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22.09.2011, 10:27

Fast 4000 Schüler pflanzen ihre eigene Zukunft

veröffentlicht von: Daniel Theissen

Aktion vom Natagora/BNVS zum Internationalen Jahr der Wälder

von Petra Förster

2011 ist das Internationale Jahr der Wälder. Natagora/BNVS pflanzt deshalb mit den jungen Einwohnern der Deutschsprachigen Gemeinschaft (DG) Bäume - einen für jeden Einwohner der DG. Mit dieser Pflanzaktion möchte die Naturschutzorganisation aktiv zum Erhalt der Artenvielfalt und der Entwicklung der Wälder beitragen.

Fast 4000 Schüler aus 50 Schulen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft und angrenzenden französischsprachigen Gemeinden werden am Mittwoch, 9. November, im Rahmen der großen Pflanzaktion im Einsatz sein. 76 000 Bäume sollen an diesem Tag auf über 30 verschiedenen Flächen zwischen Kelmis und Ouren gepflanzt werden. Berücksichtigt man die zahlreichen erwachsenen Helfer, die an diesem Tag die Schüler unterstützen, so wird jeder Einzelne 15 Bäume pflanzen. »Das müsste zu schaffen sein«, meinen die Verantwortlichen von Natagora/BNVS. Erwin Wiesemes und Elisabeth Udelhoven-Fell hatten die Idee zu dieser Initiative von einem internationalen Waldpädagogik-Treffen aus Finnland mitgebracht.

Partner

Als sie potenziellen Partnern in Ostbelgien ihr Anliegen vorbrachten, rannten sie eigentlich allerorts offene Türen ein. So sind jetzt die Deutschsprachige Gemeinschaft, die Wallonische Region (Forstverwaltung sowie Plan Maya), das Kompetenzzentrum Holz, der Naturpark Hohes Venn-Eifel und die neun deutschsprachigen Gemeinden »mit an Bord«. Der Naturpark Hohes Venn-Eifel war es dann, der die französischsprachigen Nachbargemeinden mit ins Boot geholt hat. 3400 Schüler aus der Deutschsprachigen Gemeinschaft haben sich bisher für den 9. November angemeldet, 600 weitere aus dem französischsprachigen Landesteil kommen hinzu. »Das wird logistisch ein riesiger Aufwand«, ist Erwin Wiesemes, der als Förster eine Art Bindeglied zwischen der Naturschutzvereinigung und der Forstverwaltung einnimmt, bewusst. Glücklicherweise haben sich bereits zahlreiche Erwachsene gemeldet, die die Aktion unterstützen werden. So werden Mitglieder von Oxfam Trailwalk, von Ardoc und der Tagesstätte Garnstock am 9. November mit dabei sein. Aber auch Eltern, Großeltern, ... sind gefragt (siehe Artikel anbei). BNVS - die Abkürzung steht für Belgische Natur- und Vogelschutzgebiete - das sind doch nun eigentlich die, die sich für offene Flächen einsetzen, damit die Artenvielfalt sich bestmöglichst entfalten kann. Und jetzt wollen sie auf einmal mit 76 000 Bäumen alles zupflanzen? Ein achtminütiger Filmbeitrag erklärt den Schülern - und auf Wunsch natürlich auch Erwachsenen - den Sinn und Zweck dieser Pflanzaktion. »Das ist überhaupt kein Widerspruch zu der Arbeit auf den BNVS-Flächen«, erklärt Sven Plattes, Präsident. Vielmehr sei diese Aktion als Ergänzung zu sehen. »Wir gestalten am 9. November gemeinsam mit der Forstverwaltung vor allem Waldränder so, dass dort wieder mehr Vielfalt möglich ist«, so Plattes. Ein artenreicher Wald ist in mehreren Stufen aufgebaut. Ein Feld geht zuerst in einen Krautstreifen mit vielen Blüten über. Dann folgen Sträucher und kleinere Bäume. Teilweise werden die Kinder die Bäume somit unter einen bestehenden »Schirm« pflanzen, d.h. beispielsweise Buchen unter bestehende Fichtenwälder. Damit alles an der richtigen Stelle wächst, sind die Pflanzen mit einem Ampelsystem gekennzeichnet. Förster werden im Vorfeld der Aktion die Standorte genau bestimmen.

Einheimische Arten

Ausgewählt wurden für die Pflanzaktion übrigens 37 einheimische Sträucher und Bäume, die entsprechend des Plan Maya auch dazu dienen, den Lebensraum der Bienen zu verbessern. Einige Beispiele: Rotbuche, Traubeneiche, Eingriffliger, Weißdorn, Schwarzerle, Bergulme, Himbeere, Gemeiner Apfel, Schlehdorn oder Ohrweide.

Quelle : www.grenzecho.net

 



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Foto : Grenz-Echo