Präsentation der Stadtgemeinde St.Vith
Arbeitsgemeinschaft vernetzter Kinderseiten
Kinderferientreff der Stadt St.Vith
von Lothar Klinges
Das Wort Gottes braucht heutzutage unterschiedliche Zugänge und Formen der Vermittlung, sagt Ostbelgiens Religionsinspektor Ferdi Mülle: »Biblische Erzählfiguren nach dem Konzept von Doris Egli können die Freude an der Botschaft neu vermitteln.«
Um dieses auch Schülern zu ermöglichen, wurde jetzt in St.Vith im Rahmen einer fünftägigen Fortbildung für Religionslehrer(innen) der Umgang mit »Egli-Figuren« geübt. Dabei konnten die 25 Teilnehmer(innen) die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Figuren erlernen und erleben. Während der Gestaltungsphase wurden ausgewählte biblische Geschichten mit Hilfe der Figuren inszeniert, wodurch ein ganzheitliches Wahrnehmen mit den verschiedenen Sinnen verbunden war.
Neue Methoden
Seit zwanzig Jahren erlebt der Religionsunterricht in der Deutschsprachigen Gemeinschaft einen richtungsweisenden Aufbruch, der sich in den letzten Jahren noch weiter verdichtet hat, freut sich Ferdi Müller (Eupen), seit Oktober 2008 Inspektor für den katholischen Religionsunterricht im Primar-, Sekundar- und Hochschulwesen in der DG. Begonnen hat diese »Bewegung« unter seinem Vorgänger, dem Ameler Pfarrer Willy Margraff, und Kaplan Karl-Heinz Calles, dem Leiter des Eupener Hauses »Samaria« (kirchliche Erwachsenenbildung), deren Verdienst es ist, eine Vielfalt von Zugängen zu Glaube, Kirche und Bibel eröffnet zu haben. Dabei denkt Ferdi Müller an den mehrjährigen Glaubenskurs »Messa'je«, an die Bibelkreise in vielen Pfarrverbänden, an die symbolische Bibelkatechese und an die Bibliolog-Kurse. Erst kürzlich wurden 19 Pädagogen zu zertifizierten Bibliologen ausgebildet. Damit zählt die Deutschsprachige Gemeinschaft mit über 50 Bibliologen die größte Dichte an ausgebildeten Bibliologen im gesamten deutschen Sprachraum.
Ferdi Müller hat festgestellt, dass seit einigen Jahren »ein frischer Wind durch den Religionsunterricht und die Pfarren weht.« Dieses »Flämmchen« möchte er mit seinen Angeboten für Religionslehrer(innen) nicht nur aufrechterhalten, sondern weiter ausbauen. Diese Fortbildungstage sind keine Konkurrenz zu den bestehenden Angeboten, sondern eine »wertvolle Ergänzung«, wobei die Religionsinspektion, die Pfarren und der Arbeitskreis »Kirchliche Erwachsenenbildung« in eine Synergie treten, die der Glaubensvertiefung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen insgesamt zugutekommt.
Nunmehr gingen zwei Kurse für Religionslehrpersonen zu Ende, die im kommenden Jahr sogar eine Vertiefung erfahren werden, um die Arbeit mit Egli-Figuren sowohl im Regelunterricht als auch im Förderbereich und in der Jugendarbeit bestmöglichst einsetzen zu können. »Damit möchten wir den Glaubensweg der Religionspädagogischen Praxis (RPP) ergänzen, da der Einsatz von Egli-Figuren großen Wert auf menschliche Haltungen legt, die man mit Worten so nicht ausdrücken kann«, erklärt der 45-jährige Vater von vier Kindern.
Der unermüdliche Religionsinspektor, der erst kürzlich - um dem drohenden Mangel an Lehrkräften entgegenzuwirken - eine dreijährige Zusatzausbildung zum Erhalt der Befähigung als Religionslehrer in der Sekundarschule ins Leben gerufen hat, freut sich, dass sich »Egli-Figuren« vorzüglich auch in der Förderpädagogik, aber auch in der Erwachsenenkatechese und im Gottesdienst einsetzen lassen. Dabei unterstreicht er den konfessionsübergreifenden »vereinenden Charakter« der Arbeit mit diesen »lebendigen« Figuren im katholischen, protestantischen und orthodoxen Religionsunterricht.
Für Ferdi Müller ist es dabei wichtig, gerade auch Religionslehrern, die bereits seit längerer Zeit im Unterricht stehen, einen »Motivationsschub« zu geben, indem ihnen neue Methoden zur Hand gegeben werden. Für Neueinsteiger gebe es viele Angebote, doch sollten gerade Lehrer/innen, die schon länger im Dienst stehen, nicht vergessen werden.
Quelle : www.grenzecho.net