Rodt

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Schulgeschichte von RODT

Der Unterricht und die Erziehung der Jugend waren bis ins 19. Jh hinein fast ausschließlich in den Händen der Kirche. Wo die Geistlichen in den Dörfern waren, begnügten sie sich nicht allein mit der Christenlehre in der Kirche, sondern leiteten auch die Schule.

D.h., wo die Schule auf dem Land erscheint, war sie vom Bischof gefordert und meist von den Geistlichen gehalten; so war es auch hier in Rodt. Die ersten Lehrer hierselbst waren die Vikare. So wurde auch schon in den kleineren Dörfern, außer dem Religionsunterricht in der Kirche, von den Geistlichen in ihrem Hause auf Verlangen Unterricht erteilt. Das geschah auch in Rodt.

Wenn kein Geistlicher im Orte war, wurde ein Mann, der im Singen, Lesen, Schreiben und Rechnen etwas erfahren war, gegen eine ganz geringe Vergütung an Geld oder Naturfrüchten und gegen freien Wandertisch angestellt. Der Unterricht wurde nur im Winter gehalten und im Sommer meist ganz ausgesetzt, weil die Kinder dann durch Viehhüten und Feldarbeit ganz in Anspruch genommen waren.

So braucht man sich nicht zu wundern, dass vor etwa 170 Jahren kaum die Hälfte der Leute ihren Namen schreiben und notdürftig lesen und rechnen konnten.

Meist wurde nur Lesen, Schreiben, Gesang und religiöse Unterweisung erteilt. So ist es belegt, dass ab dem Jahre 1730 in Rodt ein Vikar, genannt Frühmessner (priminarius), mit Namen Adrianus, regelmäßig sonntags Gottesdienst hielt.

Vorher (die Rodter Kapelle wurde 1717 zum ersten Mal erwähnt) hatte schon der Pfarrer von St. Vith seinen Schulmeister mitgebracht. Dieser Kaplan Marspelt erhielt als solcher 3 Thaler. Belegt ist auch, dass sich doch drei Männer aus unserm Dorfe ( wahrscheinlich aus den Häusern Schwahlen, Marting und Mertes) im dreißiger und vierziger Jahre des 18. Jh. dem Priesterstande gewidmet haben. Diese besuchten allerdings in St. Vith die Pfarrschule und sind wahrscheinlich mehr durch ihren Vikar zum Studium angeleitet worden. Im Hause Schwahlen wurde auch schon von den geistlichen Herrn Unterricht erteilt. So war auch Leonard Schwahlen der erste schreibenskundig Gefundene, dessen Name 1726 unterzeichnet gefunden wurde. Gerade die Häuser, in welchen Bewohner mit etwas Schulbildung waren, sind die bemitteltsten geworden.

1794 marschierten die französischen Revolutionsheere bei uns ein und die schulischen Verhältnisse änderten sich grundlegend. Die Schulen wurden zu Staatsschulen. Es steht fest, dass seit 1809 ein vollständig geordneter Schuldienst eingeführt war. Es gab regelmäßige Winterschule, aber unregelmäßigen Unterricht zur Sommerzeit. Nur die Kinder von 6, 7 und 8 Jahren wurden regelmäßig geschickt.

Anekdote : 1809 - 1811 war hier ein Vikar namens Richartz. Derselbe soll ein großer starker Mann gewesen sein und ein leidenschaftlicher Jäger. Wenn er missmutig von der Jagd zurückkam, prügelte er vor den Augen seiner Schüler seinen Schulmeister durch, nämlich seinen eigenen Bruder, der ihn in seiner Abwesenheit vertrat.

Von einem geregelten Schulwesen hier kann erst die Rede sein, wo wir unter die Preußen gekommen sind (ab 1815). Aber selbst unter preußischer Herrschaft wurde anfangs dem Schulwesen nicht die nötige und wünschenswerte Aufmerksamkeit geschenkt. Es lag dies vielfach an den hiesigen Verhältnissen. Denn, bevor 1825 der Schulzwang (Kabinettsordre v. 14. Mai 1825) eingeführt wurde, hielten die Eltern ihre Kinder im Sommer lieber zu Hause, um sie zum Viehhüten oder auch anderen Arbeiten mit zu verwenden. Außerdem war aber auch der Charakter der Bewohner mehr vom französischen Wesen beeinflusst und das leichtsinnige Leben war mehr vorherrschend als ein geordnetes und geregeltes Wesen. Sogar die königlich-preußische Regierung musste dieses anerkennen. Deshalb hat sie auch bei ihrem Schulzwang für den Sommer bei einigen Kindern unter besonderen Umständen Dispens vom vormittägigen Schulbesuch eintreten lassen. Nur dürftige Eltern (anfangs 15 Mark Klassensteuer, dann 12 und um 1875 herum bis 6 Mark) sollen ein, und auch nur ein einziges Kind im Sommer frei haben. Diese Regierungsmaßregeln stoßen beim Volk auf Widerspruch, denn es gab massenhaft Dispensgesuche, auch von Seiten höherer Klassensteuer ! 1830 durfte ein Kind in der Familie eigenes Vieh hüten. Das war hart für manche arme , kinderreiche Familie, denn die nicht zu Hause gebrauchten Kinder wurden bis dahin bei anderen Familien, die keinen kleinen Hirten mehr hatten, als Viehhirt verdingt. So verdienten sie außer der Kost neue Kleider und derbe Schuhe für den Winter und brachten zudem Allerheiligen noch ein paar Thaler mit nach Hause. Selbst den Lehrern muss diese strenge preußische Ordnung und Gebundenheit nicht behagt haben.

Von 1821 - 1826 war der Vikar Reuter in Rodt. Und er wollte sich anfangs nicht streng an die Sommerschule binden. Aus seinem Vertrag von 1821 mit der löblichen Gemeinde Rodt, Pfarre St. Vith, Bürgermeisterei Crombach, geht folgendes hervor :
1. Er bezieht das Vikarshaus, nach vorheriger Ausbesserung. Dieses liegt neben Kapelle und Sakristei auf dem sogenannten Ri(e)sengarten. Hier befand sich auch der äußerst „verfehlte", weil feuchte, Kirchhof (1807 errichtet).
2. Derselbe Vikar wird die Schule zum Unterricht und Heil der Jugend nach Vorschrift der betreffenden Obern halten, und zwar im Wintersemester ununterbrochen und im Sommer einige Stunden des Tages zur bequemsten Zeit für die schulpflichtigen Kinder, ohne sich jedoch streng an die Sommerschule zu binden.
3. Die löbliche Gemeinde Rodt verpflichtet sich, dem Ehrwürden Reuter für sein jährliches Salar den herkömmlichen Lohn zu zahlen :
I) Dreizehn Malder Früchte, St. Vither Maaß mit sechs Malder Roggen und sieben Malder Hafer in Natura.
II) Fünf Malder zwei Sester Erdäpfel, gelesen.
III) Vierundachtzig Pfund Butter in guter Qualität, nach und nach eingeliefert,
IV) wie ebenfalls pro Haus ein Dutzend Eier. Und von denjenigen Häusern, welche Schafe halten, wird jedes zwei Mutterschafe füttern und von den übrigen, die keine Schafe haben, wird jedes zwei Franken 24 Centimes zur Entschädigung zahlen.
V) Verrichtet die Gemeinde dem Herrn Vicarius bei etwaigem Ackerbau alle Pferdearbeit unentgeltlich.
VI) Bezieht derselbe für Schulhonorar hundert Franken, wenn das Dorf Hinderhausen zum Schulorte Rodt bleibt; wenn nicht, so erhält derselbe für die Schule 50 Franken. In jedem Falle wird die eine Hälfte im Budget (der löbl. Gemeinde) beigenommen und die andere von den Eltern der schulpflichtigen Kinder bezahlt nach den Klassen des Vermögens.
VII) Jedes Haus liefert eine Fuhre Brand ans Haus. Und die Einwohner bestellen fürs erste Jahr den Garten und überlassen ihn dem Herrn Vicarius zum beliebigen Gebrauch und Genuss.

Den ganzen Lohn, auf 500 Franken in Geld gerechnet, werden zwei Männer aus der Mitte der Einwohner eintreiben und die Masse überwachen. Sie sind auch für die gute Qualität verantwortlich.
Schließlich verspricht die Gemeinde dem Herrn Vicarius ein neues Wohnhaus zu erbauen.
Dieser Vertrag wurde in duplo unterzeichnet vom Pastor von St. Vith, von Vikar Reuter, von 13 schreibens erfahrenen Rodter Männern und für die Richtigkeit von Herrn Bürgermeister J.P. Maraite (geb. 1785, Bgm. seit 1812) am 23. Januar 1821.

Zitat aus der Chronik von Laumans : „Das nannte man sich einen Geistlichen dingen! Schöne Zustände das!"

Bis ungefähr 1835 wurde der Vikar zugleich als Schulvikar einberufen. Vorher leitete ein Laie als Aspirant auf ganz kurze Zeit ab und zu „zwischen 2 Vikaren" die Schule.

Anekdote : Hatte Rodt 1821 den Vikar Reuter aus Espeler weggeholt, so rächte sich 1835 Espeler, indem es Rodt seinen Vikar wegnahm. So soll sich die Schadensfreude beim Abholen der Hausmobilien desselben in einem lustigen Peitschenschlag der Fuhrleute Luft gemacht haben !

1825 wurde das neue Vikariegebäude erbaut, bzw die vorhandenen Räume zufriedenstellend umgebaut. Durch den Schulzwang veranlasste Ermittlungen ergaben, dass die vorhandenen Schulräume nicht nur teilweise schlecht, sondern auch zu klein waren. Hier wurde also ein neuer Schulsaal eingerichtet.

Malmédy, den 10. März 1824 schreibt der Königliche Landrat von Negri :

Das Vikariats- u. Schulgebäude zu Rodt Bürgermeisterei Crombach ist seit längerem in einem so desolaten und reparaturbedürftigen Zustand, dass der dortige Vikar dasselbe ohne eminente Gefahr nicht länger bewohnen kann und schon jetzt Anstalten zu dessen anderweiten Unterbringung getroffen werden mussten.
Schon im Jahre 1822 brachte der Bürgermeister Maraite diesen Gegenstand bei mir zur Sprache und bat mich den Communal-Baumeister Ulrich zu einem Plan und Kostenanschlag zum Neubau zu beauftragen. Bevor ich hierzu schritt, forderte ich den Bürgermeister zu einer Erklärung auf über die vorhandenen Baufonds so wie überhaupt über die Art, wie die Gemeinde Rodt den Bau auszuführen gedächte. Derselbe gab mir hierauf zu erkennen, dass vorläufig nur eine Summe von 1220 Francs disponibel seyen und dass die Gemeinde die sonstigen Kosten wohl durch extraordinaire Verteilung aufbringen müsste, wobei man jedoch auf eine Unterstützung seitens der Renten Kasse hoffe..... und die Dorfgemeinschaft Rodt viel zu arm sei, um diese Anlage und die gesamtheitlichen Kosten zu tragen....
Gleichzeitig übersandte mir der Bürgermeister das Budget, in dem der Herr Generalvikar Schuster die Verwendung der obengedachten 1220 frs oder 320 rl ... zum Bau des Vikariatshauses vorläufig genehmigt hatte.
Nachdem ich mich nun der Dringlichkeit des Neubaus sowohl in Bezug auf die Wohnung des Vikars als auch auf des Bedürfnis für die Schule hinlänglich überzeugt hattte, ersuchte ich den Communal Baumeister Ulrich, sich an Ort und Stelle zu begeben und .... Plan und Kostenaufstellung über den Neubau vorzulegen. Auch müsste er auf die sehr beschränkten Mittel der Einwohner von Rodt achten, um eine einfache, nützliche und wenig kostspielige Construction zu rechtfertigen. Herr Ulrich übersandte mir hierauf den anliegenden Plan und Kostenanschlag , wonach die Ausführung des Baus auf eine Summe von 1332 rl zu stehen kam.
Der Gemeindrath von Crombach, dem diese Abmachung vorgelegt wurde, erklärte jedoch ......er könne auf diesen Plan nicht eingehen, indem derselbe für die Dorfgemeinde viel zu kostspielig und dessen Ausführung bei der Armuth der Eingesessenen nur unnützlich seien, müsste daher um Anfertigung eines neuen, minder kostspieligen Planes bitten und halte es für zweckmäßig eine Einsammlung des Zehnten der Feldfrüchte und Veräußerung letzterer zu beschließen...
Ich veranlasste hierauf den Ulrich, den Antrag des Gemeinde Rathes möglichst zu berücksichtigen und den Plan nach den Bedürfnissen zu modifizieren....
Der Communalbaumeister fertigte hierauf den ferner anliegenden Plan und Kostenanschlag, worauf ......die Kosten nur noch auf 1091 rl zu stehen kamen.
....wollte der Bürgermeister und Gemeinderath auch auf den neuen modifizierten Plan nicht eingehen und brachten vielmehr nun eine von einem Maurer aus St. Vith gefertigte Zeichnung vor, auf der sie das Vikariatshaus gebaut haben wollten, worauf aber auf gar keinen Fall berücksichtigt werden konnte, und weil dieser Plan gegen alle Regeln der Architektur aufgestellt war und nach Ulrich nicht minder kostspielig geworden wäre. Ich trug nicht desto weniger die abermaligen Wünsche des Gemeinderaths dem Ulrich vor...und erhielt von demselben den Bericht, dass den Anträgen der Gemeinde Rodt für ein unförmiges und geschmackloses Gebäude kein Gehör gegeben werden kann.
Nachdem ich nun dem Bürgermeister Maraite den letzten Bericht des Ulrich zur weiteren Mitteilung an den Gemeinderat mit dem Auftrag endlich nun die Erlaubnis über die Ausführung des beanstandeten Baues zu geben und diese Angelegenheit nicht durch unzeitige Anwendungen in die Länge zu ziehen, erhielt ich Antwort ... wodurch der Gemeinderat endlich den zweiten Plan u. Kostenanschlag des Ulrich annimmt, zur Ausführung desselben um Autorisation bittet, gleichzeitig aber auch für eine Unterstützung aus der Rentenkasse, insofern der Bau ohne einen Zuschuss nicht zustande kommen könnte.
Mit der hilfsbedürftigen Lage der Einwohner aus Rodt nur allzu sehr vertraut, nehme ich keinen Anstand, das letzte Gesuch ebenso gehorsamst als anständigst einzusehen und bitte aber auch gleichzeitig ehrerbietigst, dass er gefälligst sein möge, die Genehmigung zur Ausführung des Baus deswegen nicht aufzuschieben und somit die Autorisation zur Vergabe der Arbeiten bald ausschreiben zu wollen, da die Notwendigkeit des Neubaus unbezweifelt da steht ...
Auch hoffe ich, dass bis zu einer öffentlichen Vergabe die Anschlagssumme von 1091 rl noch auf 1000 rl und möglich noch weniger herunter kommen werde, so dass nach Abzug der disponiblen 320 rl nur noch 680 rl verbleiben, welche die Gemeinde durch Verteilung auf die Steuer in zwei Jahren aufzubringen im Stande sein dürfte, wenn sie dabei durch einen angemessenen Zuschuss der Renten Kasse unterstützt würde.
Sollte jedoch die Gemeinde sich darauf keine Hoffnung machen können, so zweifle ich, ob bei ihrer großen Armut nicht 3 ganze Jahre zur Herbeischaffung der Fonds erforderlich sein dürften.

Antwort vom 1. Mai 1824 und vom 25ten April von der Kgl Regierung aus Aachen :

Unter Rückgabe sämtlicher Ihrer Berichte vom 10. März die Erbauung eines neuen Vikariats und Schulhauses zu Rodt betreffend, erwidern wir Ihnen, dass nach vorgenommener Prüfung, auch der unter jenen Beilagen befindlichen, von dem Communal Baumeister Ulrich dieses Baues wegen entworfenen 2. Planes noch zu umfangreich befunden worden ist.. Wenn auch angenommen wird, dass dem Vikar ein Stall erforderlich ist und er das Vieh nirgends anders unterbringen kann, so möchte auch die Frage entstehen, ob die Einrichtung des Schulzimmers für 80 Kinder wirklich notwendig wird, und ob die Gemeinde so groß ist, dass diese Zahl schulpflichtige Kinder immer vorhanden ist. Dem Vikar soll nach diesem Plan ferner eine Sommerstube, ein großes Besuchszimmer, eine Studierstube und zwei Kammern erhalten. Dies möchte in seiner Stallung wohl zuviel sein und dürfte demselben in 2 Stuben und einer Kammer hinreichend Platz finden. Sodann würde auch die Küche von dem Flur durch eine Wand zu trennen sein ..... auch die Treppe eine andere Lage erhalten müßte. Die Erleuchtung kann durch ein Fensterlicht über der Haustür bewirkt werden.
Sie sollen indeß dieser Meynung wegen ferner zulässigen Beschränkung des Baues unter Zuziehung des Communal Baumeisters Ulrich in nähere Erwägung nehmen und besonders erörtern, ob das Schulzimmer nach der Anzahl der schulpflichtigen Kinder für zu groß zu erachten ist. Jetzt indeß auf 80 Schüler wirklich zu rechnen, so erscheint das Schulzimmer, welches einen Flächen Raum von 442 Quadrat Fuß erhalten soll (ca 40 m2) nicht nur nicht zu groß, sondern eher zu klein, denn auch selbst bey Landschulen ein Raum von 5 Quadrat Fuß auf ein Kind (ca ½ m2) auf ein Kind für zu beschränkt gehalten werden dürfte mir die Erfahrung hinlänglich gelernt haben.
In diesem Falle nun, dass nach dem Vorbemerkten der Schulstuben-Raum nicht für zu groß errechnet wird und es alsdann auch nicht zulässig ist, ein Gebäude von geringerem Umfang hinzustellen, wollen wir den 2. Plan des Ulrich genehmigen bey dessen Ausführung jedoch alsdann nur die übrigen vorweggemachten Bemerkungen möglichst zu berücksichtigen sind. Sie haben alsdann nun gleich den Verding der Arbeit zu veranlassen und das Lizentiums Protokoll uns zur Genehmigung einzureichen.
Ein Beitrag aus Staatsfonds zu diesem Bau kann unsererseits übrigens nicht freigemacht werden, indessen wollen wir nach Eigang des Lizentiums Protokolls in nähere Erwägung nehmen und zur Aushülfe führen was zu erbitten seyn müsste. Um einen solchen Antrag aber zu begründen haben Sie bey Einsendung der Verdings-Verhandlungen uns dann noch näher anzugeben, wie viel Jahre die Gemeinde nach ihren Verhältnissen zu thun haben wird um die fehlenden Fonds aufzubringen, ungleich wie viel die diesbezügliche Grund- und Klassensteuer der Gemeinde beträgt.

Brief von Landrat von Negri aus Malmédy am 3. Juni 1825 :

Planung eines neuen Schul- und Vikariatshauses zu Rodt

..... wird aus dem Detail Protokoll des Gemeinderates erfahren, dass der Schreinermeister Nicol. Keßeler den vorläufigen Zuschlag zur Summe von 790 rl also mit einem Rabatt von 210 rl den Anschlag erhalten hat. Was die in dem Protokoll vom 25. April enthaltenen Modificationen gegen den Voranschlag des Ulrich betrifft, so finde ich dieselben vernünftig und den lokalen Verhältnissen anpassend. Wann die Zuschuss Termine festgesetzt werden verfügt das Auctions Protokoll. Inzwischen muß ich bei der mir bekannten großen Armut der Dorf Gemeinde Rodt bezweifeln, dass die fehlende Summe in dem Zeitraum aufzutreiben ist. Der Baufond welcher von der Capelle zu Rodt freigegeben wird beträgt nur 1220 franc, so das alles übrige anders beigebracht werden muß.
Die Gemeinde Rodt zahlt für 1825 an Hafer Steuer 110 rl und an Grund Steuer 250. Die Einwohner von Rodt haben außer ihrem schlechten Ackerbau durchaus keine weiteren Erwerbsquellen. Auch besteht das Dorf größtenteils aus Tagelöhnern u. geringem Ackerbau.
Unter diesen Umständen darf ich Sie untertänigst bitten höheren Ortes auf das notwendigste hinweisen zu wollen dass der armen Gemeinde Rodt ein angemessener Zuschuss zu dem fragl. dringend nötigen Bau bewilligt werde, damit zu dem besten Willen der Einwohner die Sache rasch zur Ausführung kommen kann.

Schon am 19. Mai 1823 schrieb Kommunalbaumeister Ulrich aus Monjoie an den Königl. Landrath Herrn Baron v. Negri Hochwohlgeboren zu Malmedy :

Schulhaus und Caplanai zu Rodt betreff

Euer Hochwohlgeboren beehre ich mich auf diese gefälligst zugefertigte Eingabe des Bürgermeister und Schöffenrates von Crombach ganz ergebens zu berichten, dass sich zur Fortsetzung der Planung beim Bau des Schul und Caplanaigebäudes zu Rodt folgende Modificationen der von mir am 1. April aufgestellten Entwurf erbringen lassen.
1. Beschränkung des Hauswerts (?) bis auf die Einfassung der beiden Thüren, die Fensterbänke und die Stufen der Freitreppe. Die Fensterläden inwendig angebracht werden, daher es streng genommen keiner Streben und Stürze im Hausinnern in den Fensteröffnungen bedarf, indem dies mit den vorhandenen Bruchsteinen scharf gemauert und verputzt schnittig gewölbt werden können.
2. Eindeckung mit Haftpfannen statt mit Schiefer - den Verschlag mit schweren Schiefer zu decken hat mehrere Gegenargumente, dass diese nämlich nicht aufgenagelt werden, sondern durch ihre eigene Schwere halten müssen, so ist ein flaches Dach erforderlich, welches höchstens Gefälle zur Hälfte haben darf. Hierdurch würde der Speicherraum ganz unbrauchbar werden und bei starkem Schnee ein großes Gewicht auf dem Gebäude lasten.
Zeichnung einfügen !! 190/16
Wenn daher auch ein Teil der alten Schiefer zu einem Plattendach gebraucht werden könnten, so ist es doch nicht ratsam, eine ganz neue Dachzimmerung auf ein solches Dach zu errichten. Bei der Pfannenfertigung ist auch der weite Transport der Pfannen, welche von Virmenich zwei Tagewerke von Rodt geholt werden müssen, einigermaßen günstig, wenn ein Fuhrwerk geladen in die Gegend von Virmenich führe und als Rückladung die Pfannen mitbringen würde.
3. Anbringung eines einfachen Dachgesimses : dasselbe kann aus einem 12 Zoll breiten und 3 Zoll starken Bohlenstück, welches als Hohltraufe angebracht wird, bestehen. Die beiliegende Berechnung zeigt für diese Modification eine Ersparnis von 241 rl nach, wodurch die Bausumme auf 1091 rl reduziert wird, die bei einer öffentlichen Versteigerung höchst wahrscheinlich noch eine Verminderung erleidet. Sollte auch das Äußerste von der Gemeinde nicht zu erschwingen sein, so könnte ein Theil des neuen Ausbaus auf später verschoben werden. Der Plan selbst lässt sich nicht beschränken, da schon das Schulzimmer klein genug ausfällt. Wenn übrigens der Gemeinderath findet, dass den 55 Kindern zu viel Lokal zugedacht sind, so mag es zweckmäßig sein, das untere Wohnzimmer gleich mit zur Schule herauszuziehen, wodurch letztere 442 ¾ Quadrat Fuß groß wird, welches für 80 Kinder normal mäßig Platz hält zu welcher Anzahl Rodt es noch bringen wird. Ein Keller ist übrigens nicht zu entbehren und würde bei der Auslassung keine so große Öconomie des Gemeinderates darstellen. Was die Holzmiete betrifft, so ist dafür hinlänglicher Raum unter dem Spinde neben dem Kuhstall, es ist daher nicht nötig, jenes Spind zu unterdrücken.
Hinsichtlich der Lage des Schulzimmers hat der Gemeinderath Einwände. Derselbe glaubt, dass das Schulzimmer so ungünstig situiert sei, doch ich habe den Plan so berechnet, dass der Giebel, in welchem die Stalltür ist, gegen Westen (mithin zur Wetterseite) zu liegen kommen kann. Hierdurch liegt das Schulzimmer mit der Hauptfront gegen Morgen und die Hinterfront (?) des Gebäudes gegen Norden, weshalb darin so wenig Öffnungen wie möglich angebracht sind.
Weil das Gebäude frei steht, so habe ich auf allen Seiten Regentraufen anzubringen geplant ohne überflüssige Fensteröffnungen zu schaffen. Man sollte glauben, dass das den Leuten besser gefallen müsste als die von ihnen erfundene Einteilung welche in der ursprünglichen Zeichnung dargestellt war. Letztere wies ein ganz spitzes Dach auf, welches nicht anders als mit ganz kleinen Schiefer gedeckt werden konnte und das Gebäude selbst war eben so groß als das von mir gezeichnete. Der Bau nach jenen Maßen würde daher beinahe eben soviel gekostet haben als nach den meinigen.

Die Antwort darauf von Bürgermeister Maraite am 8. September ebenfalls an v. Negri :

Eure Hochwohlgeboren beehre ich mich beigehend einen von uns selbst neu aufgestellten Plan zur Erbauung des Schul- und Vikariatshauses zu Rodt ergebendst einzureichen. Bemerken dabei, dass dieser Plan auf dem hiesigen Landesbrauch eingerichtet und dem Wunsch des Schullehrers und der ganzen Gemeinde ist. Ihren Plänen des Ulrich welche anbei folgen sind ganz schön und gut, jedoch ungünstig und zu kostspielig für die hiesige Gemeinde. In diesen Plänen oder Bau ist Raum genug ohne Keller. Das Dachwerk ist glatt und wird mit schweren Schiefersteinen gedeckt, jedoch stark und wohlfeil.
Der Herr Ulrich gibt in seinem beigesendeten Erläuterungsbericht vom 19. May d. J. vor, dass mehrere Bedenklichkeiten bei einem solchen Dach vorkämen. Jedoch kann aber nichts dabei weiter bedenklich sein, als dass alles Gehölze darin stärker sein muß wie bei einem anderen. Übrigens sind in dieser Gegend beinahe lauter solcher Dächer, was überzeugt, dass diese die dauerhaftesten sind. Auf diesem Plan wird der Bau höchstens 800 rl kosten, wo aber der des Ulrich über 1000 rl zu stehen käme und da die Erbauung wegen gemütshalber der Gemeinde mit der größten Eingabe gefallen muß, so bitte ich Eure Hochwohlgeborene ganz gehorsamst dahin zu wirken, dass dieser Plan oder ein ähnlicher genehmigt werden möge, aber auch besonders, weil die Gemeinde bedürftig und dabei noch zahlwillig ist.....

 


Seit der vierziger Jahre ist der Schulbesuch in Rodt ein durchaus regelmäßiger und darum ist der Lokalinspektor selten in die Lage gekommen, mit Ernst und Strenge zum Schulbesuch anzuhalten.
Gegen 1850 wurden die Naturalien aufgehoben und das Gehalt des Vikars auf 150 Thl. fixiert.
Von 1858 - 1868 folgte Rektor Gottwald - „ein strenger Priester im pünktlichen Schulbesuch, was aber nicht gerne gesehen wurde."
Zu jener Zeit gab es neben der Frühmesse noch den nachmittägigen Gottesdienst mit Unterricht.
Als Unterrichtsfächer galten Mitte des 19. Jh. : Religionslehre, die sich in biblische Geschichte, Bibellesen, Katechismus und Kunde geistlicher Lieder gliederte, aber auch : Muttersprache, Rechnen, Naturkunde, Erdkunde, Geschichte (mit besonderer Rücksicht auf Vaterland und Heimat), Singen, Zeichnen, sowie Turnen für die Knaben und weibliche Handarbeit für die Mädchen.

Ein besonderes Schulhaus in Rodt wurde erst im Jahre 1855 erbaut.

Es ist aus Bruchsteinen in massiven Mauern errichtet. Es wurde ebenfalls wie die Kirche (1834 - da, wo noch heute [1876] die Pfarrkirche steht) in sparsamer Wirtschaftlichkeit (Oekonomie) gebaut und kostete an barem Gelde nur ca. 700 Thaler. Auch hat seine Majestät, der edle König Friedrich Wilhelm der IV dazu 530 Thlr. als Gnadengeschenk bewilligt.

Rechts von der Tür ist der Schulsaal mit 4 Fenstern, zwei in der Vorder- und zwei in der Seitenfront. Derselbe entspricht in allem den gesetzlichen Forderungen. Das Licht fällt von der linken Seite. Der Saal ist geräumig, hoch und luftig, nur die hintere Wand ist feucht, was teilweise in den Steinen seine Ursache hat. Neben dem Schulsaale ist noch ein Zimmer, welches als Wohnzimmer benutzt werden kann. Augenblicklich (1876) aber, da kein Stall vorhanden ist, lagert hier Brennmaterial. Oben ist die Lehrerwohnung und darüber ein fester Boden, zu dem aber die Treppe noch fehlt. Es fehlt am Schulhaus noch ein Stall und ein Keller.

Bevor dieses Haus erbaut wurde, war der eigentliche Schulsaal im Rektorrat (Vikariegebäude). Hier wurde ein Zimmer zum Lehrzimmer bestimmt, was für den Vikar sehr bequem war, da er ja den Schuldienst besorgte.

Ein späterer Vikar Hilgers wollte nicht die Schule halten und sein Haus allein benutzen. So wanderte der Lehrer eine Zeitlang mit seiner Lernjugend aus, um im Dorfe ein Zimmer zu benutzen, bis das erste Schulhaus bezugsfertig war.

Rektor Laumans (Verfasser der Rodter Chronik 1876) hat nur eine einzige Familie, welche eingewandert war und nur ein Jahr in Rodt verweilte, wiederholt wegen unregelmäßigem Schulbesuch vorgeladen und an den Bürgermeister zur Bestrafung gewiesen !

In den 1840er und -50er Jahren wurde der Schuldienst von einem Laien (gewöhnlich Aspiranten) versehen, nämlich von Leon. Clohse von Rodt. Als er aus dem Schuldienst austrat, kamen die Herren Büchler und Arnolds auf kurze Zeit hierhin, bis sie ins Lehrerseminar eintraten.

Der erste Lehrer, welcher die Lehrerprüfung ohne das Seminar zu besuchen, ablegte, war Peter Hück. Er war vorher Aspirant zu Neundorf, und meldete sich dann auf Wunsch der Gemeinde, nach bestandenem Examen, nach Rodt, worauf er von der königlichen Regierung zu Aachen 1860 nach Rodt ernannt wurde. Er blieb 10 Jahre und bezog zuletzt 250 Thaler/Jahr. Er war ein tüchtiger , praktischer Lehrer und besaß das Zutrauen der Gemeinde, welche ihn ungern (nach Ziegsheim, Kreis Schleiden) ziehen ließ. Neben seinem Schuldienste schreinerte er für seinen eigenen Bedarf.

Nach ihm übernahm bis April 1873 der junge Aspirant Joseph Pauels aus Eibertingen die hiesige Schule und wechselte dann nach Meyerode. Er bezog 140 Thaler, davon bezahlte die Gemeinde 100 Thaler. Jeden weiteren Zusatz gab die Regierung. Die Gemeinde hatte also ein Interesse daran, dass sie sich unfähige Aspiranten fernhielt, indem sie doch das Gleiche bezahlen muss.

Da nach Pauels die königliche Regierung dem Antrage der Gemeinde gemäß keinen geprüften Lehrer schicken konnte, ein Aspirant zur Zeit nicht zur Verfügung stand, so übernahm wieder Rektor Laumans ab 1. Mai 1873 mit Genehmigung der königl. Regierung den Schuldienst. So wurde die Jugend von Rodt zu gesitteten Menschen, zu guten Christen und braven Staatsbürgern erzogen.

Aus der früheren Zeit ist besonders hervorzuheben, dass die Disziplin manchmal in übertriebener Strenge und lächerlicher Weise gehandhabt wurde, wie das aber auch an vielen anderen Stellen der Fall war.

Ungefähr 1880 unterrichtete Lehrer Koch aus Sourbrodt in Rodt. Egidius Schmatz (* 1875) besuchte zu dieser Zeit mit 27 anderen schulpflichtigen Kindern die Volksschule in Rodt. Um diese Zeit zählte das Dorf rund 400 Einwohner, d.h. 70-75 Häuser. (s. Grenz-Echo v. 27.01.65)

Lorenz Dahm ging am 5. April 1905 zum ersten Mal zur Schule und hatte als Lehrer den deutschstämmigen Lausberg, der aber Ostern 1908 wieder nach Deutschland zurück versetzt wurde, und dem daraufhin Lehrer Dahner aus Recht folgte.

!!!!!!!!!!!!!!!Foto v. Schulklasse 1909 ist im Album von Lorenz Dahm/Hubert Dahm!!!!!!

(3) Ab dem Jahre 1856 kann man zum Werdegang der Gemeinde Crombach in den gut erhaltenen Protokollbüchern des Gemeinderates nachlesen, wie die damalige Verwaltung funktionierte; sie war einem Gemeindevorsteher übertragen, welcher gleichzeitig das Amt des Gemeinderatsvorsitzenden und des Protokollführers versah.
In der ehem. Gemeinde Crombach waren dies :
Die HH Maraite, Gemeindevorsteher 1856 - 1872
Ennen, Kommissarischer Verwalter, Bgm 1873 - 1907
Jetzen, Bgm 07.1907 - 01.1908
Dreschers, Bgm 1908 - 1913
Bongartz, Bgm 1913 - 1920 + Personalunion mit St. Vith
Von Monschaw, Bgm 1920 - 1922
1922 wurde erstmals nach belgischem Wahlrecht ein Gemeinderat eingeführt unter dem Vorsitz eines vom König ernannten Bgm. :
Die HH Wiesemes, Bgm 1922 - 1927
Hansen, Bgm 1927 - 1933
Maraite JP, Bgm 1933 - 1940
Maraite JP, Bgm 1945 - 1952
Backes J., Bgm 1953 - 1964
Schwall H., Bgm 1965 - 1971
Cremer H., Bgm 1971 - 1976

Die Gemeindeverwaltung Crombach befand sich bis 1933 im alten Rektoratsgebäude (Vikariegebäude), heute Rodt 45, Geräteschuppen Lentz Edgar. Denn der Schulbetrieb war ja 1855 in die neue Schule, heute abgerissen Rodt 55 Gebäude Bissot, um- bzw eingezogen.
1933 wurde das Gemeindebüro vom alten Rektoratsgebäude in die alte 1. Rodter Schule verlegt, wo es bis August 1965 blieb und dann zur Lehrerwohnung Rodt 136 verlegt wurde, die alsdann von den Bürgern Gemeindehaus Crombach genannt wurde (bis 1977).
Die alte 1. Schule beherbergte ab dann eine dritte Volksschulklasse und den neu eingerichteten Kindergarten.

Wussten Sie schon ...?
...dass Rodt die erste in der Gemeinde Crombach eingerichtete Verwahrschule (Kg) auf Initiative des Hernn JP Rose, damals Mitglied im Gemeinderat Crombach, einrichtete ?

Als nach der Gemeindefusion das Gemeindehaus frei wurde, weil die Verwaltung nach St. Vith zog, richtete man den Rodter Kindergarten im alten Gemeindehaus ein; somit in direkter Nähe der Primarschule.

QUELLEN :

„Chronik des Dorfes Rodt" 1876 v. Heinrich Laumans

und

(1) „Der Kreis Malmedy 1815-65" v. Leopold Kaufmann
(2) Staatsarchiv Eupen
(3) Recherchen von J.P. Rose
(4) Gemeindearchiv der Stadt St. Vith
(5) „Dorfschulmeister" 3. Teil v. A. Paquet
(6) « Die Schule stellt sich vor » v. Schwall/Spoden
(7) „Chronik Schönberg"
(8) Recherchen von Günther Klauser
(9) ZVS-Zeitschriften

 

 

 

 

ANEKDOTE :

Es war wohl Mitte der 1980er Jahre und der Kohlekeller der Schule war fast leer. Da aber in Frl. Ritas Klasse noch ein hoher Gussofen stand, um den herum kein Schüler auf 2m-Abstand sitzen konnte, weil er sonst „geschmolzen" wäre, musste plötzlich im Winter neue Kohle her. Die Gemeinde lieferte prompt an einem Mittwoch Nachmittag. Am Donnerstag Morgen trauten alle ihren Augen nicht : die Arbeiter hatten den ganzen Wagen Kohle durch ein Fenster in den Keller vom Kindergarten geschaufelt, weil dies das einzig offen stehende war !!!
Sogar der hier stehende Heizungsofen war nicht mehr zu sehen !
Ein Anruf ... und die beiden Fuhrparkarbeiter mussten wieder antreten : diesmal in den Keller - die Kohle wieder durch das kleine Fenster herausschaufeln - in die Schubkarre - zum richtigen Kellerschacht - und runter damit !
DAS WAR REINSTE SCHWARZARBEIT !


Anekdote :

Es war einmal Ende der 80er Jahre. Eine kleine Fensterscheibe (40 x 30 cm) in der unteren Klasse war seit Wochen (!!!) kaputt, längst mit einem Karton geflickt und man wartete auf den Schulhausmeister mit einer neuen Glasscheibe. Da dem nach langer und kalter Wartezeit nicht so war, „alarmierte" Lehrer Meyer einen Rodter Schreiner und gab ihm besagten Auftrag. Dieser ließ sich nicht zweimal bitten, ersetzte die Scheibe sofort und gab eine Rechnung für die Gemeinde ab.
Den darauffolgenden Mahnbrief des Herrn Bürgermeisters wird der Lehrer allerdings nicht so schnell vergessen ... !

ANEKDOTE :

Ungefähr 1990 drang ein übler Gestank durchs Treppenhaus des Kindergartens.
Die Köttel auf dem Speicher ließen schnell auf einen Marder schließen. Mit einer eilends angeschafften Marderfalle und einem Ei von Lehrers Hühnern war der ungebetene Schüler schnell gefangen. Seit diesem Zeitpunkt wussten die Schulkinder, wie angriffslustig ein Steinmarder in Gefangenschaft reagiert ...

ANEKDOTE :

1984 - Schulfest in Rodt. Nick gewann bei der abendlichen Ziehung der Nummernplakate den ersten Preis : einen ganzen Schinken. Da staunten selbst die Gäste in der unteren Klassenkneipe : Nick zog sein Taschenmesser, schnitt Scheibe für Scheibe ab, warf es den späten Gästen zu und hat wohl selbst am wenigsten abbekommen. Morgens fand das Räumungspersonal nur noch den sauberen Knochen auf dem Klassenboden !

ANEKDOTEN : s. Fotos vom Mai 1992

Wenn die Reparatur des Schuldaches zu teuer wird, und wenn die Dachschiefer dem Lehrer aufs Auto fallen ............. dann
spanne man ein großes Vogelnetz über das ganze Schuldach, damit Ruhe ist !!
Wenn die Fenster von innen zugenagelt und -geklebt sind, weil sie sonst nicht dicht sind, und wenn das Schulfest ansteht ............. dann
ruft die Putzfrau eben die Stadtwerke mit der Hebekanzel zum Fensterputzen !!

Wussten Sie schon, ...

... dass die Linde auf dem Schulhof zum 125 jährigen Bestehen Belgiens gepflanzt wurde ? Sie steht immer noch, wenn auch schief - wohl, weil so viele starke heutige Rodter Väter in jener Schulzeit daran gedrückt und gezogen haben !!
(so erzählt man sich zumindest heute noch im 1.-2.-3. Schuljahr - bitte nachfragen)


Wussten Sie schon, ...

... dass Mitte der 80er Jahre mal ein Vérificateur die Register kontrollieren kam, diese für in Ordnung befand und weiter fuhr ?
... dass dieser Vérificateur nach ½ Stunde wieder zurück kam, um zu bemängeln, dass in der Steintreppe zur Oberklasse ein Stück Stufe fehle ? Er wusste wohl nicht, dass selbst die Schulkinder schon jahrzehntelang große Sprünge machen konnten !


Wussten Sie schon, ...

... dass es beim ersten Rodter Schulhaus einen Nachbarn gab, der die Fußbälle der Schulkinder sammelte ?