Inhalt Menu Termine Quicklinks Kalender Suche

Bauhof

Nächtlicher Großbrand legt gesamten Fuhrpark der Stadtgemeinde St.Vith in Schutt und Asche

St.Vith. - Ein böses Erwachen gab es in der Nacht zum Mittwoch in St.Vith für jene Verantwortlichen der Stadt, die zu diesem Zeitpunkt bereits vom Katharinenmarkt nach Hause zurückgekehrt waren. Gegen zwei Uhr in der Früh brach in der Friedensstraße ein Großbrand in der städtischen Fuhrparkhalle aus und raffte das Gebäude mitsamt dem untergestellten Maschinenpark nieder.

Der Schaden geht trotz des schnellen Einsatzes der Feuerwehr, die innerhalb kürzester Zeit von der nahegelegenen Feuerwehrkaserne zum Bauhof hinübergeeilt war, in die Millionen. Das Entsetzen über das Ausmaß des Brandes, bei dem glücklicherweise niemand verletzt wurde, war am Morgen groß: »Unsere Arbeiter stehen ohne das geringste Material da«, konnte es Bürgermeister Ernst Thommessen zunächst gar nicht fassen.

Keine Chance

Der Bürgermeister war unmittelbar nach dem Ausbruch des Feuers, das kurz nach zwei Uhr in der Früh durch eine Gendarmeriestreife bemerkt wurde, über den Vorfall informiert worden und traf nur wenig später als die Wehrleute am Ort des Geschehens ein: »Zu diesem Zeitpunkt stand schon alles lichterloh in Flammen, da hatte die Feuerwehr kaum noch eine Chance, etwas zu retten.«

Über die Brandursache, die am Morgen ein gerichtlich beauftragter Brandsachverständiger zu ermitteln suchte, konnte zunächst nur spekuliert werden, doch muss alles sehr schnell gegangen sein, denn ein Mitarbeiter der Städtischen Werke, der nur eine halbe Stunde vor Ausbruch des Feuers zu Fuß am Ort des Geschehens vorbeigekommen war, hatte nichts Auffälliges bemerken können.

Übergreifen vermieden

Die St.Vither Wehr hatte das Feuer, das in der Fuhrparkhalle reichlich Nahrung fand und durch Öl- bzw. Kraftstoffexplosionen in den Fahrzeugen immer wieder neu angefacht wurde, nach rund zwei Stunden unter massivem Einsatz aller verfügbaren Wasserreserven weitgehend unter Kontrolle. Die Bemühungen gingen vor allem dahin, dass das Feuer nicht auf die angrenzende Gebäude und Unternehmen übergriff, darunter die Farbwerke Herkula, deren hauseigene Feuerwehr ebenfalls in Bereitschaft stand.

Das ganze Ausmaß des Brandes wurde erst im Morgengrauen ersichtlich. Neben der erst vor kurzer Zeit neu eingerichteten Schlosserei sowie der Schreinerei brannten insgesamt acht Lieferwagen, zwei Bagger, ein Lkw mit Schneepflug sowie auch die städtische Kehrmaschine völlig aus. Bemühungen der Wehrleute, einige Fahrzeuge noch aus den Flammen zu retten, erwiesen sich leider als nutzlos. »Zu nächtlicher Stunde waren logischerweise die meisten Fahrzeuge in der Halle untergebracht, wodurch sich der Schaden natürlich erheblich vergrößert«, so die Bilanz der Verantwortlichen. Auch das Büro des Bauleiters Rudi Berners bzw. der kleine Verwaltungstrakt des Bauhofs wurden stark in Mitleidenschaft gezogen. »Es handelt sich ganz einfach um einen Totalschaden, der auch für eine öffentliche Einrichtung wie die Stadt eine große Belastung darstellt«, so Ernst Thommessen. Die übrigen Lkw und Schneepflüge der Stadt waren derweil nicht in der Halle untergebracht, so dass die Gemeinde in den kommenden Wochen zumindest den Winterdienst gewährleisten kann.

Provisorische Unterkunft

Der Brand ist sicherlich umso bedauernswerter, da die Fuhrparkhalle erst kürzlich rundum saniert bzw. neu ausgestattet wurde. Das jahrelange Bestreben von Verwaltung und Personal, den Fuhrpark auf Vordermann zu bringen, wurde durch den Brand zunichte gemacht. »Wir müssen wieder bei Null anfangen«, reagierte Rudi Berners sichtlich geschockt. Der Gesamtschaden dürfte sich laut neuesten Schätzungen auf rund 60 Mio. F belaufen.

»Wir dürfen uns allerdings glücklich schätzen, dass der Umzug der Stadtwerke auf das ehemalige Betriebsgelände Maraite noch nicht vollzogen ist«, bemerkte Bauschöffe Christian Krings. So wurde bereits beschlossen, dass der Fuhrpark hier zumindest provisorisch eine neue Unterkunft finden wird.

Einsturzgefahr

Es sei abschließend darauf hingewiesen, dass das Betreten der durch den Brand völlig zerstörten Halle wegen drohender Einsturzgefahr strengstens verboten ist. Die Brandstelle wurde abgeriegelt und steht unter polizeilicher Aufsicht. arco

Grenz-Echo Ausgabe vom 23/11/2000