Meine sehr geehrten Damen und Herren.
Ich freue mich sehr Sie im Namen der Stadtgemeinde St.Vith heute Abend zum diesjährigen Neujahrsempfang begrüßen zu dürfen. Ich danke Ihnen, dass Sie unserer Einladung gefolgt sind, um mit uns auf das neue Jahr anzustoßen.
Seien Sie uns herzlich willkommen!
Ganz besonders freue ich mich über die Anwesenheit von unseren Ehrengästen, so begrüßen wir zum ersten Mal Herrn Minister Harald Mollers als Vertreter der Regierung der DG, sowie die Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen Dienste mit denen die Gemeinde Tag für Tag auf vielen Ebenen zusammenarbeitet. Und stellvertretend für alle diese Persönlichkeiten begrüße ich namentlich die neue Direktorin des Verkehrsamtes der Ostkantone, Frau Sandra De Taeye.
Ich begrüße sehr herzlich, unsere Ehrenbürger: Namentlich Wilhelm Pip Ehrenbürgermeister, Jean Pierre Rose Ehrenstadtsekretär und H.J. Michels, Ehrenschöffe der Stadtgemeinde St. Vith. Herzlich willkommen heiße ich ebenfalls die Vertreter der Medien, sowie der verschiedenen Verwaltungsräte und Kommissionen die heute hier anwesend sind.
Liebe Gäste, gerne nutze ich den Beginn des neuen Jahres, um Ihnen und Ihren Angehörigen auch im Namen unserer Stadtsekretärin Frau Helga Oly, des Gemeindekollegiums und des Präsidenten des ÖSHZ für 2010 alles Gute, Glück, Gesundheit und viel Erfolg zu wünschen.
Neujahrsempfänge sind zur Tradition geworden , sie sind aber auch dazu da, um miteinander ins Gespräch zu kommen, über das, was uns und die Gemeinde bewegt, aber auch um neue Aufgaben und Herausforderungen für die Zukunft anzupeilen.
In diesen Tagen der Jahreswende 2009 - 2010, im Jahre 2 nach der größten Finanzkrise seit dem Zweiten Weltkrieg schauen viele Menschen mit gemischten Gefühlen in die Zukunft. Die immer tiefer gehende Spaltung der Weltgesellschaft und ihrer Völker in Arm und Reich, in wenige Gewinner und viele Verlierer, wird neben dem Klimawandel und dem instabilen Finanzsystem zum zentralen Thema der Weltpolitik.
Gut drei Jahrzehnte haben die überwiegend wirtschaftsliberalen Regierungen der Wohlstandsländer die globale Ausdehnung des Kapitalismus vorangetrieben. Unternehmen und deren Eigentümer wurden immer mehr von staatlichen Auflagen und Steuern befreit, im Gegenzug stiegen die Steuerlasten für Arbeitnehmer und die soziale Absicherung wurde zurückgefahren.
Der ungeschriebene Gesellschaftsvertrag der westlichen Marktgesellschaften nach dem Zweiten Weltkrieg, wonach der wirtschaftliche Erfolg „allen zugute kommen" sollte, wurde Schritt für Schritt gekündigt. Die neue Ära des globalen Wachstums erzeugt die selben Ungleichgewichte und Ungleichheiten, die während der industriellen Revolution den Aufstieg von Nationalismus, Faschismus und Kommunismus nährten.
Schlimmer noch: Heute werden Milliarden Menschen z.B. bei der Nutzung von Saatgut, bewusst abhängig von Monopolisten gemacht und damit wird das Ernährungsproblem der Menschheit verschärft. Die Regierenden der Weltmächte machen dieses Spiel mit oder reagieren viel zu spät.
Diese Verwerfungen in den globalen Entwicklungen verletzen das Gerechtigkeitsgefühl der Menschen zutiefst. Sie verstehen nicht warum die Verantwortlichen der EU- und Landespolitik z.B. die Mittel zur Rettung der Bankimperien bereitstellten, nun aber kläglich scheitern, wenn es darum geht der Geldwirtschaft einen klaren gesetzlichen Rahmen zu setzen und den Banken eine Haftung für die Qualität ihres Angebotes abzuverlangen.
Sie haben scheinbar immer noch nicht verstanden, dass die Definierung von Spielregeln in einer Zivilgesellschaft zum Kerngeschäft der Regierenden gehört und es nicht genügt sich in den Medien als Spektakel zu inszenieren und damit dem Wahlvolk Aktivismus zu demonstrieren.
Das alles hat natürlich unmittelbare Auswirkungen auf die Gemeinschafts- und Kommunalpolitik, denn die fehlenden Mittel werden wie üblich bei den untergeordneten Körperschaften und beim Bürger eingespart. So können wir nur hoffen, das unser erfolgreicher Einsatz der vergangenen Jahre dadurch nicht allzu sehr zurückgeworfen wird, und wir unsere Gemeinde weiterhin auf Erfolgskurs halten können.
Zum Abschluss des vergangenen Jahres wurden die ostbelgischen Gemeinden von der Presse gebeten ihre Halbzeitbilanz vorzustellen. Wir haben in der ersten Hälfte dieser Legislaturperiode versucht uns den Herausforderung der Zeit zu stellen. Wir feierten 25 Jahre Partnerschaft Kerpen - St. Vith, das Fest der DG im Triangel und haben natürlich zwischendurch auch gearbeitet.
Zu einem Meilenstein für die positive Entwicklung unserer Gemeinde wurde am 16 September 2009 die Eröffnung des regionalen Kultur- Konferenz- und Messezentrum „Triangel".
Mit 7,9 Mio €, wurde dieses Projekt in unserer Stadt mit vertretbaren finanziellen Mitteln verwirklicht, und damit wurde die Rolle von St.Vith als Zentrum des Südens der DG wesentlich gestärkt. Im Verbund mit dem angegliederten Dienstleistungszentrum der DG sind am ehemaligen St. Vither Bahnhof, rund 65 Jahre nach seiner totalen Zerstörung, fast 90 hochwertige Arbeitsplätze angesiedelt worden.
Darüber hinaus haben die Kulturanbieter im St. Vither Land und die betroffenen Vereine endlich angepasste Bedingungen für ihre Proben und Veranstaltungen in einem zweckdienlichen und multifunktionellen Gebäude. Deshalb gilt heute mein besonderer Dank dem Präsidenten der AGR, Herrn Lorenz Paasch und dem Verwaltungsrat, die hier mit dem Direktor Joseph Schröder und dem Personal ausgezeichnete Arbeit beim Aufbau und Start des Zentrums geleistet haben. In den kommenden Jahren gilt es nun auf diesen positiven Weg weiter zu arbeiten und das Triangel mit Leben zu füllen.
Somit schreitet die Neuerschließung des ehemaligen Bahnhofgeländes zügig voran. Die neue Straße „Zur Burg" ist fertiggestellt, demnächst folgt die Kerpener Straße. Zwei. private Unternehmen haben ihre Bauanträge für neue Immobilien, die Geschäfts- und Wohnraum anbieten eingereicht, sodass hier im Frühjahr die Arbeiten beginnen könnten.
Die Erweiterung der Industriezone II am Steinerberg, um weitere 40 ha ist angelaufen und sie wird vor allem hiesigen Unternehmen eine Ausdehnung ermöglichen.
In der Stadtgemeinde St. Vith werden nicht nur Projekte für die Stadt, sondern auch in den 27 anderen Ortschaften verwirklicht. So wurde das globale Konzept der Wasserverteilung in der Gemeinde weiterhin zügig vorangetrieben, sodass heute etwa 80% der Einwohner unserer Gemeinde mit dem hochwertigen Trinkwasser aus dem Rodter Venn versorgt werden können.
Kommunale Straßenbauprojekte wurden in Hünningen, Neidingen und Breitfeld fertiggestellt. In Recht wurde der Schieferstollen für den Tourismus eröffnet und die Parzellierung Batzborn erschlossen.
Im Schulbereich wurde die Schule in Hinderhausen renoviert, der Anbau für das ZAWM in Sankt Vith und die Erweiterung der Schule Schönberg verwirklicht. Die Renovierungsarbeiten am Dach der Schule St. Vith werden im Frühjahr fertiggestellt. Dort wird auch demnächst eine Photovoltaikanlage installiert.
Dem Energiebereich wurde viel Aufmerksamkeit gewidmet indem die Gemeinde die Anschaffung von Sonnenkollektoren, Photovoltaikanlagen und Wärmeisolierungsmaßnahmen in Privathäusern, finanziell unterstützt. Für alle gemeindeeigenen Gebäude haben wir Energieaudits erstellen lassen und die Bezuschussung durch die Wallonische Region und die DG abgesichert. So kann noch in diesem Jahr das Energienahwärmenetz mit Hackschnitzelheizung im SFZ, im Verbund mit Rathaus, Schulen der DG und der Gemeinde starten.
Das Projekt Windpark Emmels entwickelt sich gut. Die Baugenehmigung für 4 Windräder wurde bereits erteilt und für die fünfte Anlage hoffen wir die Prozedur in den kommenden Monaten positiv abschließen zu können.
Die Arbeiten zur Neugestaltung des Kinderspielplatzes in der Rodter Straße sollen im Frühjahr fertiggestellt werden. Dieser soll eine echte Attraktion werden, mit einer Anziehungskraft weit über die Grenzen der Stadt hinaus.
In dieser Woche wurde uns die Zuschusszusage für das Projekt Erneuerung des sogenannten „Alten Viehmarktes" aus Namür erteilt. Damit können wir nun die Ausschreibung starten und hoffen die Arbeiten im August dieses Jahres beginnen zu können. Das Viertel in der Malmedyer Straße wird dadurch eine weitere Steigerung seiner Attraktivität erfahren.
Als Zentrumsgemeinde stehen wir in der Verantwortung in all den genannten Bereichen zu investieren. Es ist unsere Aufgabe das Dienstleistungszentrum Sankt Vith, mit über 2000 Arbeitsplätzen in Schulen, Klinik, Altenheim, Verwaltungen und vielen kleinen Betrieben für die Zukunft fit zu machen, indem wir gute Rahmenbedingungen schaffen.
Dabei dürfte der Klinik St. Vith, die im vergangenen Jahr große Hürden zu nehmen hatte, im kommenden Jahr unsere besondere Aufmerksamkeit gelten.
Es bleibt also auch im kommenden Jahr noch viel zu tun für diejenigen, die Tag für Tag in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens und den Verwaltungen ihre Pflicht tun, ohne dass jemand ihnen dafür dankend auf die Schulter klopft.
Unsere Verwaltung, Bauhof, Stadtwerke, Feuerwehr, Polizei, ÖSHZ, die Schulen werden sich auch in diesem Jahr um die vielen kleinen und größeren Dinge kümmern, die wir allzu oft als selbstverständlich ansehen, ohne die aber unser Leben schnell zu einem Albtraum würde.
Deshalb danke ich im Namen des Kollegiums von ganzem Herzen unserer Stadtsekretärin Helga Oly, allen Angestellten und Arbeitern der verschiedenen Gemeindedienste, den Verantwortlichen unserer Schulen, die sich um die Zukunft unserer Jugend kümmern, angefangen von den Lehrerinnen und Lehrern bis hin zu den Raumpflegerinnen und Schülerlotsen.
Ein herzliches Danke aber auch allen Ministerien und Diensten unserer lokalen Behörden, wie der DG, der Provinz, dem Öffentlichen Dienst der Wallonie, der Polizei, der Feuerwehr, der Forstverwaltung und der Post die uns immer sehr positiv unterstützen.
Besonders viele Menschen setzten sich auch in diesem Jahr in irgendeiner Weise ehrenamtlich in der Gemeinde ein, sei es in der ÖKLE, in den zahlreichen Vereinen, aber auch in verschiedenen Gremien und Verwaltungsräten, wie der AGR, dem SFZ, in den Pfarreien oder für den Tourismus. Ihnen allen ein herzliches Dankeschön, vor allem denjenigen, die sich in sozialen Einrichtungen einsetzen, ihr Einsatz zählt zu den wichtigsten in unserer Gesellschaft. Ein herzliches Danke auch der Presse für ihre sachliche Berichterstattung.
Danke unserem Hausmeister Roland Henkes und seinem Team, die sich heute Abend um unser leibliches Wohl kümmern. Nicht zuletzt ein herzliches Dankeschön allen Stadtratskolleginnen und Kollegen, den Mitgliedern des Sozialhilferates und besonders meinen Mitstreitern im Gemeindekollegium, Herbert Felten, Herbert Grommes, René Hoffmann und Christine Baumann. Alle Mitglieder des Rates und Kollegiums stehen mit ihrer Arbeit im Dienste der Gemeinde und jeder trägt auf seine Weise dazu bei, dass wir in St. Vith gut vorankommen. Dieses gelungene Engagement sollte alle Betroffenen mit Stolz und Zufriedenheit erfüllen und die Motivation für die kommende Arbeit sein.
Meine Damen und Herren, werte Gäste.
Demokratie sind wir alle, besonders wir, die in irgendeiner Form Verantwortung im öffentlichen Dienst und lokaler Politik tragen. Viele Menschen bei uns setzen sich ein in Vereinen, sei es für Sport, Kultur oder in Sozialorganisationen, das macht unsere Gesellschaft reicher und stärkt unseren Zusammenhalt.
Die Menschen in der Eifel sind unser größtes Kapital, sie sind innovativ und durch ihr Fachwissen und ihren Ideenreichtum gut gerüstet für die Herausforderungen der Zukunft. Unser Mittelstand und viele kleine Unternehmen haben in den vergangen Jahren Arbeitsplätze gesichert oder neu geschaffen. Dies alles ermöglicht uns mit Vertrauen und Zuversicht in die Zukunft zu blicken.
In diesen Tagen müssen wir aber auch erkennen, dass immer mehr Menschen an den Rand der Gesellschaft gedrückt werden und da geht es oft nicht nur um materielle Dinge. Wir brauchen eine neue Kultur der Achtsamkeit für einander, wo eine neue Qualität der gegenseitigen Verantwortlichkeit wächst und den Menschen dort begegnet wo die öffentliche Hand nicht hinschaut und familiäre Strukturen versagen.
In diesem Sinne bitte ich uns alle, den Menschen in diesem Jahr achtsam zu begegnen. Damit können wir einen kleinen Beitrag leisten, diese Welt, dort wo wir tätig sind, jeden Tag etwas menschlicher zu gestalten und dies unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten der Betroffenen, die wir nicht beeinflussen können.
Im Anschluss an meine Rede werden wir noch einige Personen ehren, die sich mit ihrer Arbeit für unsere Gemeinde verdient gemacht haben oder in den wohlverdienten Ruhestand gehen, danach lade ich Sie zu einem gemütlichen Beisammensein ein und wünsche Ihnen noch einmal alles Gute für 2010 und bedanke mich für Ihre geschätzte Aufmerksamkeit.
Christian Krings,
Bürgermeister der Stadtgemeinde St. Vith