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Geschichte

Straßennamen

Hauptstrasse der Stadt St.Vith
Strasse St.Vith
Silvio Gesell

Strassen und Namen in der Stadt Sankt Vith -1818 und 1913-

Der Bildband ist eine Neuerscheinung in der Form eines gehefteten Buches von 134 Seiten ...

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Persönlichkeiten prägen St.Vither Straßennamen

eine Arbeit der Schülerinnen und Schüler der 3.A. des Maria-Goretti-Instituts von St.Vith (Schuljahr 2000/2001) - Geschichtslehrer : Franz Melchior

 

Silvio-Gesell-Straße

Silvio Gesell wurde am 17.März 1862 in St.Vith geboren. Als Gesell 13 Jahre alt war, zog die Familie zuerst nach Pont (Brücken) später nach Ligneuville (Engelsdorf). Gesell studierte Wirtschaftswissenschaften, war zudem verschiedentlich Unternehmer, Bauer und Kaufmann in Deutschland, Argentinien und in der Schweiz und zuletzt Finanzminister in der Müncher Räterepublik 1919.

Feltzstraße

geht auf Philipp Feltz zurück, wahrscheinlich ein geborener St.Vither und um das Jahr 1600 Pfarrer von Amel. Feltz hat durch seine Geistesgegenwart und Tapferkeit im Jahre 1593 die Stadt St.Vith vor einem feindlichen Überfall durch oranische Truppen bewahrt. Feltz stürzte sich mit einigen anderen Bewohnern auf die durch das Stadttor eindringenden Feinde, hieb dem ersten den Kopf ab und verwundete mehrere andere. Dies hielt die Feinde solange auf, dass das Fallgatter heruntergelassen und der Überfall vereitelt werden konnte. Feltz starb 1605.

Von Dhaem-Straße

geht auf Johannes Dhaeme zurück. Die Familie Dham, Dhame, Dhaeme oder manchmal auch D'haem geschrieben, stammte aus der Herrschaft Fels, Larochette im Herzogtum Luxemburg und wurde im 17.Jahrhundert in den Adelsstand erhoben. Der St.Vither Zweig der Familie hatte ebenfalls hohe Ämter inne, und seit 1646 war Johannes Dhaeme aus St.Vith sogar Mitherr des Hofes Amel. Im Jahre 1602 wurde die Stadt St.Vith von Ludwig von Nassau gebrandtschatzt. Die Stadt hatte ihm 32.000 Taler zu zahlen, andernfalls wurde sie in Schutt und Asche gelegt. Als Geisel wurde Johannes Dhaeme verschleppt, der gegen Zahlung der Summe nach langer Gefangenschaft freigelassen wurde.

Bernhard-Willems-Straße

Bernhard Willems wurde 1880 in Elsenborn geboren. Nach dem Abitur widmete er sich dem Studium der Philosophie in Königsberg, wo er auch die Doktorwürde erwarb. 1911 wurde Willems als königlicher Oberlehrer in Trier fest angestellt. 1920 ließ er sich aus dem preußischen Schuldienst entlassen, um eine neue Stelle als Lehrer an dem von der belgischen Verwaltung eingerichteten Athenäum in Malmedy anzutreten. Dort unterrichtete er Latein und Deutsch und arbeitete an einem deutschen Lesebuch für die neubelgischen Kreise Eupen und Malmedy mit. Auch als Heimatforscher machte er sich schnell einen Namen, nachdem er bedeutende Arbeiten über die Grenzen der Abtei Stablo und über die Herren von Limburg veröffentlicht hatte. 1948 gab er die Ostbelgische Chronik heraus. Zwei dieser Bände sind in sich abgeschlossene Werke. Er starb am 2l.0ktober 1972.

Laurian-Moris-Straße

Laurian Moris war ein St.Vither Philosoph und Dichter, der u.a. St.Vither Karnevalslieder verfaßt hat. Er wurde 1819 geboren, wurde später Professor und Doktor der Philosophie am Collège St.Cyprais in Paris. Ebenfalls war er langjähriger Direktor der französischen Operette in Moskau. Er starb 1882 in Moskau.

Hubert-Reulandt-Straße

Hubert Reulandt wurde um das Jahr 1590 als Sohn eines Hutmachers in St.Vith geboren. Er erlente u.a. in Köln und Antwerpen die Buchdruckerkunst. 1618 ließ er sich als Drucker in Luxemburg nieder, 1640 wechselte er nach Trier, wo er zum kurfürstlichen Hofdrucker aufstieg. 1661 starb er im Alter von etwa 71 Jahren.

Major-Long-Straße

Major Hughes Long war ein englischer Offzier, der den Burma-Feldzug an der Spitze des 25th. Dragoner-Regiments mitgemacht hatte und als Schwerkriegsbeschädigter nach Eurapa zurückkehrte. Er hat sich insbesondere für die Rückführung der belgischen Glocken verdient gemacht, die während des 2.Weltkriegs aus den Kirchtürmen geholt worden waren , um eingeschmolzen zu werden. 1947 kehrten die St.Vither Glocken als letzte aus den Lagern Peute und Wilhelmsburg bei Hamburg zurück. Am 10.April 1947 wurde als Dank und im Beisein des Geehrten die ehemalige Schulstraße in Major-Long-Straße umbenannt und feierlich eröffnet. 1948 wurde das 25.Dragoner Regiment aufgelöst. Seither hat sich jede Spur von Major Long verloren.

Paul-Aler-Straße

Paul Aler stammte aus einer mittelständischen Familie und wurde am 9.November 1656 in St.Vith geboren. Er starb am 2.Mai 1727 in Düren. Er studierte die Theologie in Köln und trat 1676 in die Gesellschaft Jesu ( bei den Jesuiten) ein. Er war später Lehrer am Gymnasium in Köln und veröffentlichte u.a. ein Buch über die Methode, Gedichte leicht und elegant zu komponieren. 1701 wurde er zum Doktor der Theologie an der Universität zu Trier berufen.

Heckingstraße

geht auf Dr.Anton Hecking zurück, Sohn des Arztes Heinrich Hecking. Auch Anton (geboren 1807) wurde Arzt und praktizierte in St.Vith. Er war sehr interessiert an Geschichte und veröffentlichte zahlreiche Bücher und Artikel zur Geschichte St.Viths und seines Vaterortes Schönberg. Kurz vor seinem Tod schrieb er noch ein Buch zur Eifeler Mundart. Er starb am 9.April 1892.

 

Thierry WAGNER, Schüler des Abiturjahres 2006-2007 im Maria Goretti Institut stellte uns diese Zusammenfassung zur Verfügung:
Muehlenbachstrasse in St.Vith

Schwarzer Weg

Der Bahnhof mit seinem großen Lokomotivschuppen und den vielen Gleisen beherbergte nur Dampflokomotiven. Während der Zusammenstellung der Züge versorgten die Eisenbahner die Loks mit ausreichenden Wassermengen. Im anhängenden Tender wurde die benötigte Kohle eingebunkert. Der Bahnhof hatte ein eigenes Wasserreservoir in der oberen Prümer Straße (heute MG-Parkplatz). Die Reinigung der Feuerungen gehörte mit zu dem Aufgabenbereich des Wartungspersonals. Man kann sich vorstellen, dass dabei eine Menge Kohlenasche und -schlacke anfiel. Abnehmer waren die Bauwarenbranche und der Wegebau. Der Name „Schwarzer Weg" leitet sich von der durch diese Asche schwarz gefärbten Straßenbelag ab.

Prümer Straße

Diese Straße führt von der Kreuzung „An den Linden" in östliche Richtung nach Schönberg, Manderfeld und darüber hinaus in die deutsche Eifel. Unweit des Ausgangspunktes der Straße hört man zur Rechten das helle Stimmengewirr der Schülerinnen und Schüler der Maria-Goretti-Schule. Nach dem Zweiten Weltkrieg (1950) zog die Schule in die Villa „von Monschaw" ein. Im Volksmund wurde das Haus „Eulenburg" genannt; es dient der Schule heute vorwiegend als Verwaltungsgebäude. Nachdem wir die ehemalige Eisenbahnbrücke passiert haben, erreichen wir einen Kreisverkehr. Hier mündet die Eifel-Ardennen-Straße in die Prümer Straße. Die Eifel-Ardennen-Straße wurde in den 1990er Jahren als Umgehungs- und Entlastungsstraße für die damals stark befahrene Innenstadt gebaut. Sie verläuft auf der einstigen Eisenbahnstrasse. Über diese Straße ist auch der Verbin-dungsweg zum Fabrikationsgebäude der Firma Camet zu erreichen, die sich auf dem Gelände des ehemaligen Lokomotivschuppens niedergelassen hat und Kunststoffartikel herstellt. In der unteren Prümer Straße, wo der Werrelsbach in Richtung Wiesenbach fließt, befindet sich zu unserer Linken das ehemalige Molkereigebäude, in dem heute Firmen aus dem Lebensmittelbereich tätig sind.

Wiesenbachstraße

Wir folgen der Straße, die nach Lommersweiler, Steinebrück und Prüm führt und erreichen nach ca. 2 km den kleinen Ort Wiesenbach. Wiesenbach wird oft als Wiege St. Viths bezeichnet.

Luxemburger Straße

Die Luxemburger Straße gehört zu den ältesten Straßen, die an St. Vith vorbeiführten, und hat sich im Laufe der Jahrhunderte mehrmals verlagert. Nach Prof. Dr. B. Willems war die „Reulander Straße" im Mittelalter von großer Wichtigkeit, da sie zwei Orte miteinander verband, die jeweils über eine Burg verfügten - St. Vith und Burg Reuland.
Man behauptet, dass die Römerstraße Köln - Reims unterhalb des Büchelturm vorbei in Richtung Neubrück, bzw. Thommen verlief. Die Frage, ob diese Straße die Stadt durchquerte oder westlich daran vorbei führte, ist ungeklärt.
Auf der von Österreichischen Militärs angefertigten Ferraiskarte von 1775 ist eine von Hünningen kommende Straße eingezeichnet, die westlich an St. Vith vorbeiführt und sich unweit des Büchelturms mit der Luxemburger Straße vereint. Aus der alten preußischen Katasterkarte, Flur VII des Urhandrisses aus dem Jahre 1827, ist dieser Straßenverlauf ebenfalls deutlich zu erkennen.
Außerdem weist diese Flur zwei interessante Bezeichnungen auf. Da heißt eine Flurbezeichnung unten im Tal des Entenbaches „ An der Luxemburger Vorstadt" und eine andere „An der Luxemburger Straße". Im Tal führte die Luxemburger Straße wahrscheinlich durch ein Feuchtgebiet oder Sumpfgelände. Auf der westlichen Seite der Luxemburger Straße lautet die Flurbezeichnung „Im langen Broehl". „Im Broehl" weist auf ein Feuchtigkeitsgebiet hin. In der Flur „An der Luxemburger Vorstadt" ist ein bebauter Teil eingetragen, bei dem es sich um eine Gerberei gehandelt haben könnte.
Das Verbindungsstück vom Entenbach bis zum heutigen Kreisverkehr „An den Linden" wird im alten Urhandriss als „Luxemburger Straße" bezeichnet. Im Jahre 1827, als der Urhandriss angefertigt wurde, waren an der Luxemburger Straße noch keine bebauten Flächen vorhanden. Eine Bebauung längs der Luxemburger Straße zu den befahrendsten Straßen der Stadt. Nach einer Fahrzeugerlassung vom 29. März 1996 passierten an diesem Freitag 23 000 Fahrzeuge St. Vith.

Judengasse, heute Bernhard-Willems-Straße

Wie der St. Vither Geschichtsschreiber Dr. Anton Hecking feststellte, ließen sich bereits in der Zeit vor 1370 einige jüdische Familien in der Stadt nieder. Sie waren ohne Vaterland und suchten einen handelsgünstigen Ort. In St. Vith verwehrte man ihnen aber die Niederlassung innerhalb der Stadtmauern und wies ihnen unweit des südlichen Stadttores eine Siedlungsmöglichkeit zu.
Im Jahre 1810 zählte das Ourthedepartment 352 333 Einwohner, darunter 79 Juden, die sich auf die Orte Lüttich, Hellenthal, Kall und Schleiden verteilten. In den Kreisen Malmedy und St. Vith waren sie kaum vertreten. Die geringe Anzahl Juden ist auffallend. Bei der überwiegend kleinbürgerlichen und meistens notleidenden Bevölkerung unserer Gegend fehlte das Kreditbedürfnis. Die Viehleihe wurde hier in der Eifel nicht von jüdischen Händlern, sondern von einheimischen wohlhabenden Bauern betrieben. Diese machten oft ohne jede Rücksicht auf die Situation ihrer Schuldner ein einträgliches Wuchergeschäft.
Was die Viehmärkte anbetrifft, nahm man besondere Rücksicht auf die Teilnahme der jüdischen Händler: fiel der Markttag auf einen Samstag (Sabbat), so verlegte man den Markttag auf ein anderes Datum.
Um in der Stadt Handel zu treiben, mussten die Juden ein kleines Eintrittsgeld zahlen. Die Zahlstelle beim Ascheider Tor war unter dem Namen „Am alten Zoll" bekannt und befang sich in der heutigen Hauptstraße auf Höhe des Hotels Pip-Margraff. Um 1800 hat man bei Ausschachtungsarbeiten zur Evangelischen Kirche menschliche Knochen gefunden, die ein jüdisches Gräberfeld vermuten lassen. Die ursprüngliche Judengasse lag jenseits des Windmühlenplatzes, hinter den Häusern Genten und Margraff. Sie ist mit der nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgten Ausdehnung der Stadt in südliche Richtung leider aus dem Stadtbild verschwunden. Nach dem Wiederaufbau der Stadt wurde eine Gasse in der Nähe des Krankenhauses als Judengasse bezeichnet. Diese Gasse war jedoch ursprünglich Teil eines Kirchenpfades von Wiesenbach nach St. Vith, der 1916 durch den Bahnbau durchschnitten wurde und bis vor einigen Jahren noch auf den Katasterkarten markiert war.
Im Jahre 1969 erfolgte die Umbenennung dieser Gasse in „Bernhard-Willems-Straße". Dr. Bernhard Willems hatte sich der Geschichte des St. Vither Landes gewidmet und verfasste nach dem Kriege mehrere bedeutende Werke, so z.B. die „Ostbelgische Chronik" (6 Bände). Kurz nach dem Ende des Krieges war die Veröffentlichung in deutscher Sprache noch ein Wagnis. Dr. Bernhard Willems war der erste Ehrenpräsident des Geschichtsvereins „Zwischen Venn und Schneifel".

Klosterstraße

Vom Kreisverkehr „An den Linden" zweigt der alte „Reulander Weg" ab, die heutige „Klosterstraße". Nach dem Bau des Krankenhauses gegen Ende des 19. Jahrhunderts zogen hier Schwestern vom Orden der Cellitinnen ein. Diese übernahmen die Pflege der Kranken. In späteren Jahren schloss sich dem Krankenhaus eine gut besuchte Haushaltsschule an. Auch die Bischöfliche Schule hatte hier im Waisenhaus vor dem Krieg ihren Standtort. Vom 1. September 1914 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges übten die Krankenschwestern hier ihre segensreiche Tätigkeit aus. Der Staatenwechsel brachte jedoch große Schwierigkeiten mit sich. Eine aus dem benachbarten Ort Born stammende Ordensschwester vermittelte geschickt in dieser Affäre, und so gründete man eine Gesellschaft ohne Erwerbszweck. Im Jahre 1925 erfolgte der erste Besuch des Lütticher Bischofs. Die Einschränkungen lockerten sich!
Im Zweiten Weltkrieg übernahm die amerikanische Besatzungsmacht das bestehende Lazarett, das am Anfang des Krieges zeitweise sogar bis zu 600 Patienten beherbergte.
In der Ardennen-Offensive richteten die Amerikaner unter General Hasbrouck hier ihr Hauptquartier ein. Weihnachten 1944 blieb das Hospital nicht von der Bombardierung verschont. Viele Menschen fanden hier einen grauenhaften Tod - sie verbrannten bei lebendigem Leib!
Seit 1875 gehörte St. Vith zu Preußen und dies hatte u.a. zur Folge, dass preußische Beamte protestantischen Glaubens hierher versetzt wurden. Für sie gab es kein Gotteshaus, und si wurde der Wunsch nach einer eigenen Gebetsstätte immer lauter. Im Jahre 1847 erbaute man am Rande der Stadt eine evangelische Kirche. Anfangs hatte man sich gegen die Errichtung eines Gotteshauses gesträubt - in der katholisch geprägten Eifel sah man solche Kirchenbauten nicht so gerne im Stadtkern. Im Jahre 1944 fiel die Evangelische Kirche der Bombardierung zum Opfer; sie wurde nach dem Kriege nicht wieder aufgebaut, weil die evangelische Kirchengemeinde nicht mehr in der Zahl wie vor dem Kriege bestand.
Unweit von hier, auf der anderen Straßenseite, entstand in der 1980er Jahren ein staatliches Behördenzentrum, bestehend aus Friedensgericht, Finanz- und Forstverwaltung usw. Nach dem Zweiten Weltkrieg befand sich bereits hier das Forstamt, ein markanter Fachwerkbau aus der preußischen Zeit, der jedoch der Abrissbirne zum Opfer fiel.
Die Bischöfliche Schule befindet sich ganz in der Nähe und erfreut sich einer großen Schülerzahl. Sie stellte übrigens auch das Grundstück für das Mahnmal der „106th U.S. Infantery-Devision" zur Verfügung. Diese Einheit hatte sich dem Ersten deutschen Angriff in den frühen Morgenstunden des 16. Dezembers 1944 widersetzt und diese blutjungen G.I.'s hatten hohe Verluste erlitten, da sie keinerlei Fronterfahrung hatten.

Ascheider Wall

Auf einem Straßenschild in Richtung Stadtzentrum lesen wir die Inschrift „Ascheider Wall". Der Scheitelpunkt der Stadt liegt beim Rathaus, daher auch die Bezeichnung „Ascheider Wall", d.h. Wall an der Scheide.

Schulstraße, heute Major-Long-Straße

Im Jahre 1910 errichtete die Stadt hier eine Gemeindeschule, um der steigenden Zahl der Kinder gerecht zu werden. Von den damals hier tätigen Lehrpersonen ist der Lehrer Gallot eine unvergessene Persönlichkeit. Er wurde am 8. Juni 1891 geboren; auf seinem Grabstein ist als Todestag der 8. Januar 1945 angegeben.
Die Schulstraße wurde ihrem Namen gerecht. Jeden Morgen bevölkerten die Schulkinder die Straße. Im Jahre 1932 entstand an der Luxemburger Straße ein Schulneubau, weil der Platz in der alten Schule nicht mehr ausreichte.
Als es im Zweiten Weltkrieg zu Einquartierungen kam, griff man auf die Räumlichkeiten der Schule zurück.
Nach dem Zweiten Weltkrieg machte der damals amtierende Bürgermeister Freres den Vorschlag, die Schulstraße umzubenennen. Ein englischer Offizier namens Hughes Long hatte sich für die Rückführung der St. Vither Glocken eingesetzt. Daher wurde die „Schulstraße" kurzerhand in „Mojor-Long-Straße" umbenannt. Sie ist weit und breit die einzige Straße, die nach einem englischen Offizier benannt wurde.

Heckingstraße

Die Heckingstraße verläuft entlang der ehemaligen Stadtmauer uns wurde erst um die Jahrhunderdwende erweitert. Aus der Kulmgasse wurde die Heckingstraße. Sie trägt den Namen eines verdienstvollen Historikers: Dr. Anton Hecking. Er verfasste die „Geschichte der ehemaligen Herrschaft St. Vith".

Büchelstraße mit dem Wahrzeichen der Stadt, dem Büchelturm

Vom Rathausplatz aus erblickt man in Richtung Westen den trutzigen Büchelturm, das alte Wahrzeichen der Stadt an der Wasserscheide zwischen Rhein und Maas. Der Büchelturm war Teil eines Befestigungsringes, der die Stadt seit 1350 umgab. Er besteht aus geschichtetem Bruchsteinmauerwerk, des 1902 teilweise und nach dem letzten Krieg komplett erneuert wurde. Im 2. Geschoss befand sich nach Osten hin ein stichbogiger Durchgang zum ehemaligen Wehrgang, dessen Maueransatz vor dem letzten Krieg noch erkennbar war. Die innere Decke bestand aus Kuppelgewölben in den beiden Geschossen.
Das Wort „Büchel" (Bühel, Bühl) bedeutet Anhöhe, Erhebung, Hügel. In Aachen ist der Büchel die steilste Straße der Innenstadt, in Recht bezeichnet der Büchel eine Anhöhe westlich des Dorfes und in St. Vith stand der Büchelturm an einem erhöhten Punkt der Ringmauer. Der Bereich des Büchelturms fiel auch in früheren Zeiten zur Neundorfer Seite hin ab; aus Richtung Luxemburg kommend führte der Weg am Turm vorbei in die Stadt hinein. Die Stadtbefestigung wurde am 5. September 1689 durch die Soldaten Ludwigs XIV. geschleift; nur der Büchelturm blieb erhalten. Im Winter 1944 wurde der Turm zum Grab für eine ganze Familie: Beim Bombenangriff auf Weihnachten 1944 starb hier eine 6köpfige Familie, als eine Bombe den Turm traf.
Der Büchelturm, wie auch die anderen Wehrtürme, hatte keinen Zugang zu ebener Erde. Der von der Straße aus geschaffene Zugang entstand erst im 19. Jahrhundert. Der Raum um Erdgeschoss des Turmes diente als Gefängnis und war ein dunkles, kaltes und feuchtes Verließ. Es bestand keine Treppe in den oberen Teil des Turmes. Die Gefangenen wurden an einem Seil hinunter gelassen; auf diese Weise versorgte man sie auch mit Speisen. Zuletzt haben zwei Kirchendiebe hier eingesessen. Nachdem sie hier ihre letzte Nacht verbracht hatten, wurden sie auch dem Adesberg bei Amel zum Galgen geführt - auf Diebstahl stand die Todesstrafe. In dem Raum über dem Verließ befand sich der Wachraum. Von diesem schmalen oberen Raum gelangte man über eine Wendeltreppe zum Laufgang. Alle Türme waren mit diesem Laufgang über die Ringmauer miteinander verbunden. Die Ringmauer hatte eine Breite von 8 Fuß.

Ortsstraße

Die Deutung des Namens „Ortsstraße", die vor dem Zweiten Weltkrieg noch „Gasse" genannt wurde, ist etwas schwierig, da nirgends vermerkt ist, seit wann diese Bezeichnung besteht. Somit kann sich der Autor nur auf ein paar vage Vermutungen stützen.
Zwischen der ehemaligen Rathausstraße und der Pulverstraße liegt das Stadtviertel, das im hiesigen plattdeutschen Sprachgebrauch stets etwas abfällig klingend als „dän Ort" bezeichnet wurde. Die Ortsstraße verläuft in Richtung Westen. In alten Zeiten endete sie in der Pulverstraße, d.h. an der Stadtmauer. Der berganführende Fußweg, damals als „Neuer Weg" bezeichnet, führte von der Pulverstraße zur Rodter Straße und ist erst nach dem Zweiten Weltkrieg zu einer Straße ausgebaut worden. Auf dem zur Zeit brachliegenden Platz war vor dem Zweiten Weltkrieg der Bierverleger Hubert Theissen ansässig. Neben seinem Anwesen wohnte Rudi Buschmann im sogenannten „Berliner Hof". Als „ewiger Student" hatte er Berühmtheit erlangt; er soll 40 Semester studiert haben. Vor dem Zweiten Weltkrieg war die Ortsgasse unterhalb der Pulverstraße bis zur Rodter Straße nur ein schmales Fußgässchen. Wahrscheinlich diente dieser Fußpfad, wie so viele hier in der Stadt, den Eisenbahnern, Marktbesuchern und Gerbereiarbeiten „Auf der Gemeinde" als Abkürzung.

Brauhausstraße

Eine Parzelle „Am Brauhaus" gab der Straße den Namen und deutet an, dass auch hier in der Stadt an der Wasserscheide zwischen Rhein und Maas der edle Gerstensaft gebraut wurde.
Die durch die Bombardierung verschonten Lohscheunen mussten leider der Spitzhacke weichen. Hier hat der Denkmalschutz gesündigt. Die sogenannten Behelfsheime wurden nach dem Krieg auf Abriss verkauft und wurden durch Sozialwohnungen ersetzt. Das einige Behelfsheim, das Züge seines ursprünglichen Zustandes aufweist, ist der Königsreichssaal der Zeugen Jehovas in der Talstraße. Im Bereich der Neustadt befindet sich heute das Messe- und Industriegelände.

Malmedyer Straße

Die Malmedyer Straße war schon in früheren Zeiten eine wichtige Verbindung zur Abteistadt Malmedy, die im 7. Jahrhundert vom hl. Remaklus gegründet wurde. Wahrscheinlich wurde der Ausbau der Malmedyer Straße auf der alten Trasse weitergeführt. Vermutlich kreuzte diese von Prüm kommende Straße in St. Vith die alte Römerstraße, die als Verbindung zwischen Reims und Köln schon viel früher angelegt wurde. Über den genauen Verlauf dieser alten Verbindungswege streiten sich noch heute die Geschichtsschreiber. Dort, wo die Malmedyer Straße in die Aachener Straße einmündet, fand Hubert Küches aus Amel, ein gebürtiger St. Vither, vor dem Ersten Weltkrieg eine römische Münze. Das bestärkt uns in der Annahme, dass die alte Römerstraße Köln - Reims hier vorbeiführte.
Diese Römerstraße führte mit größter Wahrscheinlichkeit von Thommen über St. Vith (Aachener Straße) und vom Hervert (auf dem Urhandriss des Katasters aus dem Jahre 1827 als „Heerfurt" bezeichnet) in Richtung Medell/Hochkreuz nach Amel. Im weiteren Verlauf berührte diese Straße in unserm Gebiet Marsheck, Büllingen und Wahlerscheid, um dann weiter in Richtung Zülpich zu verlaufen. Verschiedene Geschichtsforscher sind der Ansicht, dass die Römerstraße, von Neubrück kommend, die Stadt beim Büchelturm erreichte. Sie war nicht nur Heerstraße, vor allem diente sie auch dem Handel. Archäologische Grabungen lassen die Vermutung zu, dass sich im Abstand von ca. 10 km eine Römervilla in der Nähe dieser Straße befand (Thommen, Breitfeld, Montenau). Die Bewohner dieser Gehöfte dürften u.a. auch für den Straßenunterhalt verantwortlich gewesen sein. Die Ausgrabungsfunde der freigelegten Römervillen in Breitfeld und Montenau blieben der Nachwelt leider nicht erhalten.

Aachener Straße

Viele Einwohner nennen diese Straße noch „Ameler Straße". Wahrscheinlich wurde die Ameler Straße erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts in „Aachener Straße" umbenannt. Dort wo die Von-Dhaem-Straße in die Aachener Straße einmündet, verläuft die Alte Aachener Straße, wo sich heute die Städtischen Werke und die Feuerwehrkaserne befinden.

Hinterscheider Wall

Dort, wo die Bleichstraße in die Hauptstraße mündet, befand sich vor der Schleifung der Stadtbefestigung ein Stadttor - die Nordpforte. Der Hinterscheider Wall bildete diese nördliche Begrenzung der alten Stadt. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden hier Häuser. Es ist ein schwieriges Baugelände, da man hin und wieder auf alte Wallmauern oder auf den Wallgraben stößt, was die Neubaukosten oft maßgeblich in die Höhe treibt. Der Ausbau der Straße jenseits des Walls und die Anlage der Kanalisation erfolgten nach 1946. Im Gegensatz zum Ascheiderwall befindet sich dieser Stadtteil „hinter der Scheide".

Bleichstraße

Die Bleichstraße verläuft parallel zum Hinterscheider Wall. An der Ecke Hinterscheider Wall/Bleichstraße stand in früherer Zeit ein Waschhaus mit einem halbrunden Vorbau. Im Gebäude befanden sich Wassertröge, in denen die St. Vither Waschfrauen ihre Wäsche wuschen und sie anschließend auf die Bleiche zum Trockenen legten. Teich- und Bleichstraße erinnern somit an die fleißigen St. Vither Hausfrauen.

Teichgasse

Die Teichgasse verbindet die Hauptstraße mit der Bahnhofstraße und führt gradlinig zum Hause von Dhaem. In dieser Straße, die noch immer die alte Bezeichnung „Gasse" trägt, befanden sich bis nach dem Zweiten Weltkrieg landwirtschaftliche Anwesen, die jedoch beim Wiederaufbau der Stadt außerhalb angesiedelt wurden.

Neugasse

Dieses Straßenviertel erfuhr beim Wiederaufbau der Stadt nach dem Krieg eine gänzliche Neugestaltung. Heute befindet sich hier ein Parkplatz mit immergrünen Anpflanzungen und Sitzbänken, die im Schatten von blühenden Bäumen geradezu zum Verweilen einladen.
In den Vorkriegsjahren stand hier das Panghaus. Dieses Haus galt als das älteste Haus St. Viths. Hier zogen die ersten Schwestern vom Orden des Heiligen Augustinus ein, bis sie eine ständige Bleibe im neu erbauten St. Josefs Krankenhaus in der Klosterstraße fanden.

Rathausstraße, heute der untere Teil der Hauptstraße

Die Rathausstraße erstreckte sich von der Kreuzung Aachen, Rodter und Malmedyer Straße und endete am heutigen Rathaus, dem Scheitelpunkt, dort wo sich Mühlenbach- und Büchelstraße treffen.
Die Rathausstraße trug bis zum Jahre 1913 die Bezeichnung „Rathausstraße". Der obere Teil (d.h. vom Rathaus bis zum Kreisverkehr „An den Linden") hieß bis 1913 „Ascheider Straße", von 1913 bis 1915 „Hauptstraße". Von 1915 bis zur Belgischwerdung (1920) wurde dieser Straßenteil in „Prinz-Joachim-Straße" umbenannt. Von 1920 bis 1940 trug dieser Straßenteil wieder die Bezeichnung „Hauptstraße". Nach dem Einmarsch der Deutschen gab man der oberen Rathausstraße den Namen „Adolf-Hitler-Straße", den sie bis zum Einmarsch der Amerikaner (1944) trug.

Hauptstraße

Vor dem Zweiten Weltkrieg teilte sich die heutige „Hauptstraße" in die „Rathausstraße" und die „Hauptstraße". Die „Rathausstraße" führte vom heutigen Rathaus bis zum heutigen Kreisverkehr Rodter Straße/Hauptstraße. Als „Hauptstraße" bezeichnet man den Teil vom Rathaus bis „An den Linden". Beide Straßen führten im Laufe der Zeit verschiedene Namen, was unter dem Punkt „Rathausstraße" nachzulesen ist.

Mühlenbachstraße

Die Mühlenbachstraße verläuft von der Pfarrkirche bergan zum Rathaus. In der Nähe des Rathauses befindet sich der nie versiegende Stadtbrunnen. Die Mühlenbachstraße war eine der am breitesten angelegten Straßen der Stadt. Von der oberen Kreuzung geht der Blick auf die sogenannt „Burg" und die St. Vitus-Wallfahrtskirche.
Zu der Zeit, als die Postkutschen noch verkehrten, war im Hause Josef Margraff-Lentz die Poststation untergebracht. Noch viel früher hat in der unteren Mühlenbachstraße eine Mädchenschule bestanden, die der Brandschatzung unter Ludwig XIV. zum Opfer fiel. St. Vith war immer eine Stadt der Schulen. Der Gutbesitzer Peter de la Fontaine hatte den Rekollektinnen aus Bastogne zur Verfügung gestellt. An dieser Stelle soll in früherer Zeit ein Kreuz gestanden haben, das an das alte Schulgebäude erinnert. Unterhalb der Mädchenschule befand sich die Städtische Knabenschule, die später als Postgebäude diente. Alte St. Vither Einwohner wissen von einem unterirdischen Gang zu berichten. Vor dem Zweiten Weltkrieg haben sich Kinder in den unterirdischen Gang gewagt. Ob es sich hier um einen Fluchtweg aus der Burg gehandelt hat, lässt sich leider nicht mehr nachvollziehen.
Als 1945 die Trümmer der Stadt abgebaggert wurden, hat man leider eine archäologische Untersuchung unterlassen. Die Zeit des Wiederaufbaus drängte.

Bahnhofstraße

Nach dem Bau der Eisenbahn Ende des 19. Jahrhunderts erhielt diese Straße ihren Namen. An der Bahnhofstraße, die unterhalb der Vitus-Kirche verläuft, lag die „Burg", diese Ortsbezeichnung ist im Volksmund erhalten geblieben. Die Bahnhofstraße beginnt an der Kreuzung von-Dhaem-Straße/Bleichstraße. Der ursprüngliche Fußweg wurde im Zuge des Eisenbahnbaus ausgebaut.

Seufzerallee

Etwa parallel zur Bahnhofstraße verläuft die Seufzerallee. Dieses unbefahrbare Gässchen war ein oft aufgesuchter Ort der Liebespärchen. Hier war in der abendlichen Dämmerung mancher Seufzer zu vernehmen und dies führte zur Namensgebung.

 

Wiesenbacherstrasse in St.Vith