Hinderhausen

Beharrlichkeit zahlte sich bei Schulrenovierung aus

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Von Gerd Hennen

Gegen den allgemeinen Trend meldet die Gemeindeschule Hinderhausen steigende Schülerzahlen. Das veranlasste die Stadt St.Vith , das marode Schulgebäude einer aufwändigen Sanierung zu unterziehen. Die Arbeiten wurden vor einigen Wochen zur Zufriedenheit aller Beteiligten abgeschlossen, so dass Schulleiter Guido Falter am Freitagnachmittag zur offiziellen Eröffnung des renovierten Schulgebäudes nach Hinderhausen einlud.

Guido Falter lobte die Weitsicht und das Engagement der politischen Entscheidungsträger. »Als Minister Paasch vor knapp zwei Jahren unsere Schule besuchte und auf Grund der maroden Bausubstanz schnelle Abhilfe versprach, habe ich eigentlich an nichts gedacht. Dass wir heute hier vor einem fertigen Projekt stehen, grenzt schon fast an ein Wunder«, so Falter.

Blick in Gründerzeit

Schon vor 120 Jahren habe die Dorfbevölkerung für die eigene Schule gekämpft. »Dabei floss viel Herzblut. Es wurde sogar ein eigenes Schulgeld erhoben. Es war doch erstaunlich für die damalige Zeit, dass die Eltern rund ein Sechstel eines durchschnittlichen Monatslohns pro Kind bezahlten, um die Schule im Dorf zu lassen.« Die Idee zur Gründung einer eigenen Dorfschule entstand im Jahre 1881. Doch das liebe Geld fehlte, so dass die Dorfgemeinschaft an die eisernen Reserven gehen musste und zur Deckung der rund 3000 Mark Ländereien veräußerte. Um einen zusätzlichen finanziellen Grundstock in Höhe von 3300 Mark zu schaffen, wurden darüber hinaus 32 Hektar Ödland verkauft. Doch auch nach diesem Finanzierungsplan ging die Planung und Durchführung
des Bauvorhabens nur schleppend voran.

Erst 1887 konnte die Schule, die seinerzeit 13395 Mark kostete, eröffnet werden. »Es war sicherlich nicht immer einfach, doch alle haben an einem Strang gezogen und für ihre Schule Einsatz bewiesen«, so Guido Falter abschließend.  Für Schulschöffe Herbert Felten und Bürgermeister Christian Krings war die Einweihung der
Gemeindeschule in Hinderhausen auch das Ergebnis einer erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen der DG, der Schulgemeinschaft und der Gemeinde. »Heute ist ein besonderer Tag in der Geschichte Hinderhausens«, bemerkte Herbert Felten.

Bürgermeister Krings freute sich in diesem Zusammenhang, gleich zwei renovierte Schulgebäude ihrer Zweckbestimmung übergeben zu dürfen. Nun verfüge Hinderhausen mit einem Kindergarten, der Primarschule, einer Pausenhalle und einem Lehrerraum über adäquate schulische Räumlichkeiten, in denen das Lehren und Lernen gleichermaßen Freude bereite, fügte Christian Krings hinzu.

Die Strapazen, die der zeitweilige Umzug in den angrenzenden Dorfsaal mit sich gebracht hätten, seien nun ein für alle Male Vergangenheit. Allerdings warnte der Bürgermeister Eltern, Lehrer und Kinder vor den neuen Herausforderungen, die eine veränderte Gesellschaft auch an die Schule stelle. »Die Schule muss sich jeden Tag aufs Neue in Frage stellen. Meine Kinder sollen es einmal besser haben, ist daher keine zutreffende Aussage mehr. Wir müssen eher darauf achten, dass unsere Kinder und Jugendlichen optimal auf den doch stets schnelllebigeren Alltag vorbereitet werden, damit auch ihnen eine hoffnungsvolle Zukunft bevorsteht. Fördern ja, aber auch fordern ist angesagt«, so Christian Krings.

47 Schüler

Auch Minister Oliver Paasch beglückwünschte alle Partner zum Gelingen des Projektes. Die DG sei für die entsprechenden Rahmenbedingungen verantwortlich, in denen der Bildungsstandard gefordert und gefördert werde. Rund die Hälfte des Gesamthaushaltes der DG flössen in das Bildungswesen. Es handele sich sicherlich um ausgezeichnete Investitionen in die Zukunft, doch seien nach wie vor auf Grund der veränderten gesellschaftlichen Lage enorme Hürden zu meistern, für die es finanziell keine Lösungsansätze gebe. Pädagogisch, organisatorisch und auch materiell müsse eine Plattform geschaffen werden, auf der es sich aufbauen lässt.

»Investitionen in Infrastruktur bedeutet gleichsam eine Aufwertung der Menschen und in diesem Fall der Schüler«, so Oliver Paasch. 80 Prozent der Gesamtkosten in Höhe von 166000 Euro gehen zu Lasten der Gemeinschaft.
Derzeit werden 47 Schüler in Hinderhausen betreut. Die Schulkinder erfreuten die anwesenden Honoratioren sowie die Vertreter der Elternschaft und des Elternrates mit Liedbeiträgen sowie einem symbolischen »Hausbauen«, bei dem die Aspekte Pflicht, Bemühung, Fröhlichkeit, Fleiß, Übung, Mut, Gottes Segen und Freude zum Tragen kamen.
Eifel / Ardennen [07.05.2007]

 

Schule stand kurz vor der Baufälligkeit

Die offizielle Eröffnung der renovierten Gemeindeschule Hinderhausen nutzte Schulschöffe Herbert Felten dazu, einen Blick in die Vergangenheit zu werfen. »Als Schöffe habe ich mich hier in Hinderhausen bei diversen Ortsbesichtigungen wahrlich nicht immer wohl gefühlt. Der Zustand der Räumlichkeiten grenzte schon fast an Baufälligkeit. Es herrschte überall ein muffiges Ambiente.  In den Böden klafften Löcher und der Putz bröckelte ab. Der Zahn der Zeit nagte an allen Ecken und Enden.«

Aus diesem Grund habe die Gemeinde vor zehn Jahren die Renovierung der Schule in Angriff genommen. Neue Fenster, neue Heizung, ein neues Dach, neuer Schulhof und eine neue Außenfassade seien realisiert worden. »Während der äußere Schein des Gebäudes durch diese Maßnahmen gewahrt wurde, sah es im Inneren nach wie vor chaotisch und marode aus«, so der Schöffe. Das Projekt zur Entkernung des Innenraums und einer Komplettsanierung wurde jedoch immer wieder zurückgestellt. »So konnte und durfte es nicht weitergehen. Nach einem Besuch von Minister Paasch haben wir gemeinsam nach einer schnellen Lösung Ausschau gehalten.«

Der Minister zeigte ein offenes Ohr für die dringlichen Belange der Gemeindeschule in Hinderhausen und sah insgesamt 166000 € im Infrastrukturplan der DG vor. Der Bauleiter des St.Vither Bauhofs, Rudi Berners, erstellte schließlich das Projekt, während Luc Pecheur das entsprechende Lastenheft zusammensetzte, so dass die Ausschreibung recht schnell und kurzfristig erfolgen konnte.Mit der Firma Gillessen und den Subunternehmen Schreinerei Hermann Leonardy und Anstreicherbetrieb Berens wurde in Rekordzeit eine schmucke Schule geschaffen. Neben diesen Arbeiten steuerte auch der Bauhof enorm viele Arbeitsstunden bei. Selbst die Elternvereinigung packte beim Um- und Einzug kräftig mit an. Dieses Gemeinschaftsprojekt besitzt wahrlich eine Vorbildfunktion, so dass der Zukunft der Dorfschule Hinderhausen sicherlich nichts mehr im Wege steht.(gh)

Quelle : www.grenzecho.net