föderalstaat noch weitere Mittel zur Verfügung.(arco)

Quelle : htpt://www.grenzecho.net

 

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