Ein Blick in die Statistik des St.Vither Ambulanzdienstes zeigt, dass die Zahl der Einsätze im Laufe der Jahre rapide gestiegen ist. Im vergangenen Jahr verzeichnete der Krankenwagen 948 Ausfahrten. Zum Vergleich: Im Jahr 1980 waren es noch 290, sechs Jahre später, als der Ambulanzdienst sein 25-jähriges Bestehen feiern konnte, dagegen bereits 350 Einsätze gewesen. Die Einsätze des St.Vither Notarztdienstes haben sich unterdessen in den letzten Jahren bei etwa 400 pro Jahr eingependelt.
Seit 2009 unterscheidet der Gesetzgeber übrigens deutlich zwischen sogenannten primären Ambulanzfahrten (bei Notfällen) und Krankenfahrten. Die Ambulanz für Krankenfahrten untersteht in diesem Zusammenhang der Aufsicht der Deutschsprachigen Gemeinschaft, während Notfalleinsätze nach wie vor eine Angelegenheit des föderalen Gesundheitsministeriums sind.
Weniger Sanitäter
Derzeit stehen dem St.Vither Ambulanzdienst von 16 Rettungssanitätern deren nur noch zwölf für den 24-stündigen Bereitschaftsdienst zur Verfügung. Anfang der 1980er Jahre versahen bis zu 30 Feuerwehrleute den ehrenamtlichen Bereitschaftsdienst. Der Rückgang ist nach Einschätzung der Verantwortlichen auf zwei vorrangige Gründe zurückzuführen. Zum einen ist das Niveau der Aus- und Weiterbildung extrem gestiegen und entsprechend zeitintensiv (siehe auch an anderer Stelle), zum anderen geht - einem allgemeinen Trend folgend - die Bereitschaft zurück, einen Teil seiner Freizeit in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen.
Belastung
Grundsätzlich wäre der Bereitschaftsdienst mit einem Team von 16 Sanitätern zu bewältigen, so der Leiter des Ambulanzdienstes, André Servais. »Doch haben wir gerade hier in St.Vith mit dem Problem zu kämpfen, dass einige unserer Fahrer berufsbedingt tagsüber nicht zur Verfügung stehen, weil sie nicht in der näheren Umgebung beschäftigt sind. Andererseits hat auch das Verständnis der Arbeitgeber nachgelassen, ihre Mitarbeiter während der Arbeitszeit für den Ambulanz- oder Feuerwehrdienst freizustellen. »Dadurch steigt natürlich die Belastung für die Sanitäter, die häufiger verfügbar sind«, so André Servais.
Aus diesem Grund will man das Jubiläum nutzen, einen Appell an jüngere Kräfte zu richten, sich für den Ambulanzdienst zu melden - wohlwissend, dass man in St.Vith möglichst an dem System des ehrenamtlichen Bereitschaftsdienstes festhalten möchte, bei dem nur die Einsatzstunden vergütet werden.(arco)
Quelle : www.grenzecho.net