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10.11.2011, 08:39

Weltgeschichte regional und kindgerecht aufgearbeitet

veröffentlicht von: Daniel Theissen

Zweites ZVS-Schülerheft für den Geschichtsunterricht erschienen
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Die weltgeschichtliche Entwicklung mit regionalen Ereignissen verknüpfen und sie kindgerecht veranschaulichen. Mit diesem ehrgeizigen Anspruch hat die pädagogische Autorengruppe des Geschichtsvereins Zwischen Venn und Schneifel (ZVS) inzwischen die zweite Ausgabe ihrer Schülerhefte für den Grundschulunterricht herausgegeben.

Das Heft Nummer zwei, das wie schon die erste Ausgabe Primarschullehrern eine große Hilfe bei der Erteilung des Geschichtsunterrichts sein dürfte, befasst sich mit Themen, die im 6. Schuljahr aufgearbeitet werden. Es ist in vier große Bereiche gegliedert: 1. Wie verändern Entdeckungen und Erfindungen die Welt um 1500? 2. Was verändern Dampfmaschinen und Fabriken? 3. Freiheit und Gleichheit - Grundlagen für ein gutes Zusammenleben? 4. Wann können Menschen in Wohlstand leben?

Hilfsmittel

»Durch Kontakte mit Kollegen haben wir festgestellt, dass sich viele Lehrer mit der Vermittlung der Unterrichtsinhalte leicht überfordert fühlen. Seit Inkrafttreten der Rahmenpläne verspüren sie einen großen Druck, Spezialisten in allen Fächern zu sein«, so Dr. Carlo Lejeune, der gemeinsam mit Klaus-Dieter Klauser und Bärbel Cremer als Autor der zweiten Schülerheftes in Erscheinung trat. Mit den Schülerheften, die selbstverständlich den Rahmenplänen angepasst wurden, könne ihnen ein Hilfsmittel zum kompetenzorientierten Unterricht zur Hand gegeben werden.

Bei der Auswahl der Themen und ihrer Aufarbeitung habe die Autorengruppe auf den Rat einer erfahrenen Geschichtsdidaktin zurückgreifen können. »Zudem haben wir unsere Arbeit durch verschiedene Experten spiegeln lassen.« Aufgelockert wird das Heft mit Illustrationen des St.Vither Grafikers Robert Maaswinkel. Zudem regen die zahlreichen Quellentexte und die beigefügten Übungsblätter zum methodischen Arbeiten an.

Im ersten Kapitel werden die Schüler zu einer Zeitreise ins 16. Jahrhundert eingeladen, als Erfindungen und Entdeckungen das Leben und Denken der Menschen veränderten. Es wird u. a. der Frage nachgegangen, wie der Mensch in der großen Zeitenwende von seinem Umfeld geprägt wurde und wie die Entdeckungen das Bild der Welt veränderten. Ein wichtiger und neuartiger Ansatz der Schülerhefte ist es, große Zusammenhänge mit Texten und Bildern auf unsere Gegend herunterzubrechen. So wird beispielsweise die industrielle Revolution am Beispiel der Eupener Tuchmacherindustrie veranschaulicht.

Thema Krieg

Im Kapitel »Freiheit und Gleichheit« wird mit zahlreichen zeitgeschichtlichen Dokumenten aus unserer Region erklärt, was Demokratie von Diktatur unterscheidet. »Der Krieg und seine Auswirkungen sind Themen, die im Geschichtsunterricht auf Primarschulebene bisher nur am Rande gestreift wurden«, weiß Al- fred Rauw, Schulleiter in Manderfeld, Rocherath-Krinkelt und Wirtzfeld, aus eigener Erfahrung. Im zweiten ZVS-Schülerheft werden diesem gerade in unserer Region wichtigen Themenkomplex zwölf Seiten gewidmet, ausgehend von der Frage, wie Adolf Hitler eine Diktatur errichten konnte über das Leben der Kinder in der Hitlerjugend, die Judenverfolgung bis zu den allgemeinen Auswirkungen des Krieges auf unser Grenzland.

Im letzten Kapitel wird die Frage beleuchtet, wie sich die materiellen Lebensumstände der Menschen in unserer Region im Laufe der vergangenen Jahrhunderte verändert haben.

Bis Mitte Dezember wird das zweite Schülerheft den ostbelgischen Grundschullehrerinnen und -lehrern bei mehreren Infoveranstaltungen vorgestellt, doch zeugt die sehr erfolgreich angelaufene Subskription bereits von großem Interesse. Gut die Hälfte der 1500 gedruckten Exemplaren wurden bereits durch die Schulen bzw. die Schulträger vorbestellt. »Wir führen diesen großen Zuspruch auf die guten Erfahrungen zurück, die die Lehrerinnen und Lehrer mit dem ersten Schülerheft gemacht haben«, so ZVS-Präsident Klaus-Dieter Klauser.

Unterrichtsminister Oliver Paasch sprach dem Geschichtsverein und insbesondere den Mitgliedern der Autorengruppe bei der Vorstellung des zweiten Schülerheftes seinen persönlichen Dank für ihren wertvollen Beitrag zum kompetenzorientierten Lernen in den Schulen der DG aus. »Das Heft ist von den zuständigen Diensten auf Herz und Nieren geprüft und für gut befunden worden.« Nicht nur ihm persönlich sei es sehr wichtig, dass der Regionalgeschichte, die in der klassischen Schulbuchliteratur kaum vorkommt, im Unterricht der gebührende Platz zukomme. Mit Alfred Rauw teilt er die Überzeugung, dass die Schülerhefte helfen werden, eine neue Begeisterung für das Unterrichtsfach Geschichte zu entfachen.

Heft Nummer drei ist übrigens bereits in Planung. Es wird sich an das 4. Grundschuljahr richten und dürfte voraussichtlich im kommenden Jahr erscheinen.(arco)

Quelle : www.grenzecho.net

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