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24.10.2011, 08:57

Vier Klassen verbringen Theatertag im Triangel – Angebot für Lehrer folgt im November

veröffentlicht von: Daniel Theissen

Schüler können hinter den Kulissen das Sehen lernen
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von Petra Förster

»Das Sehen lernen«: Unter diesem Motto können Kinder und Jugendliche im Rahmen des Theaterfestes einen Tag hinter den Kulissen verbringen. Bei diesem neuen theaterpädagogischen Angebot geht es weniger um die Inhalte der Stücke, sondern um das Handwerk des Theaterspielens.

Schon lange schwirrte bei der Agora die Idee herum, dem Zuschauer - besonders dem jungen - etwas in die Hand zu geben für den Theaterbesuch. Die »Zehn Gebote des Zuschauers« hat Marcel Cremer diese Idee immer genannt und die Theateraufführung als Rendezvous zwischen dem Zuschauer und dem Spieler bezeichnet. Beim 24. Internationalen Theaterfest, das noch bis zum Wochenende läuft, gibt es nun für Kinder und Jugendliche die Möglichkeit zu einem Rendezvous hinter den Kulissen.

Konzept

Dabei sollen sie sich weniger mit den Inhalten der Theaterstücke befassen, sondern vielmehr mit der Arbeit, die hinter einer Inszenierung steckt, mit dem Handwerk des Theaterspiels.

»Sie lernen die Entstehung eines Stückes kennen und erfahren, dass es nicht einfach so auf die Bühne hüpft«, erklärt Helga Schaus-Kohnen, leitende Theaterpädagogin beim Agora-Theater. Zusammen mit Susanne Schrader hat sie das Konzept des Theatertages für Schüler erarbeitet, für die Leitung der Workshops steht ein siebenköpfiges Team zur Verfügung. Für Schüler gibt es zudem ein Leporello, in dem die wichtigsten »Gebote« in verständlicher Weise zusammengefasst sind.

Vier Klassen haben sich in diesem Jahr angemeldet. Ihr Theatertag dauert wie ein normaler Schultag von 8.50 bis 15.20 Uhr und ist jeweils an ein bestimmtes Stück gebunden, das die Klasse dann auch gemeinsam anschaut. Für die Schüler des zweiten und dritten Jahres der Gemeindeschule Emmels war dies am Dienstag dieser Woche z.B. das Schattentheater »Königs Weltreise«, das auch zur Eröffnung des Theaterfestes gezeigt wurde (wir berichteten).

Vor dem Rendezvous vor der Bühne haben die Schüler allerdings eine ganze Reihe anderer Rendezvous, die sie hinter die Kulissen der Produktion blicken lassen. Sinn und Zweck ist es natürlich, die jungen Zuschauer erfahren zu lassen, wie viel Vorbereitung hinter jedem Bühnenstück steckt und so ganz automatisch zu einem gegenseitigen respektvollen Verhältnis zu kommen.

Bevor es zum Kontakt mit den professionellen Schauspielern kommt, lassen die Theaterpädagogen die Kinder und Jugendlichen ihre eigenen Erfahrungen mit kleinen Szenen machen. Sie lernen so beide Seiten, die auf der Bühne und die vor der Bühne, kennen. Wie bereitet der Schauspieler sich vor, was macht der Zuschauer, wenn er seinen Platz im Publikum einnimmt? Der eine muss seine Stimme aufwärmen, damit er auf der Bühne gut zu verstehen ist, der andere sein Handy ausschalten und die Ohren spitzen. Bei einem Rundgang durch das Triangel lernen die Schüler auch die Berufe im Umfeld der Bühne gehen: den Maskenbildner, den Requisiteur, außerdem gibt es Bühnenbauer, Grafiker usw.

Im Dunkeln

Theater ist nicht gleich Theater, auch das wird den Kindern schnell klar. Während der Spieler, der einen Monolog vor sich hat, vielleicht mit Lampenfieber zu kämpfen hat, ist es bei Puppenspielern eher die Angst, dass die Technik versagen könnte. Beim Schattenspiel »Königs Weltreise« hatten die Jungen und Mädchen sogar die Gelegenheit, während einer kurzen Probenszene hinter der Bühne zu stehen und zu sehen, wie viel Stress die harmonischen Bilder auf der Leinwand den beiden Spielern hinter der Bühne im Dunkeln verursachen.

Jeder Theatertag ist anders, weil jedes Stück anders ist und auch die Teilnehmer ihre Ideen mitbringen.

Ab November bietet Agora zusätzlich monatliche offene Gesprächsrunden an, die sich vor allem an Lehrer richten, die mit ihren Schülern das Sehen lernen möchten.

Quelle : www.grenzecho.net