Karneval in St.Vith - Treffpunkt Eifel-Ardennen

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Besonderheiten



(Karnevalsansagen 2007)

Sonntags vor Karneval wird nach alter Tradition der Karneval
angetrommelt: Verschiedene Junggesellen, in Frack und Zylinder
gekleidet, begleitet durch eine Abteilung des Musikvereins
durchziehen die Straßen der Stadt. An verschiedenen Stellen, meist
vor Gastwirtschaften, legen sie eine Pause ein und verkünden auf
humoristische, teils derbe Art und Weise das Programm der kommenden
"Drei tollen Tage".

Früher waren Art und Bedeutung des Antrommelns anders. Ein
Junggeselle schritt, auf einer Landsknechtstrommel schlagend, durch
die Straßen und rief seine Vereinskameraden zur Beratung zusammen.
Auf dieser Versammlung wurde dann beraten und beschlossen, was
Fastnacht veranstaltet werden sollte.

Am Karnevalssonntag ziehen bereits vormittags die drei
Traditions-Figuren des St. Vither Karnevals "Dän Alen, de Al on de
Peijas
" durch die Stadt. Mit spitzer Zunge wird dann so mancher
Bürger aufs Korn genommen. Wortführer ist "Den Ale", welcher durch
ein indirektes Gespräch mit der "Al", den Einwohnern der Stadt
lauthals und vor versammelter Menge ihre "Malörchen und Skandälchen"
des vergangenen Jahres verkündet.
Prügelknabe ist dabei immer wieder der arme Peijas.
Die "Al" trägt den französischen Namen "Jeanette". Wahrscheinlich
ist diese Jeanette eine Persiflage auf die Marketenderin, die in
früherer Zeit das Heer begleitete.

Während im rheinischen Karneval bei Kappensitzungen und Umzügen der
Ruf "Alaaf" oder "Helau" erklingt, ruft man in St. Vith "Fahr'm dar". Leider lässt sich nicht mehr ergründen, seit wann dieser Ausruf
in St. Vith praktiziert wird. Im Heft "Folklore Eupen - Malmedy -
St. Vith" - aus dem Jahre 1924, schreibt der damalige Vorsitzende des
JGV, Josef Hertmanni, dass derjenige, der beim Ganshauen zur Gans oder
Strohpuppe geführt wird, mit dem Kommando "Fahr'm Dar" aufgefordert
wird, ordentlich hinzulangen.
Fest steht, dass sich der Schlachtruf "Zem Vekt - Fahr'm Dar" als
Karnevalsruf seit etwa 1960 eingebürgert hat.

Am Karnevals-Dienstag, um Punkt 24 Uhr wird durch Seine Tollität,
Prinz Karneval, die Kerze ausgeblasen. Der Bürgermeister erhält vom
Prinzen den Schlüssel der Stadt zurück.

Seit dem Jahre 1923 erscheint die Karnevalszeitung "Kladderadaatsch"
Wahrscheinlich die erste und älteste Karnevalszeitung Belgiens.